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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schimpfwort-Streit ohne Schimpfwort



Webmaster
15.04.2008, 10:17
Noch immer ist der Pforzheimer Gemeinderat in Gefahr, sich mit einem Gerichtsverfahren vor dem Landgericht Karlsruhe bis auf die Knochen zu blamieren. Es geht um ein Wort, das in nicht-öffentlicher Gemeinderatssitzung vor anderthalb Jahren gefallen ist.

Gesagt und nicht gesagtDass es gefallen ist, gilt als gesichert. Wer es gesagt hat, ist umstritten. Der CDU-Stadtrat Klaus Gutscher sagte, er habe gehört, wie die SPD-Fraktionsvorsitzende Dorothea Luppold das Wort sagte. Die wiederum sagte, sie habe es nicht gesagt, und Gutscher solle nicht mehr sagen, dass sie es gesagt habe, und solle zurücknehmen, was er da gesagt habe. Der mit dem Wort bedachte FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Rülke wiederum sagte, er habe Dorothea Luppold das Wort von den Lippen abgelesen. Vermutlich wird es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen.

Dabei ist das Wort, um das es geht, unter Umständen gar kein Schimpfwort. Zumindest nicht in den Augen der baden-württembergischen Justiz. Darauf hat der Fernsehjournalist Ulrich Kienzle, bekannt durch seine Moderationen des ZDF-Auslandsjournals und des Polit-Magazins Frontal, am Freitagabend im Pforzheimer Kulturhaus Osterfeld hingewiesen – vermutlich ohne den Pforzheimer Fall zu kennen. Denn Kienzle erzählte bei seinem Auftritt von einem anderen Auftritt – dem des seinerzeit berühmten Jura-Professors Theodor Eschenburg in Tübingen im Herbst 1958, wo Kienzle selbst als junger Mann studierte.

„Gehört zur Grundausstattung“„Ich sage nur: Arschloch“, habe Eschenburg zur Eröffnung seiner Vorlesungsreihe über Staat und Gesellschaft ins Auditorium gerufen. Die Aufmerksamkeit seiner Studenten war ihm daraufhin gewiss, und Eschenburg berichtete genussvoll vom Urteil eines Ulmer Gerichts, das an diesem Tag entschieden hatte, dass „Arschloch“ zumindest im Schwäbischen keine Beleidigung ist. „Das Wort gehört zur Grundausstattung jedes schwäbischen Politikers“, sagt Kienzle.

Nun ist Pforzheim trotz aller Nähe zu Württemberg nicht schwäbisch, sondern badisch. Und selbst in Ulm kann man sich bei Gericht nicht an dieses Urteil erinnern. Vielleicht aber ist es in alten Akten zu finden und weist den Weg, im Begriff „Arschloch“ einfach keine Beleidigung zu sehen. Denn wenn niemand beleidigt worden ist, dann muss auch niemand beleidigt sein, der niemanden beleidigt hat. Marek Klimanski

Detlef von Seggern
15.04.2008, 10:17
Unfassbar, die Eidelkeit so mancher Pforzheimer Stadträte(in). Haben denn die Pforzheimer Gemeinderäte, nichts besseres zu tun, als sich wegen eines "angeblichen" Schimpfwortes, in die Haare zu kriegen, und auch deswegen zu prozessieren?
Ein Schimpfwort, sollte es tatsächlich gefallen sein, zum "Sprachgebrauch" eines fast jeden Menschens gehört!?
Hier wird aus einer "Mücke", ein Elefant gemacht, was die ganze Angelegen, zu Unrecht "aufwerten" tut!
Muß man denn die Gerichte, welche sowieso schon total überlastet sind, mit so einer "Lappalie", noch mehr belasten?
Und hier ist es doch völlig egal, ob schwäbisch,badisch, sächsisch usw.
Dieses "soganannte" Schimpfwort überhört man einfach, oder tut dementsprechend antworten und die Angelegenheit, ist erledigt!?

Dies sollte man man von "gestandenen" Menschen, beiderlei GESCHLECHTS ERWARTEN dürfen!
Aber man wird ja immer eines besseren belehrt!?

Und, die Kosten, welche für diese "Lappalie" bereits entstanden sind, und auch noch weiter steigen werden, sollte man lieber in soziale Projekte stecken,oder auch Menschen in sozialer Not zukommen lassen, als ewig "lang" zu prozessieren, um sein eigenes "Ego" zu befriedigen!?

Der aus'm Enzkreis
15.04.2008, 10:46
zu Detlef von Seggern:
Ein Schimpfwort, sollte es tatsächlich gefallen sein, zum "Sprachgebrauch" eines fast jeden Menschens gehört!?

Sie könnte, nachdem Hr. Rülke dieses "Wort A........" auch von Fr. Luppold's Lippen abgelesen und Hr. Gutscher es gehört hat, auch sagen, dass sie gesagt hat:"er hätte Eines"! Damit hätte sie ihn nicht beschimpft, sondern sich lediglich anatomisch zu Hr. Rülke geäußert. Dann wäre der ganze Mist, der normalerweise vom Selbigen rauskommt, vom Tisch und Hr. Rülke müsste dies sogar noch bestätigen. Wäre das nicht ein Vorschlag zur Güte?!
Dann könnten sie sich ja wieder ihren eigentlichen Aufgaben widmen, von denen es in Pforze glaube ich, genügend gibt und auch noch die Gerichte mit so schwer wiegenden Dingen entlasten.

MfG :confused: :p ;)

BadnerBube
15.04.2008, 13:14
Genau, es ist ja nichts anderes als ein ganz normales Körperteil das jeder gesunde Mensch in seinem Popo drin hat. Wenn das zum Schimpfwort wird dann wüsste ich noch mehr : Du Arm, Du Bauch, Du Stirn, Du Fußzehe, Du usw ... ... .................................................. ....................

Der aus'm Enzkreis
15.04.2008, 13:37
zum BadnerBuben:

das soll aber doch nicht heißen, dass ab sofort alle bei diesem Vornamen A...... angesprochen werden sollen, oder? Das wäre ja dann doch wieder zu viel des Guten.
Ab und an mal ein, Du Bauch Du, Du müde Zehe Du, Du Arm(Leuchter) Du usw...und so fort...! So meinst Du das doch, oder doch nicht??

MfG :p :eek: :rolleyes:

Interessierter
15.04.2008, 16:37
„Gehört zur Grundausstattung“„Ich sage nur: Arschloch“, habe Eschenburg zur Eröffnung seiner Vorlesungsreihe über Staat und Gesellschaft ins Auditorium gerufen. Die Aufmerksamkeit seiner Studenten war ihm daraufhin gewiss, und Eschenburg berichtete genussvoll vom Urteil eines Ulmer Gerichts, das an diesem Tag entschieden hatte, dass „Arschloch“ zumindest im Schwäbischen keine Beleidigung ist. „Das Wort gehört zur Grundausstattung jedes schwäbischen Politikers“, sagt Kienzle.

Nun ist Pforzheim trotz aller Nähe zu Württemberg nicht schwäbisch, sondern badisch. Und selbst in Ulm kann man sich bei Gericht nicht an dieses Urteil erinnern. Vielleicht aber ist es in alten Akten zu finden und weist den Weg, im Begriff „Arschloch“ einfach keine Beleidigung zu sehen. Denn wenn niemand beleidigt worden ist, dann muss auch niemand beleidigt sein, der niemanden beleidigt hat. Marek Klimanski



“„Ich sage nur: Arschloch“,:confused:


Lieber Administrator - schon mal darauf hingewiesen und gefragt, immer noch nicht bemerkt!?:eek:

Moritz Homann
15.04.2008, 16:49
Hallo Interessierter,

doch, das Problem ist uns bekannt. Das sind Sonderzeichen, die aus dem Artikel falsch ins Forum übernommen werden (wie zum Beispiel Zwischenzeilen oder Anführungszeichen). Wir arbeiten an einer Lösung.

Interessierter
15.04.2008, 17:15
Hallo Interessierter,

doch, das Problem ist uns bekannt. Das sind Sonderzeichen, die aus dem Artikel falsch ins Forum übernommen werden (wie zum Beispiel Zwischenzeilen oder Anführungszeichen). Wir arbeiten an einer Lösung.

Prima :)

Grüße

BadnerBube
15.04.2008, 19:33
zum BadnerBuben:

das soll aber doch nicht heißen, dass ab sofort alle bei diesem Vornamen A...... angesprochen werden sollen, oder? Das wäre ja dann doch wieder zu viel des Guten.
Ab und an mal ein, Du Bauch Du, Du müde Zehe Du, Du Arm(Leuchter) Du usw...und so fort...! So meinst Du das doch, oder doch nicht??

MfG :p :eek: :rolleyes:

Was ich zum Ausdruck bringen wollte ist dass das Ganze recht absurd ist. Klar will niemand gerne mit einem Körperteil angesprochen werden, außer vielleicht die Frauen die zu dessen Vergrößerung viel Geld bezahlt haben (lassen).

Andererseits könnte man aber könnte man das mit dem A.. auch so sehen dass aus dem A.. ja was braunes raus kommt und jeder der dann als A.. bezeichnet wird sich als Nazi beschimpft fühlen kann, weil die ja auch braun waren. Oder hab ich da mal wieder zu viel rein interpretiert ?

Um mal wieder ernst zu werden :

Prinzipiell bin ich der Auffassung dass man im Umgang mit anderen Menschen sich mal der früher gelernten Umgangsformen erinnern sollte. Etwas mehr an Höflichkeit könnte vielen Menschen nicht schaden, ohne dabei allerdings zu übertreiben.
Andererseits aber sollte man auch nicht so empfindlich sein wenn andere sich daran mal nicht halten.

Der aus'm Enzkreis
16.04.2008, 12:07
Zitate vom BadnerBuben:
1) Andererseits könnte man aber könnte man das mit dem A.. auch so sehen dass aus dem A.. ja was braunes raus kommt und jeder der dann als A.. bezeichnet wird sich als Nazi beschimpft fühlen kann, weil die ja auch braun waren.

Du darfst halt vorher keinen Spinat oder dergleichen essen, sonst meinst Du "die Grünen" und die Nazis wären vielleicht beleidigt!

2) Andererseits aber sollte man auch nicht so empfindlich sein wenn andere sich daran mal nicht halten.

Genau, in der Hitze des Gefechtes kann so ein Wort schon mal rausrutschen, dann muss man als solcher auch Mann's oder wie hier, Frau genug sein, es einzugestehen und sich dafür zu entschuldigen. Denn das würde man selbst auch von anderen erwarten. Denn wie heiß das alte Sprichwort:"was Du nicht willst.............." Niemand ist fehlerfrei und wer sich voll engagiert, schießt schon einmal über's Ziel hinaus.

MfG :( :o :o