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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pforzheim erstickt im Verkehr - Größere Belastung, mehr Unfälle



Webmaster
21.04.2008, 22:30
PFORZHEIM. Nirgends sonst in Baden-Württemberg hat der Straßenverkehr zu Beginn des Jahrtausends so stark zugenommen wie in Pforzheim. Das belegen Zahlen des Statistischen Landesamts. Ein Grund ist der Ausbau der A 8.

Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg haben die Auto-, Motorrad- und Lastwagenfahrer auf den Straßen des Südweststaats mit ihren Fahrzeugen im Jahr 2005 insgesamt rund 91 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Das entspricht im Vergleich zu den Erhebungen fünf Jahre zuvor einer Zunahme um 2,4 Prozent. Nicht viel, finden die Statistiker, sprechen von „gedämpftem Anstieg“ und davon, dass die Werte seit 2002 fast unverändert geblieben seien.

Für Pforzheim aber kann davon keine Rede sein. „Die stärkste Zunahme der Jahresfahrleistung war in Pforzheim (plus 10,2 Prozent) zu verzeichnen“. Anders gesagt: Wo im Jahr 2000 noch 1000 Fahrzeuge je Stunde fuhren, waren es fünf Jahre später über 1100. Im Enzkreis stieg die Verkehrsbelastung immerhin um 6,7 Prozent, im Kreis Calw dagegen war sie rückläufig, minus 3,6 Prozent.

Stadt rechnet mit StagnationIm Pforzheimer Rathaus sind die Zahlen aus Stuttgart bekannt, man nimmt sie allerdings mit Gelassenheit zur Kenntnis. Ging die Stadt bis zum Jahr 2000 davon aus, dass der Verkehr jedes Jahr um ein Prozent steigen werde, rechnet man heute für die Zukunft mit Stagnation. Gründe für eine relative Entlastung sieht der städtische Pressesprecher Michael Strohmayer zum einen in den mittlerweile vier Pforzheimer Autobahnanschlüssen und der zweiten Buckenbergauffahrt. „Ein Segen“, sagt Strohmayer. Zudem komme ja eines Tages die Westtangente .

Die Zahlen des Landesamts, so Strohmayer, bedürften einer Interpretation. Auf der B 294 Nord sei der Verkehr von 12 100 (im Jahr 2000) auf 16 900 (im Jahr 2005) Fahrzeuge pro Tag angestiegen – eine Zunahme um über 30 Prozent. Grund sei die 2003 eröffnete Autobahnanschlussstelle Pforzheim-Nord. Sie könnte auch Ursache gewesen sein für eine gegenläufige Entwicklung: Der Verkehr auf der B 10 nahm im Westen der Stadt geringfügig ab. Auf dem östlichen Teil dieser Bundesstraße schnellte die Frequenz binnen fünf Jahren jedoch hoch. „Sicherlich“, sagt Strohmayer, „mag mitentscheidend gewesen sein, dass die Kanzlerstraße im Zuge der Arbeiten zur Buckenbergauffahrt gesperrt war“. In der Stadt selbst gibt es solche großen Sprünge nicht. Die Kommune hat Messungen durchgeführt: 1998 und 2004.

Demzufolge stieg das Verkehrsaufkommen an der Goethe-/Zerrennerstraße von 25 000 auf 25 800 (plus 3,2 Prozent), an der Arlingerstraße um 7 Prozent und an der Wildbader Straße um 2,8 Prozent. Abgenommen haben die Zahlen geringfügig an der Büchenbronner Straße und der St.-Georgen-Steige – allerdings darf die Zahl von dort im Jahr 2004 gemessenen 22 500 Fahrzeugen als überholt gelten – durch die Buckenbergauffahrt.

Unfallzahlen parallel gestiegenParallel zu den Zahlen des Landes hat die Pforzheimer Polizei festgestellt, dass die Verkehrsunfälle im Stadtgebiet zunahmen, seit dem Jahr 2000 um rund sieben Prozent auf etwa 4800, wie Polizeisprecher Rüdiger Schroth sagte. In der Mehrzahl handle es sich um Blechschäden ohne Verletzte. Dies sei typisch für dichten Verkehr. Auch die Polizei sieht einen Grund für die Zunahme der Fahrzeuge auf Pforzheims Straßen im Ausweichverkehr von der A 8. „Planerisch würden wir uns ein Tangentensystem wünschen“, sagt Schroth. Die Pforzheimer Polizei blicke neidvoll auf Städte, wo es dies gebe.

Detlef von Seggern
21.04.2008, 22:30
"Hervorragend", die Zahlen desStatistischen Landesamtes, das seit Jahren der Straßenverkehr in Pforzheim, zugenommen hat!Mit Verlaub denjenigen Damen und Herren, welche zu diesem "Aussagekräftigen" Ergebnis, gekommen sind!Vielleicht sollte man auch Bedenken, das im Laufe der letzten Jahre, nicht wenige Bürgerinnen und Bürger aller Altersklassen, ihren Führerschein gemacht haben, die Autoindustrie, laufend neue Fahrzeuge produziert(e)* welche ja auch verkauft werden müssen!Und all dies findet ja nicht im Luftleeren Raum statt, sondern* spielt sich auf den Straßen , nicht nur in Pforzheim,ab!In Städten wie Karlsruhe, Mannheim, Stuttgart und sonstigen Großstädten, dürfte das Verkehrsaufkommen in den letzten Jahren auch merklich zugenommen haben, genauso wie die Unfallstatistik, bei einem höheren Verkehrsaufkommen,"immer" nach oben geht!
Dies ist doch eine alte Binsenweisheit!?*
Nicht zu vergessen, die seit* Jahren* immer größer wertende EU und die Öffnung des Binnenmarktes!Auch hierdurch, nimmt das Verkehsaufkommen überall zu!?Gründe eines "Für und Wider" des zunehmenden Verkehrsaufkommen in Pforzheim und nicht nur hier, gibt es zur Genüge, und hierzu bedarf es nicht der Zahlen des Statistischen Landesamtes aus Stuttgart!!??*

BadnerBube
22.04.2008, 00:44
Daten von 2005 ? Haben die nichts aktuelleres ?
Ich kann mir schon vorstellen warum der Verkehr zunimmt, die suchen alle einen Parkplatz.

Der aus'm Enzkreis
22.04.2008, 02:04
Zitat vom BadnerBuben:

Ich kann mir schon vorstellen warum der Verkehr zunimmt, die suchen alle einen Parkplatz.


Das ist gut möglich, weil soweit ich weiß, hat die Wirtschaftskraft in Pforze nicht groß zugenommen, wenn man einmal die vom Ordnungsamt außer Acht läßt. Aber das ist ja auch keine "Wirtschaftskraft", sondern das hat höchstens was mit ausgeprägter "Abkoch-Kraft" zu tun.
Wie ich das sehe, wird der Verkehr noch mehr werden. Und nicht nur ich, sondern auch der BadnerBub, wie man in diesem Forum feststellen kann, und viele andere Bürger aus dem "Großraum Pforze", sind der Meinung, dass nach dem Abriß des "Deimling-Parkhauses" die Parkplatz-Suche erheblich schwieriger, aber zumindest noch teurer werden wird, und ebenso der Verkehr. Ob das die "Enzkreisler" lange mitmachen werden? Bestimmt nicht, wenn's ihre Wirtschaftskraft nicht (mehr) zuläßt!

MfG :rolleyes: :( ;)

Interessierter
22.04.2008, 06:25
[quote=Webmaster;1259]PFORZHEIM.
Stadt rechnet mit StagnationIm Pforzheimer Rathaus sind die Zahlen aus Stuttgart bekannt, man nimmt sie allerdings mit Gelassenheit zur Kenntnis. Ging die Stadt bis zum Jahr 2000 davon aus, dass der Verkehr jedes Jahr um ein Prozent steigen werde, rechnet man heute für die Zukunft mit Stagnation. Gründe für eine relative Entlastung sieht der städtische Pressesprecher Michael Strohmayer zum einen in den mittlerweile vier Pforzheimer Autobahnanschlüssen und der zweiten Buckenbergauffahrt. „Ein Segen“, sagt Strohmayer. Zudem komme ja eines Tages die Westtangente .


Fragt sich nur wann - die Westtangente kommt!?

Die Stadt, der Stadtrat hat - die Verkehrsentwicklung regelrecht verschlafen!:o

Immer noch geht der Verkehr mehrerer Bundesstrassen mitten durch Pforzheim und der bereits angesprochene Abriss des "Deimling Parkhauses" wird die innerstädtische Situation nicht gerade verbessern.

SchmidtU
22.04.2008, 13:57
[quote]
Die Stadt, der Stadtrat hat - die Verkehrsentwicklung regelrecht verschlafen!:o


Ganz deiner Meinung, leider haben die nicht nur die Verkehrsentwicklung verschlafen...

Den Innenstadtring, den sie schon letztes Jahr angehen wollten vermisse ich heute noch. Aber da kam ja die wichtige Feinstaub-Klausel bestimmt dazwischen.

Aber pssssssst, nicht das die jetzt noch durch unsere Diskussion aufwachen :)

Der aus'm Enzkreis
22.04.2008, 16:53
Zitat von SchmidtU:
Aber pssssssst, nicht das die jetzt noch durch unsere Diskussion aufwachen

Genau, wir warten solange im Stau bis sie aufwachen, und blasen in der "Feinstaub-Zone" den teuren Sprit durch den Auspuff !

MfG :confused: :( :rolleyes:

pfbuerger
22.04.2008, 21:57
:confused: * Da wundert mich nichts mehr. Seit Jahren (!) man stelle sicch das vor, verpennt Pforzheim den Anschluss an eine moderne Infrastruktur. Alljährlich zeigen die Umfrage- bzw. Abstimmungswerte zum Ende eines jeden Jahres, das sogenannte "Barometer", die negativen Meinungen der Bürgerschaft. Ich habe schon mehrfach darauf hingewiesen dass die Verkehrssituation, Ampelschaltungen, Verkehrsführungen etc. vorsintflutlich anmuten. Die zuständigen Ämter und Ihre Stelleninhaber/Innen scheren sich einen feuchten Käse um die Meinungen der Bürger! Tiefste Provinz halt! Aber auch die Pforzheimer und Umländler selber haben es doch selber in der Hand: Immer mehr wird die Straße, der Verkehrsraum, zur Kampfzone auserkoren. Raserei, Missachtung der geltenden Regeln, Blinkignoranz, Sturheit und mehr "Gegen-" als "Miteinander" prägen das Straßenbild. Erst komme ICH - dann ICH - und dann vielleicht der/die "andere". Brauchen wir uns doch nicht wundern das Agressivitäten zunehmen! Mehr Gelassenheit und Rücksichtnahme gegenüber vermeintlich "Schwächeren" täte so manchem "Großen" (Mercedes, Audi, Porsche, etc.) gegenüber den Kleinen gut tun, aber dann verliert derjenige ja sein Angesicht. Schade - diese Mentalität scheint sich immer breiter zu machen.
Und Ihr Rathäusler (Verkehrsrechner) lasst Euch mal ernsthaft etwas einfallen um vom Image der ROTAMPELSTADT wegzukommen. Die nächste Umfrage kommt bestimmt....!

öhem..... zahlen die Mineralölbosse der Stadt eigentlich Provision dafür dass die eine oder andere Ampelschaltung eben auf rot steht...?! Nur mnal so gefragt ....??