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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kultur in PF - Das Theater



Lehninger
29.04.2008, 10:33
Die Zahlen des Theaters sprechen für sich? 213 Vorstellungen, 79% Auslastung und 101438 Besucher werden in der PZ genannt. Das ist der Output. Was nicht veröffentlicht wird, das ist der Input. Der Darstellung in der PZ fehlt die Kehrseite der Medaille.

Vereinfacht kann diese Rechnung angestellt werden:

Output/Input = Ergebnis der Wertschöpfung (sollte über 1 liegen)

Doch in der Kulturwelt scheint es diese Rechnung nicht zu geben? Wer Zahlen veröffentlicht, der sollte über beide Seiten des Wirtschaftens berichten.

Jetzt könnte diesem Verlangen die Kulturlosigkeit eines Kleingeistigen unterstellt werden, der von alledem keine Ahnung hat. Es werden gerne Hinweise zur Wirtschaftlichkeit des Theaters entgegen genommen; ganz einfach - beide Seiten der Waage besprechen. (Bilancia = Waage)

Lehninger
10.05.2008, 12:16
Eine ganze Seite widmet die PZ heute dem PF-Theater. Ganz am Ende des Artikels kommt die Subvention zur Sprache. Es handelt sich um schlappe 6,2 Millionen für prognostizierte 140.000 Besucher. Im Klartext heißt das:

Die Besucherzahl soll gegenüber Vorsaison um 35% gesteigert werden (Luftschloss?)
Jeder Theaterbesuch wird mit rd. 44 Euro subventioniert
An jedem Tag des Jahres subventioniert damit die Stadt das Theater mit 17.000 Euro

Bei einem Abonnenten mit 11 Besuchen im Jahr bedeutet das für diesen Abonnenten eine Gesamtsubvention von rd. 500 Euro! Ich schlage vor, dass zumindest die Abonnenten, die "reich" sind, dieses Geld an die Stadt zurücküberweisen mit der Bitte, um Investionen in Jugendeinrichtungen.

Die Argumentation, "das Geld ist gut angelegt, denn wir bringen damit 140.000 Menschen in die Innenstadt" ist nicht nur naiv, sondern auch ärgerlich! Sie setzt voraus, dass der Bürger nicht rechnen kann!

Die Abonnenten vom Umland kommen mit dem Autobus, gehen ins Theater und fahren anschließend sofort wieder zurück. Die, die nicht aus dem Umland kommen, sind eh bereits in der Stadt.

Wohin das Geld fließt, welches die Stadt ausgibt, wird klar mit der Aussage von Wolf Widder, der zwei Tage "Ikea" hinter sich hat. Wo bitte gibt es in PF ein Ikea-Kaufhaus?

Nein, ich bin nicht kulturlos. Ich bin aber dafür, dass sich auch das Theater der wirtschaftlichen Grundordnung stellt und mit weniger bis gar keiner Subvention auskommt. Muss eine Stadt grundsätzlich ihr Theater subventionieren, um eine Tradtion des Adels fortzuführen? Ansonsten wird doch den USA alles nachgemacht. Dort gibt es keine Subventionen für die Theater. Dort gibt es "reiche" Menschen, die das Theater als ihre kulturelle Aufgabe ansehen.

Es gibt bessere Möglichkeit der Geldallokation. Das sind Angebot für Jugendliche, Alleinerziehende etc. Aber damit kann man sich möglicherweise nicht profilieren?

Der aus'm Enzkreis
10.05.2008, 14:45
Zitat vom Lehninger:

Es gibt bessere Möglichkeit der Geldallokation.Das sind Angebot für Jugendliche, Alleinerziehende etc. Aber damit kann man sich möglicherweise nicht profilieren?


Da gehe ich mit dem Lehninger total konform, ob wohl ich auch nicht gegen Kultur bin! Nur, diesen kulturellen Beitrag in der Richtung, hätte man auch anders lösen können, das allerdings nicht so image-trächtig gewesen wäre und ist.

Ja ich war immer schon der Meinung, dass mit diesem Theater in Pforze der Schuldenberg, der zwischenzeitlich einen beträchtlichen Umfang angenommen hat, aufgebaut wurde und jährlich vergrößert wird.
Man erinnere sich nur einmal was alleine der Bau gekostet hat. Dann rechne man die jährlichen Subventionen von 6-8 Mio. €, manchmal auch mehr, hinzu - die zum Großteil durch Schulden finanziert wurden - und verzinse die dann nochmals. Wenn man dann das alles zusammen rechnet, ergibt dann den Schuldenberg der Stadt Pforzheim. Man soll mich bitte jetzt nicht "Kulturbanause" nennen, das schon passiert ist, wenn ich diese Rechnung aufgemacht habe.

Aber ist es denn in Ordnung, ein "Drei-Sparten-Theater" auf Pump zu installieren und zu betreiben, das dann vielleicht irgend wann einmal von der nächsten Generation bezahlt werden muss? Kultur auf Pump finde ich wiederum unanständig. Ist es denn in Ordnung, dass man Großverdienern und Promis, bei den Fehlbeträgen, noch freien Eintritt gewährt?

Wenn man in Pforze seinerzeit statt dessen, einen Haushaltsposten unter: "Kulturbusse", eingeführt hätte, die man täglich oder nach Bedarf in die Theater nach Stuttgart und Karlsruhe fahren läßt, wäre das im Vergleich dazu, sogar aus der Portokasse zu finanzieren möglich gewesen. Aber nein, Pforze als "Großstadt" muss so ein "Drei-Sparten-Theater" haben, das verlangt allein schon das Image. Aber was nützt das denn, wenn sich das die Stadt gar nicht leisten kann!! Dann wären wenigstens in diesen Theatern die Auslastungen besser und würden nicht so viel "Steuer-Spritzen" brauchen.

Wenn man das alles in schulische Bildung investiert hätte und würde, wäre Pforze vielleicht irgend wann einmal in der Lage, sich das dann auch leisten zu können.

Wenn diese Herrschaften, die das in Pforze so vehement und als selbstverständlich einfordern selbst bezahlen würden, hätte ich nichts dagegen, aber davon wollen diese nichts wissen. Die setzen sich lieber auf hoch subventionierte Plätz vom "kleinen Steuerzahler" und genießen dieses Privileg! Wie wäre es denn dann mit einer freiwilligen "Kultur-Steuer", einen einen realistischen Eintrittspreis oder einem dementsprechenden Sponsoring wie es in den USA geschieht? Nein auch davon wollen sie nix wissen, im Gegenteil, dann kommt der Spruch:" ein Land wie Deutschland, damit meinen sie natürlich Pforze, muss sich das leisten können". Nur wie, wenn nicht auf Pump, hat mir bis jetzt keiner sagen können?! Aber das interessiert die sowieso nicht, wie üblich in Deutschland, fordern, fordern und nochmals fordern, ist einfach und macht doch jeder!

MfG :mad: :confused: :o

Marcel
12.05.2008, 11:42
Den "realen" Preis einer Theateraufführung kann man leicht nachschauen indem man sich die Preise der ganzen Stella- Musicals mal genauer anschaut mit Kartenpreisen von 40-140€. Das öffentliche Theater allerdings sollte jedem zugänglich sein, auch Menschen mit kleinem Geldbeutel.
Ich finde die Subvention in der Höhe also völlig in Ordnung.

Der aus'm Enzkreis
12.05.2008, 11:57
Zitat von Marcel:

Ich finde die Subvention in der Höhe also völlig in Ordnung.

Es ist irrelevant ob Du die Subventionen in Ordnung findest. Du musst den fragen, der diese Subventionen eines Tages bezahlen muss. Und ob dieses Geld für eine Jugendeinrichtung und schulischen Zwecken nicht besser angebracht wäre.

Noch soviel:" Schulden sind immer Scheiße" zumal wenn man sie vermeiden kann.

MfG :confused: :o :rolleyes:

Marcel
12.05.2008, 12:35
Es ist irrelevant ob Du die Subventionen in Ordnung findest. Du musst den fragen, der diese Subventionen eines Tages bezahlen muss. Und ob dieses Geld für eine Jugendeinrichtung und schulischen Zwecken nicht besser angebracht wäre.

Noch soviel:" Schulden sind immer Scheiße" zumal wenn man sie vermeiden kann.
Aber sollte das Theater nicht auch ein Teil der Bildung sein?! Ich verstehe kulturelle Einrichtungen immer auch zum Teil als Bildungseinrichtungen. Und diese sollte man nicht nur den oberen Einkommensklassen verfügbar amchen, oder nicht?
Man sollte wohl eher versuchen die Jugend wieder mehr ins Theater zu bringen. Das würde vielen ganz gut tun nehm ich an ;)

Deinem letzten Satz kann ich auch nur zustimmen :D

Der aus'm Enzkreis
12.05.2008, 13:13
Frage von Marcel:

Aber sollte das Theater nicht auch ein Teil der Bildung sein?! Ich verstehe kulturelle Einrichtungen immer auch zum Teil als Bildungseinrichtungen. Und diese sollte man nicht nur den oberen Einkommensklassen verfügbar amchen, oder nicht?

Ich glaube Du willst mich nicht verstehen, ich habe nichts gegen Theater und sonstiger Musen der schönen Künste. Ich versuche Dir das mittels eines Vergleiches darzustellen. Ich kenne einige Leute, die fahren einen Polo oder ähnliches, die würden liebend gerne einen Daimler, BMW oder Porsche fahren. Dann schauen sie in ihr Nachtkästchen, dann auf ihr Konto und müssen letztendlich feststellen, sie können es sich nicht leisten. Was tun sie vernünftigerweise? Sie kaufen sich ein Auto das ihren finanziellen Möglichkeiten entspricht! Auto fahren sie trotzdem, nur nicht so ein Großes!
Warum wird die Großmannssucht von Politikern toleriert, ja gefordert, obwohl es total schizophren ist. Wenn es dann um den Haushalt als Ganzes geht, kriegen sie dafür wiederum einen auf den Sack!!!!!
Lies bitte noch mal meinen Beitrag vom 10. 5., den 5. Absatz, auch so ginge es, ohne Schulden zu machen. Nur, es ist halt unter der Würde eines "Pforze'mers", nach Karlsruhe oder Stuttgart zu fahren, obwohl sie das wegen jeden Scheiß tun, selbst wenn es nicht nötig wäre.

Ist doch unverständlich oder nicht. Lies mal die wöchentlichen Beiträge von der "Trixi" in der PZ, die fordert auch nur immer für Kinder, für Teenager, für's Theater. Aber schon in der Woche drauf scheltet sie diese Politiker, dass sie mit dem Geld nicht umgehen können und zu viele Schulden machen. Merkst Du was????

MfG :confused: :( ;)

PS.: Der Vergleich hinkt zwar etwas, (und ist auch nur sarkastisch gemeint) aber wie Du aus eigener Erfahrung weißt: selbst von den Palästinensern wohnen die wenigsten in Palästen, obwohl es nach ihrer Bezeichnung nach, eigentlich nahe liegen würde. Aber sie können es sich halt auch nicht leisten, wenn sie es auch gerne täten, sie halten sich zurück!!

Ostwestfale
12.05.2008, 17:09
Wenn das Theater nicht in der Lage ist, wirtschaftlich zu arbeiten, muss es eben Konkurs anmelden. So einfach ist das.
Wenn es den Intendanten mit guten und sehenswerten Stücken gelingt, genügend Publikum anzulocken, haben Sie auch ihre Daseinsberechtigung.

Ich bin auch der Meinung, dass es der einfache Bürger nicht unbedingt mitfinanzieren muss, wenn gewisse, sowieso schon besserverdienende Bürger eine Showplattform für ihre Selbstinszenierung benötigen.
Der Ottonormalverbraucher hat weder das Geld, noch die Zeit, um solche "Bildungsveranstaltungen" zu besuchen. Und wenn eine kulturbegeisterte Minderheit ein Theater haben möchte, dann soll diese Minderheit auch die Kosten tragen.

Marcel
12.05.2008, 17:20
Wenn das Theater nicht in der Lage ist, wirtschaftlich zu arbeiten, muss es eben Konkurs anmelden. So einfach ist das.
Wenn es den Intendanten mit guten und sehenswerten Stücken gelingt, genügend Publikum anzulocken, haben Sie auch ihre Daseinsberechtigung.

Ich bin auch der Meinung, dass es der einfache Bürger nicht unbedingt mitfinanzieren muss, wenn gewisse, sowieso schon besserverdienende Bürger eine Showplattform für ihre Selbstinszenierung benötigen.
Der Ottonormalverbraucher hat weder das Geld, noch die Zeit, um solche "Bildungsveranstaltungen" zu besuchen. Und wenn eine kulturbegeisterte Minderheit ein Theater haben möchte, dann soll diese Minderheit auch die Kosten tragen.
Der Ottonormalverbraucher hat aber anscheinend genug Zeit abends in eine Kneipe zu hocken oder ins Kino zu gehen. Warum dann auch nicht ins Theater? Und ohne Subventionen gäbe es überhaupt keine Theater mehr in Deutschland, und keine Museen, keinen Kölner Dom, kein Brandenburger Tor, ja noch nichteinmal Fußballstadien.

Also lass den Leute die ins Theater wollen und keine 80€ haben für eine Karte doch ihren Spaß. Ich finanzier auch Fußballstadien und den Hockenheimring mit meinen Steuergeldern mit. Und trotzdem gehe ich lieber ins Theater als dort hin.

btw: "Und wenn eine fußballbegeisterte Minderheit ein Stadion haben möchte, dann soll diese Minderheit auch die Kosten tragen." (frei nach Ostwestfale)

Nächstes Mal überlegen bevor man Stuss schreibt. Danke.
Die eigentlich Frage war ja ob es sich für PFORZHEIM lohnt ein Theater zu unterhalten und ich meine immernoch: ja. Wer sich die Auslastung ansieht muss zwangsläufig zu dem Ergebnis kommen, dass Pforzheim wohl ausreichend begeisterte Theatergänger hat. Die Subventionszahlungen anderer Städte sehen im übrigen genauso aus. Kultur kostet eben Geld, aber das sollte sie uns schon wert sein.

Ostwestfale
12.05.2008, 17:35
Marcel, dass musst du differenziert betrachten.
Fussball ist ein ausgesprochener Breitensport und auch hier ist es nicht hinnehmbar, wenn Bundesligavereine, die Millionengehälter zahlen, Steuergelder beanspruchen.
Aber wir gleiten ab.
Fragen wir uns doch, wer ins Theater geht.
Hartz IV Empfänger? Arbeiter? Bestimmt nicht.
Es ist die Besserverdienende Ober- und Mittelschicht, die sich dieses Vergnügen leistet. Auf Kosten der Unterschicht, die dafür in den Schulen der Verblödung ausgeliefert wird, weil kein Geld mehr da ist. Wenn genug Geld da wäre, könnte man ja darüber reden. Die Kassen sind aber LEER!
Also meine ich: "Streiche Theater, setze Schulbildung." Eine Frage der Prioritäten.

Marcel
12.05.2008, 18:23
Marcel, dass musst du differenziert betrachten.
Fussball ist ein ausgesprochener Breitensport und auch hier ist es nicht hinnehmbar, wenn Bundesligavereine, die Millionengehälter zahlen, Steuergelder beanspruchen.
Aber wir gleiten ab.
Fragen wir uns doch, wer ins Theater geht.
Hartz IV Empfänger? Arbeiter? Bestimmt nicht.
Es ist die Besserverdienende Ober- und Mittelschicht, die sich dieses Vergnügen leistet. Auf Kosten der Unterschicht, die dafür in den Schulen der Verblödung ausgeliefert wird, weil kein Geld mehr da ist. Wenn genug Geld da wäre, könnte man ja darüber reden. Die Kassen sind aber LEER!
Also meine ich: "Streiche Theater, setze Schulbildung." Eine Frage der Prioritäten.
Theaterstücke sind eine jahrtausendealte Tradition, Fußball nunmal nicht.
Wenn du mal ins Theater gehen würdest dann würdest du dich wundern wer da so alles sitzt. Neben den üblichen Schulklassen sitzen da auch Studenten, die noch weniger Geld haben als ein Hartz4-Bezieher ,und es sitzen sehr wohl auch Fließbandarbeiter dort und Verkäuferinnen, Kasierer aus dem Supermarkt etc. Die geben ihr Geld eben nicht aus für ein Kneipenbesäufnis, Kino oder ne Dauerkarte vom KSC sondern haben eben auch 2-3 Mal im Jahr Geld fürs Theater. "Les Miserables" läuft dort z.B. für ab 5,50€ oder "Nathan der Weiße" für ab 4,50€. Billiger als Kino ist das und um einiges interessanter. Und für die Kohle gibts nichtmal einen Kabelanschluss geschweige denn Premiere im Abo was sich wohl einige "Schlechtverdiener" durchaus leisten können. Für die Kohle kann man zu viert jeden Monat ins Theater.
Wieso meinen manche Menschen nur weil sie sich nicht fürs Theater interessieren dürfen es alle anderen auch nicht? Und dann meinen mit Bildungsblabla kommen zu müssen. Schafft doch die Subventionen für den Fußball ab! Das Geld in die Bildung ist besser als wnen mans dem Theater nimmt in das jedes Jahr tausende Pforzheimer Schüler gehen um sich...na was wohl...zu bilden!

Ostwestfale geh doch wenigstens ein einziges Mal ins Theater bevor du was dagegen sagst. Das Argument "Theater ist was für die Besserverdiener" stimmt einfach nicht. Theater ist dank der Subventionen eben recht preisgünstig.

Ostwestfale
12.05.2008, 18:39
Mein lieber Marcel,

Ich gebe mich geschlagen. Zähneknirschend muss ich deinen Argumenten zustimmen.:confused:

trotzdem! Mir tut das Geld für das Theater unglaublich leid!:mad:

Marcel
12.05.2008, 18:52
trotzdem! Mir tut das Geld für das Theater unglaublich leid!:mad:
Das ist ja generell ein Problem von Subventionen. Mir tut das Geld leid dass Jahr für Jahr in den deutschen Bergbau fließt oder die Milliarden, die die EU für die Agrarwirtschaft rauswirft. Das mag alles schön und gut sein nur mir persönlich bringts nix, ich sehe den Sinn dahinter nicht, aber deshalb muss es nicht generell schlecht sein. Vielleicht freut sich irgendwo ja einer drüber. Ich denke nur man sollte Theater jedem zugänglich machen (und den Fußball auch, denn daran freu ich mich ja auch *g*)

Und man darf sich mir nie geschlagen geben. Immerhin wurden die Argumente auch von einem geschrieben der gerne mal ins Theater geht (obwohl ich als Student auch nicht gerade auf Rosen gebettet lebe). :)

Ostwestfale
12.05.2008, 19:05
wenn die Argumente des Anderen überzeugen, soll man es ruhig zugeben.
Sonst wäre jede Diskussion sinnlos.

In diesem Sinne

Grüße vom Ostwestfalen

Der aus'm Enzkreis
13.05.2008, 21:17
Zitat von Marcel:

1) -Theaterstücke sind eine jahrtausendealte Tradition, Fußball nunmal nicht.
2) -Wieso meinen manche Menschen nur weil sie sich nicht fürs Theater interessieren dürfen es alle anderen auch nicht? Und dann meinen mit Bildungsblabla kommen zu müssen. Schafft doch die Subventionen für den Fußball ab!

zu 1) Das kann nicht stimmen, ich habe unlängst eine Sendung aus der Steinzeit gesehen, schon da ist der Fred Feuerstein mit seinem Freund, Bernie Geröllheimer auch immer alle 14 Tage mit ihrem Stein-Auto zu den Heimspielen ihres Fußball-Vereins gefahren.

zu 2) Falls Du damit mich gemeint haben solltest, Du weißt, dass ich nicht der Meinung bin, andere sollten nicht ins Theater gehen.
Wo ich hingegen Deiner Meinung bin, ist, dass die teuren Polizeieinsätze bei Fußballspielen in den Bundesligen nicht von der Allgemeinheit getragen werden sollten und müssten. Wo jeweils einige Spieler auf dem Rasen - zwar nicht einmal das Alphabet richtig können - aber beim Verdienst die meisten Dax-Vorstände überholen. Ich sehe das auch nicht ein.

Von mir aus kannst Du und alle anderen ruhig ins Theater gehen, im Gegenteil, je mehr gehen, desto weniger Zuschüsse werden sie vielleicht brauchen. Allerdings nur ein ganz ganz klein wenig weniger! Aber, was sagst Du eines Tages Deinen Kindern, wenn sie fragen, warum sie, anno domini, dann Deine (subventionierten) Theaterkarten bezahlen müssen, weil solche Leute wie Du u. a. m. nicht in die nächste wirkliche Großstadt fahren wollten oder zu stolz dazu waren. Hast Du dann kein schlechtes Gewissen?

MfG :) :( :mad:

Marcel
13.05.2008, 22:08
Von mir aus kannst Du und alle anderen ruhig ins Theater gehen, im Gegenteil, je mehr gehen, desto weniger Zuschüsse werden sie vielleicht brauchen. Allerdings nur ein ganz ganz klein wenig weniger! Aber, was sagst Du eines Tages Deinen Kindern, wenn sie fragen, warum sie, anno domini, dann Deine (subventionierten) Theaterkarten bezahlen müssen, weil solche Leute wie Du u. a. m. nicht in die nächste wirkliche Großstadt fahren wollten oder zu stolz dazu waren. Hast Du dann kein schlechtes Gewissen?
Also zuerstmal war ich auch schon in Stuttgart im Theater. Nur musst du bedenken, dass auch die Theater in KA und S ähnlich hohe Auslastungen haben wie das Theater in Pforzheim. Die Kapazität wäre der Nachfrage wohl gar nicht gewachsen. Ob das in anderen Städten sich anders verhält mag sein. Nur bei der Auslastung, die das Theater in unserer Stadt hat, hat es seine Existenzberechtigung doch eigentlich erfüllt.
Würden da Zahlen von 50% oder weniger stehen dann sähe ich es auch nicht das Theater mitzufinanzieren.

Außerdem bedenke, dass bei der Fahrt in die nächste Stadt wieder CO2 entsteht und dann wirds wohl zu warm fürs Kinder kriegen :rolleyes:

Der aus'm Enzkreis
13.05.2008, 22:48
Zitat von Marcel:

Außerdem bedenke, dass bei der Fahrt in die nächste Stadt wieder CO2 entsteht und dann wirds wohl zu warm fürs Kinder kriegen

Wenn andere mit den Autos zu Fußballspielen fahren, genehmige ich Dir die paar anteiligen CO2-Gramm beim Bus-Fahren allemal, und ich bin überzeugt, auch all die anderen, die meiner Meinung sind.

Für's Kinderkriegen ist es nie zu warm, siehe Afrika u. a. warme Regionen. Im Gegenteil, da brauchst Du im Vorfeld nicht so viel auszuziehen, weil Du sowieso weniger an hast. (Jaja, der weiß immer was dagegen, nicht?)

Übrigens, die Auslastung im Pforz'emer Theater war schon unter 50%, als sie den tollen Intendanten hatten, der sich einen Dreck geschert hat, ob den Zuschauern sein Mists gefällt oder nicht. Als sogar die Abonnenten ihre Abos reihenweise zurück gaben. Das nennt man dann ignoranter weise, künstlerische Freiheit, auf Kosten der Steuerzahler, oder etwa Geldverschwendung a' la Carte!?

MfG :rolleyes: ;) :(

Marcel
13.05.2008, 23:12
Zitat von Marcel:

Außerdem bedenke, dass bei der Fahrt in die nächste Stadt wieder CO2 entsteht und dann wirds wohl zu warm fürs Kinder kriegen

Wenn andere mit den Autos zu Fußballspielen fahren, genehmige ich Dir die paar anteiligen CO2-Gramm beim Bus-Fahren allemal, und ich bin überzeugt, auch all die anderen, die meiner Meinung sind.

Für's Kinderkriegen ist es nie zu warm, siehe Afrika u. a. warme Regionen. Im Gegenteil, da brauchst Du im Vorfeld nicht so viel auszuziehen, weil Du sowieso weniger an hast. (Jaja, der weiß immer was dagegen, nicht?)

Übrigens, die Auslastung im Pforz'emer Theater war schon unter 50%, als sie den tollen Intendanten hatten, der sich einen Dreck geschert hat, ob den Zuschauern sein Mists gefällt oder nicht. Als sogar die Abonnenten ihre Abos reihenweise zurück gaben. Das nennt man dann ignoranter weise, künstlerische Freiheit, auf Kosten der Steuerzahler, oder etwa Geldverschwendung a' la Carte!?

Jo das nennt man wohl Geldverschwendung ;)
Der neue Intendant scheint aber um einiges besser zu sein. Ich war zwar das letzte Mal vor 3 Monaten im Theater und gefallen hats mir :)

Mit dem Kinderkriegen magst du recht haben. Lautet etwas die Formel: Je wärmer desto schwangerer? Wenn dem so sei dann müsste man bei dem Kindermangel in Deutschland doch eigentlich den Kauf von Porsche Cayennes subventionieren damits ordentlich warm wird. Also: Runter mit den Solarzellen und lieber noch nen Schornstein aufs Dach! :D

Der aus'm Enzkreis
13.05.2008, 23:53
Zitat von Marcel:

Lautet etwas die Formel: Je wärmer desto schwangerer? Wenn dem so sei dann müsste man bei dem Kindermangel in Deutschland doch eigentlich den Kauf von Porsche Cayennes subventionieren damits ordentlich warm wird. Also: Runter mit den Solarzellen und lieber noch nen Schornstein aufs Dach!

Wenn man nach Afrika schaut, könnte man es fast glauben!
Von Subventionen halte ich generell sehr wenig, um nicht zu sagen nix!

Bei manchen Leuten kann es noch so warm werden, die bereiten sogar bei 35-40 Grad Hitze im Sommer noch ihr Warmwasser mittels Ölbrenner, wie mir ein Bekannter schilderte, auf. Die wissen noch nicht einmal was eine Solarzelle oder eine Wärmepumpe ist, die glauben wahrscheinlich immer noch, das ist was zum Essen. Da würde ich ja diese Leute dann mit "Chayenne-Subventionen" auch noch quälen? Nur wenn es ohne ginge, wäre ich vielleicht bereit dazu, weil sie es aufgrund ihrer Dummheit und Ignoranz eigentlich verdient hätten.
Da siehst Du einmal wieder, wie viele "Doofsäcke" sowohl männlicher als auch weiblicher Art es bei uns gibt! Aber jetzt bin ich ordentlich vom eigentlichen Thema abgekommen!

MfG :p :rolleyes: :o

Marcel
14.05.2008, 14:12
Aber jetzt bin ich ordentlich vom eigentlichen Thema abgekommen!
Japp das bist du ;)

Gegen Subventionen ist in vielen Fällen eigentlich nichts einzuwenden. Sonst wären wohl schon viele kulturelle Objekte, wie Bauwerke oder Kunst im allgemeinen, verrotet. Und im Sportbereich sähe es wohl auch sehr dünn aus wenn der Bund nix zuschießen würde, mal abgesehen vom Fußball. Und wir freuen uns ja trotzdem dran. Auch Turnhallen für Vereine und Bolzplätze haben bestimmt eine Berechtigung für Subventionen.
Aber vieles nicht, da hast du Recht. Die Subventionen für die Agrarwirtschaft sind nicht nur viel zu hoch sondern erzeugen in armen Ländern außerhalb der EU auch noch große Not der Bauern dort. Ich bin da sehr für eine freie Wirtschaft in der europäische Bauern doch auch mit anderen konkurrieren sollen so wie es in jedem anderen Wirtschaftszweig ja auch läuft.

Der aus'm Enzkreis
14.05.2008, 17:56
Zitat von Marcel:

Die Subventionen für die Agrarwirtschaft sind nicht nur viel zu hoch sondern erzeugen in armen Ländern außerhalb der EU auch noch große Not der Bauern dort. Ich bin da sehr für eine freie Wirtschaft in der europäische Bauern doch auch mit anderen konkurrieren sollen so wie es in jedem anderen Wirtschaftszweig ja auch läuft.

Wo Du Recht hast hast Du Recht, ganz deiner Meinung. Was da nur mit den Vieh- bzw. Fleischlieferungen nach Afrika abgeht ist wirklich pervers. Wir subventionieren das und machen damit die kleinen Bauern mit ein paar Kühen oder Ziegen kaputt. Andererseits werden Bauern bei uns Brachland-Prämien aufgedrängt, damit er nichts anbaut und die Nahrungsmittelpreise steigen und steigen, weil aus immer mehr Agrarprodukten eher Sprit als Nahrung erzeugt wird weil es für den Bauer lukrativer ist.
Und man glaubt es nicht, "das ist alles einmal vor Jahren auf dem Mist der Grünen gewachsen, den Gutmenschen in Reinkultur"!

Sollte man sich nicht dafür bedanken, indem man sie nicht mehr wählt, wie ich es mache?!!!

MfG :mad: :confused: :o

Marcel
14.05.2008, 19:29
Sollte man sich nicht dafür bedanken, indem man sie nicht mehr wählt, wie ich es mache?!!!
Da ich die noch nie gewählt habe kann ich dir diese Entscheidung leider nicht leichter machen :)

Der aus'm Enzkreis
14.05.2008, 19:38
Zitat von Marcel:

Da ich die noch nie gewählt habe kann ich dir diese Entscheidung leider nicht leichter machen

Dann brauchst Du Dir diesbezüglich auch keine Vorwürfe machen! Auch ich habe die noch nie gewählt, weil die mir immer schon suspekt waren. Ich wollte damit nur versuchen einigen Irrläufern auf den rechten Pfad zu helfen, indem ich ihnen in der Finsternis etwas Licht spende!

MfG :D ;) :)

Marcel
14.05.2008, 20:43
Ich wollte damit nur versuchen einigen Irrläufern auf den rechten Pfad zu helfen, indem ich ihnen in der Finsternis etwas Licht spende!
Na jetzt wirds ja fast religiös hier :D
Ob andere das besser machen ist allerdings fraglich...

Der aus'm Enzkreis
15.05.2008, 00:00
zur Frage von Marcel:

Ob andere das besser machen ist allerdings fraglich...

Hast Du schon einmal was von einer freien Marktwirtschaft gehört? Wenn Du Dich in etwa nach der richtest, gibt es solche Fehlentwicklungen nicht. Für das was ich als Bauer nichts bekomme, bau ich nicht an. Wenn Häuser nicht gekauft werden, bau ich keine. Oder würdest Du Schweinebraten im Orient verkaufen, als Islam-Kenner? Siehst'e, das meine ich!

Die Grünen waren am Anfang verkappte Kommunisten, die das grüne Mäntelchen damals nur als Alibi überzogen, um zu überleben, das sie ja nun, wie es aussieht, leider Dank einiger "Heimatlosen" geschafft haben.
Es gibt leider halt immer noch versprengte "Intellektuelle", die irrsinniger weise glauben, "grün wählen ist in, obwohl es eigentlich schon mehr wie out ist".
Soviel zu Deiner Frage, leider etwas langatmig, aber dafür verständlicher!

MfG :( :confused: :cool:

Marcel
16.05.2008, 10:18
@ Der aus'm Enzkreis(woher auch immer genau *g*): Ja, grün wählen ist wirklich out. Und für freie Marktwirtschaft im Agrarsektor find ich auch der richtige Weg: Was nicht gekauft wird, wird auch nicht produziert. So können sich die Bauern Nischen schaffen und evtl. mehr Gewinn machen als zur Zeit. Und die dummen werden eben nicht überleben (oder die dicksten kartoffeln ernten), so wie das in der Marktwirtschaft nunmal ist.

Wie kommt man eigentlich von Theater auf Bauern? :D

Der aus'm Enzkreis
16.05.2008, 11:23
Frage von Marcel:

Wie kommt man eigentlich von Theater auf Bauern? :D

Das frage ich mich auch, aber da sieht man wieder einmal, wie das leben so spielt!


MfG :D :D