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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Von wegen "Vollbeschäftigung" !?



Interessierter
01.05.2008, 09:04
Der Tag der Arbeit - 1. Mai - ist eine gute Gelegenheit sich einmal mehr mit der "Vollbeschäftigung" zu befassen - die jetzt wieder, nach Veröffentlichung der neusten Arbeitsmarktdaten, von zahlreichen Politikern vollmundig verkündet wird.

Wie auf dieser Info (http://www.welt.de/wirtschaft/article1953817/Warum_Vollbeschaeftigung_nur_ein_Traum_bleibt.html ) nachzulesen - bleibt "Vollbeschäftigung" wohl ein Traum.

Sinkende Arbeitslosenzahlen - sind auch wohl nur ein Strohfeuer. Wenn die "Schwellenländer", wie China (ist ja schon kaum eines), Indien, Brasilien, u.a. so richtig zum Zuge kommen, werden die Arbeitslosenzahlen bei uns sehr schnell wieder steigen.

Außerdem - trägt die fortschreitende "Globalisierung" und "Mechanisierung/Elektronisierung" weiter dazu bei, dass immer mehr (Massen-)Arbeitsplätze abgebaut werden, die von neu hinzukommenden (durch neue Technologien, u.a.) bei weitem nicht ersetzt werden können.

Grüße - zum Tag der Arbeit.

Der aus'm Enzkreis
01.05.2008, 13:18
Zitat vom Interessierten:

bleibt "Vollbeschäftigung" wohl ein Traum.

In manchen Regionen Deutschlands herrscht tatsächlich die erwünschte "Vollbeschäftigung", das betrifft aber leider nur ganz wenige Regionen in Bayern und BW und die wird auch nie mehr zu erreichen sein. Trotz der Trickse, die die Agentur für Arbeit teilweise auf dem Rücken der "AL" anwendet. Wenn es dann rauskommt, weiß natürlich niemand etwas davon oder es sind "Einzelfälle" (aber bestimmt mindestens x 70%!!!)

Unter den Bedingungen, wie wir sie für viele Arbeitssuchenden, seit der Verabschiedung der Agenda 2010 haben und von vielen Unternehmern weidlich zu ihren Vorteilen ausgenutzt werden, ist es für den Arbeitnehmern schlichtweg einen Zumutung.
Ich kenne Betriebe, die haben, obwohl die Lebenshaltungskosten erheblich gestiegen sind, ihre Löhne seither um 30-50% abgesenkt. Für so einen "Sklavenlohn" zu arbeiten ist eine Zumutung. Vollbeschäftigung ja, aber nicht unter solchen Bedingungen und ohne Subventionen für diese "Ausbeuter". Ich meine dabei nicht die Handlanger-Arbeiten, sondern reguläre Jobs, wo Du im Monat bis zu 300 Std., - ohne jeglichen Zuschlägen - arbeiten musst, um auf einen so halbwegs auskömmlichen Lohn zu kommen, den andere mit einer 35 Std./Woche verdienen. Da brauchst du auch nicht mehr auf's Amt wegen eines Zuschusses zu gehen, du verdienst ja gut, allerdings mit einer steten Doppelschicht. Von den späteren Renten für diese Entlohnung will ich erst gar nicht reden!

Aber selbst wenn dies zu annehmbaren Bedingungen erreichbar wäre, ist das nur Wunschdenken. Denn wir haben inzwischen so viele Leute in der BRD, die sich ganz gut mit Hartz 4 und etwas Schwarzarbeit oder anderen Nebeneinkünften das Leben eingerichtet haben. Warum sollen die wieder früh aufstehen und einer Arbeit nachgehen, das sind doch die gar nicht mehr gewöhnt und gewillt.

MfG :mad: :( :rolleyes:

BadnerBube
02.05.2008, 00:43
Vollbeschäftigung werden wir nie haben weil es genug Menschen im Land gibt die gar nicht arbeiten wollen, selbst wenn man ihnen die Möglichkeit dazu bietet.
Nach meiner Meinung sind wir immer noch weit davon entfernt dass die Menschen die wirklich arbeiten wollen einen Beruf finden können:
Und die EU subventioniert mit deutschen Steuergeldern eher die Vollbeschäftigung in Ost Europa, siehe Nokia.

Interessierter
03.05.2008, 06:17
BadnerBube:
Vollbeschäftigung werden wir nie haben weil es genug Menschen im Land gibt die gar nicht arbeiten wollen, selbst wenn man ihnen die Möglichkeit dazu bietet.Es gibt sicherlich auch einige "Faulenzer", aber die überwiegende Mehrheit arbeitsloser Menschen würde/will sicherlich arbeiten - wenn sie denn Arbeit bekäme.


Nach meiner Meinung sind wir immer noch weit davon entfernt dass die Menschen die wirklich arbeiten wollen einen Beruf finden können:Wie schon gesagt - durch fortschreitende Rationalisierung, Automatisierung und "Elektronisierung", werden immer mehr (Massen-)Arbeitsplätze eingespart, die durch (evtl.) neu entstehende Arbeitsplätze "neuer Technologien" bei weitem nicht ersetzt werden können.


Und die EU subventioniert mit deutschen Steuergeldern eher die Vollbeschäftigung in Ost Europa, siehe Nokia.Nicht nur das - vor allem auch die "Globalisierung" wird mehr und mehr Arbeitsplätze in Deutschland kosten.

Übrigens - ist die (Arbeitslosen-)Statistik stark geschönt, sie enthält u.a. alle Mini-Jobs (war früher nicht der Fall); von einem Mini-Job kann jedoch niemand leben, es sei denn er "macht gleich 3".