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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bad Wildbad: Mehr Verbrechen, aber bald weniger Polizisten



Webmaster
03.05.2008, 08:57
BAD WILDBAD/KREIS CALW. Im Kreisvergleich gibt es in Bad Wildbad viel Kriminalität, die Kommune steht hinter Nagold an der Spitze. Nun wird auch noch darüber diskutiert, Polizeistellen zu streichen – und nicht nur in der Kurstadt.

Im Bad Wildbader Polizeiposten könnte möglicherweise schon bald ein Beamter weniger arbeiten. Und: „Calw wird fünf Stellen abgeben müssen.“ Das hat der Bad Wildbader Postenführer und Polizeihauptkommissar Martin Schaible im Rahmen der Präsentation der Kriminalstatistik 2007 für die Kurstadt vor dem Bad Wildbader Gemeinderat gesagt.

Laut Winfried König, Pressesprecher der Polizeidirektion Calw, ist das allerdings noch nicht endgültig entschieden. „Zurzeit werden Gespräche an vielen Fronten geführt“, so König. Und einen Entscheidungstermin gebe es noch nicht. Aber fest steht für ihn auch: „Wenn es so weit kommen sollte, dann wird es sehr schwer.“

Schließung vom TischKonrad Weber, Pressesprecher des Regierungspräsidiums in Karlsruhe, wird da schon etwas konkreter: „Drei Stellen im Kreis Calw sind bereits in diesem Jahr abgebaut worden, fünf weitere stehen noch 2009 und 2010 an.“ Wo genau, könne er allerdings nicht sagen. „Dafür ist die Polizeidirektion selbst zuständig“, so Weber.

Und dort gibt es laut König einen „demokratischen Entscheidungsprozess“, wo abgebaut wird. Auch darüber, ob der Bad Wildbader Posten künftig mit einem Beamten weniger auskommen muss.

Derzeit arbeiten 17 Polizisten in der Kurstadt – 13 im Schichtdienst, vier im Tagdienst, das heißt in der Ermittlungstätigkeit. Sollte tatsächlich eine Stelle gestrichen werden, wird es laut Polizeipostenführer Schaible vermutlich im Tagdienst einen Beamten weniger geben.

Die Bad Wildbader Polizei ist grundsätzlich für die Kurstadt, ihre Stadtteile, Enzklösterle und Höfen zuständig. Doch nachts kommen auch noch Dobel und Bad Herrenalb hinzu – ein großes Gebiet, das es zu versorgen gilt. Zumal der Kurstadt-Posten nachts laut Pressesprecher König nur mit zwei Beamten besetzt ist. Folge: Wenn beide Polizisten ausrücken, dann ist der Posten vorübergehend geschlossen.

Weniger Kräfte benötigtDen Grund für die geplanten Stellenstreichungen sieht König in der 41-Stunden-Woche für baden-württembergische Polizeibeamte. Die Konsequenz daraus: Der einzelne Polizist arbeite mehr, weshalb insgesamt weniger Kräfte benötigt werden. „Es sollen landesweit rund 800 Stellen abgebaut werden“, so König. Laut Regierungspräsidium ergibt das pro Beamten eine Kostenersparnis von etwa 41 000 Euro.

Kriminalität in Bad WildbadBei einer vergleichsweise geringen Kriminalität im Jahr 2007 im Kreis Calw lag Bad Wildbad knapp hinter Nagold an der Kreisspitze. Laut dem Bad Wildbader Polizeipostenführer und Polizeihauptkommissar Martin Schaible habe es etwa 58 Straftaten pro 1000 Einwohner gegeben. Das entspreche im Vergleich zu 2006 einer Steigerung um 1,5 Prozent. Immerhin sei die Aufklärungsquote mit 284 von 528 verübten und registrierten Taten ganz gut gewesen.

Im Jahr 2007 hat es sechs Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gegeben – drei mehr, als im Jahr 2006. Alle sechs Fälle konnten aufgeklärt werden. Des weiteren gab es 94 Diebstähle (45 Fälle wurden aufgeklärt), 95 schwere Diebstähle

(neun Fälle wurden aufgeklärt) und fünf Raubüberfälle – inklusive einem versuchten Mord. Alle fünf Fälle wurden aufgeklärt. Zudem gab es 48 Körperverletzungen, 63 Betrugsfälle, 29 Urheberrechtsverletzungen, 15 Drogendelikte, 101 Sachbeschädigungen und 14 Beleidigungen. Die Bad Wildbader Polizei hatte zudem im vergangenen Jahr 98 Verkehrsunfälle zu bearbeiten. kun

Detlef von Seggern
03.05.2008, 08:57
So nun auch in "Wildbad", wie in "Calw"!?
Aus Kostengründen soll die eine wie andere Polizeidienststelle eingespart werden, und dies auf Kosten der "Sicherheit" der Bürger Bad-Wildbads und deren Kurgäste, sowie der Bürger Calws!

Dies ist wie überall in den Gemeinden wie Städten, nicht nur von Baden-Württemberg der Fall!
Laut Polizei-Pressesprecher König, sei die 41 Stunden Woche, für diese evtl. anstehende Kürzung in Wildbad wie auch Calw, verantwortlich?
Und, laut Regierungspräsidium, soll dies eine Einsparung, von 41000 Euro pro Jahr ergeben! Für diese "Schreibtischstrategen" des Präsidiums, eine vielleicht "gute" Alternative, aber für die "restlichen" Kollegen im Polizeidienst, eine zusätzliche Belastung, in jeder Hinsicht!?
Und, im Falle von Krankheit und gleichzeitg Urlaub, der Kollegen, müssen Polizisten von anderen naheliegenden Revieren abgezogen werden, welche dann ihrerseits, eine Lücke hinterlasen!!??
Die "Kriminalität", nimmt weder auf die eine noch andere Gegebenheit Rücksicht, sondern nutzt immer und immer wieder, die Gunst der Stunde, egal wo!!

Hubert vom Bade
03.05.2008, 23:21
Wow, was für eine Kriminalitätsrate! Wenn man von ca. 11000 Einwohnern in der Gesamtstadt Bad Wildbad ausgeht, bedeutet das, dass die Polizisten pro Tag weniger als 2 Fälle hatten, bei 17 Polizisten bedeutet das natürlich Stress pur, da kann Chicago und Bogata einpacken! Ein Polizist hatte also deutlich unter einen Fall pro Tag. Wenn das solche Fälle waren wie z.B. dieser selbst erlebte: eine Oma schüttelt am Fenster die Bettwäsche aus, wird von dem zufällig vorbeigehenden Polizisten zusammengestaucht, denn so was gehört sich nicht, es könnten ja ein paar Federn und Staub auf Passanten fallen ... Kurz und gut: die Hälfte der Polizisten würde auch locker reichen!