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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Geschichte des Wildparks



Webmaster
07.05.2008, 04:22
Ein kleines, hölzernes Häuschen steht im Wildpark. "Natubildungsstätte" prangt in großen, braunen Lettern über dem Eingang. Doch kaum jemand nennt es so. Für die meisten ist die Bezeichnung darunter viel bedeutsamer: Ewald-Steinle-Haus.

Vor vierzig Jahren, am 08. Juni 1967, stand eben dieser Ewald Steinle bei einer Versammlung im Reuchlinhaus Pforzheim und versuchte, die Anwesenden von seiner Idee zu überzeugen. Stadtrat war er damals, und er hatte jede Menge wichtige Leute um sich: Den Oberbürgermeister Dr. Weigelt, die Bürgermeister Dr. Klein und Thiele, Stadträte, Vereinsvertreter, Vertreter von Forst und Jägern. Auch einige am Projekt Interessierte hatten sich eingefunden. Es war die Gründungsversammlung des Wildparks Pforzheim.

Und das Publikum war schnell überzeugt. Ein „kleiner Tierpark mit Tieren aus heimischen Wäldern und winterharten Vertretern aus dem Ausland“ sollte in Angriff genommen werden, wie der Karlsruher Zoodirektor Dr. Birkmann referierte. Aufgrund von guter Verkehrslage und Erweiterungsmöglichkeiten wurde das Gelände zwischen Tiefenbronner Straße und Schoferweg für das Projekt auserkoren. „Die Einstimmigkeit aller Gesprächspartner ließ mit gutem Gewissen die Gründung eines Fördervereins vorläufig zurückstellen, weil man das Projekt in guten Händen wusste“, schrieb die „Pforzheimer Zeitung“ zwei Tage später.

Nun ging es an die Umsetzung. In den ersten Monaten wurden Spenden und Helfer geworben, am 16. März des Folgejahres begingen THW und viele andere Vereinsgruppen den ersten Spatenstich. Zehn Tage später, am 26. März 1968, genehmigte der Gemeinderat offiziell und einstimmig das Projekt. Dem Wildpark stand nichts mehr im Wege.

Vier Monate lang liefen die Arbeiten auf Hochtouren. Es wurde gerodet und planiert, Baumstümpfe wurden gesprengt, Pfosten gesetzt. Viele Befürworter des Projekts unterstützten den Wildpark. Sowohl Sachspenden in Form von Baumaschinen oder Materialien, als auch viele Geldspenden gingen ein. So konnten schon bald die ersten Überlegungen darüber begonnen werden, welche Tiere den Park künftig bevölkern sollten. Umliegende Zoos sagten ihre Unterstützung zu, einige Tiere wurden aus Privatbeständen geschenkt. Im Kofferraum von Wildparkvater Steinles Auto machte es sich Rothirsch „Pascha“ auf seiner Reise von Mannheim nach Pforzheim gemütlich.

Endlich war es soweit: Die Einweihung des Wildparks stand an. Von Größe und Resonanz her glich sie einem wahren Volksfest. Der Park umfasste mittlerweile 3,5 Hektar Fläche und etwa 40 Tiere. Über 24.000 DM Spenden waren eingegangen, weitere 30.000 DM in Form von Sachspenden schon in das Projekt geflossen.



Nicht einmal ein halbes Jahr dauerte es, bis der Gemeinderat bereits über den zweiten Bauabschnitt beriet. Das Gelände sollte auf mehr als doppelte erweitert werden, große Gehege für Rotwild und Wisente, Sika-Hirsch, Rentier und Ponys wurden geplant. Rund 56.000 DM, freiwillige Arbeitsstunden und zusätzliche Spendeneinnahmen des Förderkreises wurden benötigt. Das Wisent wurde zum Wappentier des Wildparks auserkoren.

Am 5. Juli 1969 feierte der Wildpark seinen ersten Geburtstag. Inzwischen konnte der Park mit über 100 Tieren auf acht Hektar Fläche aufwarten. Schon wurden die nächsten Erweiterungen geplant: Pavillons, ein Kiosk, sanitäre Anlagen.

Von 1969 bis 1981 wurde der Wildpark auf seine endgültige Größe erweitert: Mit 16 Hektar Fläche war er nun über fünfmal so groß wie bei Beschluss des Projekts, über 350 Tiere bevölkerten den Park. Die Geburtstage des Wildparks werden seitdem als „Wildparkfeste“ gefeiert und werden von Jahr zu Jahr beliebter.

Seit 2003 unterliegt die Führung des Wildparks Förster Carsten Schwarz. Ewald Steinle, der „Vater des Wildparks“, wie er oft genannt wird, verstarb im Februar 2006. Sein Engagement für den Wildpark bleibt unvergessen, sein Name wird für immer mit dem Wildpark in Verbindung stehen. Sowohl in Gedanken, als auch für alle sichtbar. In Form von in Holz eingravierten Lettern. Über dem Haus, das seinen Namen trägt. Dem Ewald-Steinle-Haus.

harry
07.05.2008, 04:22
fuer mich ist der wildpark das bestewas pforzheim zu bietenhat.

BadnerBube
07.05.2008, 12:43
Der Wildpark selbst ist schön als Ausflugsziel.
Weniger schön ist dass man auf allen Waldparkplätzen bezahlen muß. Und das nicht nur wenn man den Wildpark besucht sondern auch bei Waldspaziergängen.

Übrigens gibt es in Büchenbronn, neben dem Herrmansee, auch einen kleinen Tierpark. Und parken kostet dort nichts.

Was ich schon immer mal wissen wollte :
Was passiert eigentlich mit dem Nachwuchs an Rehen, Hirschen und Wildschweinen ? Werden die verkauft und mit dem Erlös der Wildpark finanziert ?
Oder verschwinden die, schön gebraten oder gegrillt, bei irgendwelchen Sitzungen in den Mägen der Stadträte und Bürgermeister ?

wertwert
31.07.2010, 15:16
Der Wildpark selbst ist schön als Ausflugsziel.
Weniger schön ist dass man auf allen Waldparkplätzen bezahlen muß. Und das nicht nur wenn man den Wildpark besucht sondern auch bei Waldspaziergängen.

Übrigens gibt es in Büchenbronn, neben dem Herrmansee, auch einen kleinen Tierpark. Und parken kostet dort nichts.

Was ich schon immer mal wissen wollte :
Was passiert eigentlich mit dem Nachwuchs an Rehen, Hirschen und Wildschweinen ? Werden die verkauft und mit dem Erlös der Wildpark finanziert ?
Oder verschwinden die, schön gebraten oder gegrillt, bei irgendwelchen Sitzungen in den Mägen der Stadträte und Bürgermeister ?
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Die 4 Euro sollten Sie doch übrig haben! :)
Es kostet ja keinen Eintritt .
Und wie oft parken Sie da oben ohne durch den Park zu gehen ?:confused:
Und das mit den Braten finde ich geschmacklos !:(

leacindy
02.08.2010, 07:22
fuer mich ist der wildpark das bestewas pforzheim zu bietenhat.

Das denke ich auch.
Wir waren gestern das 1. Mal dort und ich bin wirklich begeistert.
Die 4 € fürs Parken zahlt man da doch gern, das ist für das was der Park zu bieten hat, doch äußerst günstig.