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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schließung von Autobahnanschluss Pforzheim-Ost: Lastwagen verstopfen enge Ortsstraßen



Webmaster
07.05.2008, 20:27
ENZKREIS. Lasterfahrer müssen sich durch enge Straßen in Niefern quälen, wenn ab Mitte Juli eine A 8-Fahrbahn im Enztal repariert wird. Denn der Anschluss Pforzheim-Ost ist dann zu. Und in Niefern wird zeitgleich ein Kreisel gebaut.

Umleitungen bei Baustellen sind nicht einfach zu planen. Und wenn gleich zwei Straßenvorhaben miteinander verknüpft sind, wird es richtig kompliziert. Der Bau des Kreisels in der Nieferner Hauptstraße, den das Landratsamt Enzkreis am vergangenen Montag federführend für das Land, den Kreis und die Gemeinde gestartet hat, kommt Mitte Juli mit dem Autobahnverkehr ins Gehege.

Heiße StraßenkreuzungSeit Montag herrscht Einbahnverkehr im Nieferner Ortskern. Autofahrer Richtung Öschelbronn fahren weiter auf der Hauptstraße durch den Ort. In der Gegenrichtung aber rollt der Verkehr bis Jahresende über die enge Friedenstraße und den Knick zur Kelterstraße wieder zur Landesstraße in der Nieferner Ortsmitte. Ab Juli wird’s aber heiß hergehen am Straßenkreuz beim Nieferner Rathaus: Das Regierungspräsidium Karlsruhe saniert ebenfalls bis Jahresende die Fahrbahn Richtung Stuttgart der Enztalautobahn – dazu wird die Behörde den Anschluss Pforzheim-Ost bis Ende 2008 komplett dichtmachen.

Umleitungs-StreckenWährend der Autobahn-Sanierung im Enztal ist die A-8-Anschlussstelle Pforzheim-Ost von Mitte Juli bis Jahresende zu. Die Behörden richten folgende Umleitungs-Strecken für den Verkehr Richtung Niefern, Mühlacker und Vaihingen/Enz ein.

Aus Richtung Stuttgart: vom Anschluss Pforzheim-Süd über die Wurmberger Ortsdurchfahrt bei der Kirche nach Öschelbronn und Niefern; die Gemeinde Wurmberg fordert aber, zumindest den Schwerlast-Verkehr über Wiernsheim und Pinache nach Öschelbronn umzuleiten. Sonst müsste sich die Kolonne um die enge Kurven bei der Kirche winden.

Aus Richtung Karlsruhe: von der Anschlussstelle Pforzheim-Nord über die B 294 Richtung Bauschlott und die Kreisstraßen nach Dürrn und Ötisheim sowie die Landstraße nach Mühlacker.

Ortskundige Auto- und Lastwagenfahrer, die Ziele in Pforzheim ansteuern, werden die neue Buckenberg-Auffahrt nehmen oder sich vom Norden durchs Stadtgebiet schlagen oder über Kieselbronn fahren.  rst

Dann wird in der Friedenstraße die Hölle los sein. Viele Autofahrer und Brummikapitäne müssen in Pforzheim-Süd von der A 8 runter. Sie kommen über Wurmberg, Öschelbronn und die Baustelle in Niefern wieder ins Enztal zu den Firmen der Kirnbachgemeinde oder nach Mühlacker und Vaihingen/Enz.

„Wir haben das Regierungspräsidium in den Vorgesprächen bereits auf den Konflikt der beiden Straßenbauvorhaben hingewiesen“, sagt Wolfgang Rittmann, Leiter des Verkehrsamts Enzkreis. „Es geht aber nicht anders“, sagt dagegen Uwe Herzel, Sprecher des Regierungspräsidiums. Zuerst werde der rechte Streifen ausgebessert, da wären in Pforzheim-Ost Abfahrten von der A 8 überhaupt nicht möglich. Die Behörde habe sich entschieden, die Anschlussstelle komplett dicht zu machen, weil nicht nur die Abfahrtrampen, sondern auch die Zufahrtswege zur A 8 repariert werden, so Herzel – „das geht aber nur, wenn alles zu ist.“

Das Verkehrsamt des Enzkreises und die Gemeinde Niefern-Öschelbronn wollen bei der Straßenbaubehörde einen Vorstoß machen. „Vielleicht gibt es eine Chance, die absolute Schließung des A 8-Anschlusses zu vermeiden“, sagt Rittmann. Niefern-Öschelbronns Bürgermeister Jürgen Kurz hofft darauf, dass wenigstens die Lasterfahrer in Pforzheim-Ost raus dürfen. „Wir sind offen, die Bauarbeiten an der Autobahn noch zu optimieren, wenn die Rampen für die Anschlussstelle fertig sind“, sagt Herzel. Doch er schränkt auch ein: „Vielleicht geht es, über allem aber steht die Verkehrssicherheit, die muss gewährleistet sein.“ Die Baufirmen müssten während der Ausbesserungsarbeiten beim Enztalübergang der A 8 den Verkehr von vier auf drei Streifen verringern, um jeweils eine Spur auf Vordermann zu bringen. „Das wird sehr eng auf der Autobahn“, sagt Herzel.

Bis Ende des Jahres soll der neue Kreisel in Nieferns Ortsmitte fertig sein. Für die Autofahrer auf der Autobahn geht es allerdings munter weiter. Schon im Frühjahr 2009 will das Regierungspräsidium auch die uralte Autobahnfahrbahn Richtung Karlsruhe ausbessern.

"Schlag gegen das Gewerbe"Erik Schweickert schwoll der Kamm, als Niefern-Öschelbronns Bürgermeister Jürgen Kurz den Gemeinderat über die drohende Verstopfung der Nieferner Ortsmitte informierte. „Es ist eine Frechheit der Behörden, die Gemeinde nicht zu informieren“, sagte der Sprecher der FW/FDP-Fraktion. „Die Straßenplaner haben beim Ausbau der A8 jahrelang geschlafen. Jetzt geben sie vier Millionen Euro für Flickschusterei aus. Das ist doch ein Schildbürgerstreich“, wetterte Schweickert.

„Das führt zu hohen Mehrkosten beim Tanken“, klagte Friedhelm Burkhard (CDU). „Die lange Schließung von Pforzheim-Ost ist ein Schlag gegen unser Gewerbe“, sagte Kurz. Und: „Staatliche Geheimniskrämerei ist unangebracht.“ Kurz forderte das Landratsamt auf, „Flagge zu zeigen und bei der Behörde einen Ausweg zu beantragen“. Der Enzkreis betone schließlich in seinem Leitbild die Partnerschaft mit den Kommunen, so Kurz. Jetzt solle das Landratsamt der Gemeinde zur Seite stehen.

Einstimmiger Beschluss des Rats: „Das Verhalten des Regierungspräsidiums wird von uns aufs äußerste missbilligt.“  rst

Detlef von Seggern
07.05.2008, 20:27
Was nützt er, dieser Einstimmige Beschluss, das dass Verhalten des Regierungspräsidiums, aufs äußerste missbilligt wird?
Dies geht doch diesen Herrschaften gerade am A....
vorbei!
Dies ist ja nicht nur hier der Fall, das Behörden bei Baumaßnahmen, sich mit den hiervon betroffenen Gemeinden, in keinster Weise abstimmen, sondern überall in dieser Republik! Und sollten aus wessen Gründen auch immer, die Baumaßnahmen ins Stocken geraden, gerät die ganze Planung außer Kontrolle und die Leidtragenden sind sowieso all jene, welche an diesen stark befahrenen Umgehungsstraßen wohnen!
Hier kann man sehr wohl die Aufregung so mancher "Kommunalpolitiker" verstehen, wenn die meisten Behörden ihr eigenes "Wässerchen" kochen! Aber dies ist auf Landes-wie Bundesebene, nicht viel anders!?
Dazu kommt noch die "bestens" funktionierende deutsche "Bürokratie" und alles läuft wie am Schnürrchen, bis zum nächsten Chaos!

Der aus'm Enzkreis
09.05.2008, 00:49
Zitat des Detlef von Seggern:

Dazu kommt noch die "bestens" funktionierende deutsche "Bürokratie" und alles läuft wie am Schnürrchen, bis zum nächsten Chaos!

Das kann man so sagen, von den Wörtern: "Koordination und Vorabinformation" haben diese Sesselfurzer wahrscheinlich noch nie was gehört. Aber das brauchen solche Herrschaften in deren Positionen offenbar auch nicht. Das Gesetz schützt sie dabei, aus den Zeiten der "Obrigkeits-Ära", als der Beamte noch unantastbar waren.

Aber wenn man das so überdenkt, ist das schon ein Hammer, totale Sperrung, und das über Monate, wegen der paar Meter Fahrbahnerneuerung. In anderen Ländern, wie Holland usw. würde das im 3-Schicht-Betrieb, in einem Bruchteil der Zeit davon, fertiggestellt.

Und für was eigentlich, wenn sowieso in diesem Abschnitt Schallwände in ungeahnter Höhe und eine Überdeckelung der A 8, wegen der paar Häuser die dort stehen, vorgesehen ist. Wie ich die Arbeit unserer Beamten kenne, wird das dann kurz darauf geschehen, wenn nach Monaten die Bauzeit zu Ende ist, und dann erneut wieder deswegen gesperrt werden muss.

Da fällt einem nichts mehr ein!!!!

MfG :confused: :rolleyes: :confused: