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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gericht spricht ledigen Vätern mehr Sorgerecht zu



Webmaster
04.12.2009, 20:09
Der deutsche Sorgerechts-Ansatz ist voll guter Absicht: Zum Wohl des Kindes soll durch eine klare Regelung Streit zwischen den Eltern vermieden werden. Betrachtet man aber die Einzelschicksale, erweist sich die Regelung, die das alleinige Entscheidungsrecht bei der Mutter belässt, als höchst ungerecht. Gut also, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Position lediger Väter nach einer Trennung gestärkt hat.

Sein Kind nicht mehr sehen zu dürfen, nur weil die Ex-Partnerin es so will? Eine schreckliche Vorstellung. Der Willkür ist bisher Tür und Tor geöffnet. Mütter können die Kinder als Druckmittel benutzen, um Forderungen gegen ihren Ex-Freund durchzusetzen. Vielleicht wollen die Kinder sogar ihren Vater sehen, aber die Mutter verbietet es – nicht weil es für das Kind schädlich wäre, sondern weil sie schlicht keine Lust auf Kontakt hat. Nein, die bisherige Regelung hat keineswegs das Wohl des Kindes garantiert. Sie hat nur sichergestellt, dass sich Gerichte nicht lange mit dem Thema beschäftigen mussten, weil sie es leicht abweisen konnten.

Sicher wird es nun auch Väter geben, die versuchen, den Sorgerechtsstreit für einen Machtkampf mit der Ex zu missbrauchen. Aber genau dazu sind Gerichte da. Sie müssen nun die Einzelfälle prüfen, mit Sorgfalt und Augenmaß – und vor allem zum Wohl des Kindes.

Detlef von Seggern
04.12.2009, 20:09
Hier bleibt jetzt abzuwarten, was die Zukunft in dieser Angelegenheit bringt. Im Hinblick auf dieses Urteil des Europäischen Gerichtshofs, hat ja die BRD drei Monate Zeit, um dagegen Widerspruch zu erheben.

Natürlich wird nun auch das Justizministerium dieses Urteil der Straßburger Richter prüfen, inwieweit man es der deutschen Gesetzgebung anpassen sollte. Im Bundestag muß natürlich auch eine Eintscheidung über das Für und Wider,des Urteils aus Straßburg fallen.
Anders als bei Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts sind Urteile aus Straßburg keine Grundsatzurteile,welche dem Gesetzgeber Änderungen auferlegen, sondern nur Entscheidungen über Einzelfälle.

Auch für einen jeden Richter des Familiengerichts, war es in der Vergangenheit wie auch gegenwärtig schwer , "genau" zu beurteilen, wer für das Wohlergehen des Kindes(r), am besten geeignet sein dürfte ? Daran wird sich auch in der Zukunft, nichts wesenliches ändern! Viele Faktoren, wie auch Meinungen (Mitwirkender) Jugendamt, Sozialamt usw. dürften in dem einen wie anderen Fall, mit ausschlaggebend, für ein Urteil sein.
Ob richtig oder nicht,steht auf einem anderen Blatt, und dürfte das eine wie auch anderemal, ein Glücksfall, für das Kind(er) sein.

Else
04.12.2009, 21:11
Ich sehe es als ein Stück Gleichberechtigung an