Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 23. Februar - Haben Sie einen persönlichen Bezug?
Moritz Homann
24.02.2008, 23:31
Rund 17.000 Menschen fanden durch den Bombenangriff der Royal Air Force am 23. Februar 1945 den Tod. Auch in diesem Jahr erinnerten sich die Menschen wieder gemeinsam an das schreckliche Ereignis.
Wie sieht es bei Ihnen aus? Haben Sie persönlichen Bezug zum 23. Februar 1945?
Wenn die wüssten, die Rechten, wie bedauernswert sie sind. :p
Als Spätgeborener ist mir der 23. Februar 1945 nur aus Erzählungen bekannt. Was mich stört, ist der Aufmarsch der Neonazis am Wartberg. Hier werden die Opfer verhöhnt von Menschen, die im Geiste der Verbrecher handeln, die den Zweiten Weltkrieg und damit auch das Leid der Menschen in Pforzheim ausgelöst haben. Die Stadtverwaltung müsste meiner Ansicht nach noch mehr tun, um diesem heil- und sinnlosen Treiben ein Ende zu setzen. Nebenbei würde dann auch wohl in der Innenstadt keine Antifa-Demonstration mehr nötig sein.
Ich kann mir leider nicht mal wirklich vorstellen, wie schlimm es sein muss wenn man Leute kennt (vor allem Familienangehörige), die beim Bombenangriff ums Leben gekommen sind. Wie Augenstein und auch der Botschafter in dem Video sagen fangen wir schon an zu "vergessen" und wissen das gar nicht mehr zu schätzen, wie glücklich wir sein können, in einer so relativ friedvollen (zumindest in Europa) Zeit zu leben.
Wie wär's denn, wenn wir endlich mal nach vorne schauten. Immer dieses zurückblicken ödet mich langsam an. Wer immer nur zurückschaut ist nicht in der Lage die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.
Naja, schwierig. Auch wenns jetz inzwischen schon 63 (wenn ich richtig gerechnet habe ;) ) Jahre her ist, wars doch ein sehr einschneidendes Ereignis, vor allem für die, die das noch miterlebt haben...wenn man sich da Zeitzeugenberichte ansieht, haben die nicht selten Tränen in den Augen - egal, wie lang das jetzt her ist.
Außerdem hilft es, die Ereignisse ins Bewusstsein zu rufen. Viele wissen ja gar nicht, was am 23. Februar überhaupt war bzw. haben so eine grobe Vorstellung davon. Und die marschieren dann in ein paar jahren beim nächsten österreich-export wieder munter mit.
Meine Großeltern sind dabei gestorben.
Allerdings mache ich den Engländern heute deswegen keine Vorwürfe, weil die heute noch lebenden waren damals nicht dabei.
Ärgern tut mich nur dass sie dem der das Kommando angeführt hat ein Denkmal gesetzt haben.
Wie wär's denn, wenn wir endlich mal nach vorne schauten. Immer dieses zurückblicken ödet mich langsam an. Wer immer nur zurückschaut ist nicht in der Lage die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.
Das eine schließt das Andere doch nicht aus. Nur wer die Vergangenheit kennt, weiss das Erreichte zu schätzen. Man meckert und jammert viel "bei uns in Pforze". Wenn ich mir dann aber gelegentlich die Erzählungen meiner Eltern und Grosseltern in Erinnerung rufe, kommen mir unsere aktuellen gesellschaftlichen Sorgen und Nöte wieder weitaus geringer vor.
Ich betrachte das eher als Ansporn, um aus Fehlern zu lernen.
Lehninger
12.05.2008, 22:34
Es muss immer wieder daran erinnert werden, was am 23. Februar 1945 Fürchterliches passiert ist.
Aus der Geschichte lernen, heißt auch, dass sich Menschen dagegen auflehnen, wenn politisch "legalisierter" Mord passiert. Wie wichtig die ständige Erinnerung ist, beweisen die Kurzzeitgedächtnisse der Herren Fischer, Schröder und Scharping, denen es nicht schnell genug ging, dass Belgrad von der Nato bombardiert wurde.
Es kann nicht häufig genug daran erinnert werden, dass die Bombardierung von Zivilbevölkerungen ein "Kriegsverbrechen" ist. Der Leserbrief in der PZ von einem FDP-Politiker hat das sehr deutlich zum Ausdruck gebracht.
Alle, die einen Bombenangriff auf die Zivilbevölkerung als "normale" Kriegshandlung abtun sind m.E. zu weit vom Geschehen entfernt. Ich empfehle jedem, diesen Text zu lesen, der von Vera Brittain einer Brittin in 1943 verfasst wurde. U.a. schreibt sie - zwei Jahre vor Pforzheim:
"5. Hamburg - Die Zerstörung von Hamburg in der Zeit vom 24. Juli bis zum 2. August 1943, ähnlich der späteren Zerstörung von Berlin, mag unsere Stärke, den Krieg zu gewinnen, aufzeigen. Sie zeigt aber auch unwiderlegbar und transparent, in welchen moralischen Abgrund unsere geistige Einstellung gerutscht ist.
Mit acht schweren Luftangriffen innerhalb von acht Tagen und Nächten wurden 10.000 Tonen Brand- und Explosionsbomben in die Stadt mit 1.800.000 Einwohnern geworfen. Rund 15 Quadratkilometer bzw. 77% der bebauten Fläche (Daily Telegraph am 20. September 1943) wurden zerstört. Kaum einer, das wird behauptet, entkam dem stark bevölkerten Gebiet, in welchem die Alliierten einen meilenweiten Bombenteppich mit Brand- und Explosionsbomben gelegt hatten. Mindestens 20.000 kamen in Bunkern ums Leben, Daily Mail am 9. Oktober 1943. Ein RAF-Befehlshaber musste eingestehen (Daily Telegraph am 20. September 1943), dass diese Angriffe hauptsächlich Geschäfts- und Wohnhäuser der bebauten Gebiete zerstört hätten.
Aufnahmen nach den Angriffen zeigten, dass von den 4.000 Hektar bebauter Fläche 1.700 zerstört waren, während von 3.400 Hektar weniger stark bebauter Flächen ebenfalls 1.900 Hektar total zerstört wurden. (Daily Telegraph, 6. August 1943). Ein RAF-Offizier, der über Hamburg geflogen war, sagte:
"Die Bezeichnung Luftangriff ist nicht länger aussagekräftig genug, um das zu beschreiben, was passiert ist. Mein Eindruck aufgrund von zwei der sechs Angriffe innerhalb von 72 Stunden ist die reine Verwüstung. Im Vergleich dazu sind die gegnerischen Angriffe auf London ein Kinderspiel. Was gegen Hamburg ausgeführt wird, das kann wiederholt werden gegen alle ausgewählten Ziele. Hamburg war das erste Ziel, mit dem wir uns beschäftigt haben." (Daily Telegraph, 29. August 1943)... Der gesamte Text -> hier (http://145.253.206.229/angriff1945/pages/pforzheim_sturm_texte_19450223_page_004_dt.htm)
Badenser
17.05.2009, 12:27
Wie wär's denn, wenn wir endlich mal nach vorne schauten. Immer dieses zurückblicken ödet mich langsam an. Wer immer nur zurückschaut ist nicht in der Lage die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.
Nur wer die Vergangenheit kennt kann die Zukunft meistern.
Wie soll man sonst aus Fehlern lernen????
Als Spätgeborener ist mir der 23. Februar 1945 nur aus Erzählungen bekannt. Was mich stört, ist der Aufmarsch der Neonazis am Wartberg. Hier werden die Opfer verhöhnt von Menschen, die im Geiste der Verbrecher handeln, die den Zweiten Weltkrieg und damit auch das Leid der Menschen in Pforzheim ausgelöst haben. Die Stadtverwaltung müsste meiner Ansicht nach noch mehr tun, um diesem heil- und sinnlosen Treiben ein Ende zu setzen. Nebenbei würde dann auch wohl in der Innenstadt keine Antifa-Demonstration mehr nötig sein.
Ich war auch auf dem Wartberg und ich bin sicherlich nicht rechts:cool:.
Kann man nicht einfach den Opfern eines Bombenangriffs gedenken ohne gleich einen politischen Hintergedanken zu haben?
Zeckenzüchter
15.09.2009, 09:15
Wenn die wüssten, die Rechten, wie bedauernswert sie sind. :p
Warum ist jemand zu bedauern der um 17.000 Menschen Trauert ?? bzw an sie Gedenkt, es ist Wohl eher Traurig das man diese Themen in die analen der Geschichte verschwinden lässt...
Brezelking
16.09.2009, 10:07
Zumal wir aller Opfer des Krieges gedenken sollte,und nicht wie die Versammlung auf dem Wartberg,nur der eigenen Opfer.
Bienlein
17.09.2009, 11:31
Zumal wir aller Opfer des Krieges gedenken sollte,und nicht wie die Versammlung auf dem Wartberg,nur der eigenen Opfer.
Meine REDE !!!
Einsteiner
17.09.2009, 13:34
Zum 23. Februar habe ich keinen persönlichen Bezug, wohl aber zum 2ten Weltkrieg und seinen Folgen. Was den 23. Februar somit einschließt.
Ich stelle fest :
Der nach dem Ende des letzten Krieges geäußerte Wunsch und Versprechen der meisten Deutschen : "Nie wieder Krieg !" hielt nict einmal 50 Jahre.
Und seither nehmen die Opferzahlen wieder immer mehr zu und ein Ende ist leider nicht abzusehen.
Bienlein
17.09.2009, 13:53
Zum 23. Februar habe ich keinen persönlichen Bezug, wohl aber zum 2ten Weltkrieg und seinen Folgen. Was den 23. Februar somit einschließt.
Ich stelle fest :
Der nach dem Ende des letzten Krieges geäußerte Wunsch und Versprechen der meisten Deutschen : "Nie wieder Krieg !" hielt nict einmal 50 Jahre.
Und seither nehmen die Opferzahlen wieder immer mehr zu und ein Ende ist leider nicht abzusehen.
Ja ganz Interessant und das ganze Läuft dann unter dem Begriff " Kampfeinsatz " , sowas von Lächerlich...anstatt auszusprechen was ist.....Krieg
Einsteiner
17.09.2009, 14:02
Damit keine Unklarheiten aufkommen: Für mich ist das ein Kriegseinsatz in Afghanistan !
Da können unsere Politiker noch so schöne verbale Eiertänze aufführen.
Bienlein
17.09.2009, 14:05
Damit keine Unklarheiten aufkommen: Für mich ist das ein Kriegseinsatz in Afghanistan !
Da können unsere Politiker noch so schöne verbale Eiertänze aufführen.
Für mich auch, aber die breite Masse sieht darin eben einen Kampfeinsatz, oder Friedenseinsatz oder sonstwas...
Finde es zum Kotzen das unsere Politiker nicht Klartext sprechen können.....
mailerin
19.09.2009, 21:36
Die unter den Trümmern liegenden Toten des 23. Februar 1945, waren meist der elende Rest einer einstmals Generationen umgreifenden Bevölkerung, die in 4 Kriegsjahren durch tote Soldaten und den an Flakgeschützen verpflichtenden jungen Leuten ausgezehrt worden waren.
Sehr viele davon sind nicht mehr zurückgekommen zu den inzwischen Alten und Kranken, zu ihren durch Bombenangriffe und beginnender Hungersnot meist mittellos gewordenen Verwandten.
Junge Menschen in Soldatenkleidung heute in ein Land zu schicken, deren Menschen und Sprache ihnen absolut fremd sind, scheint mir eine politische Entgleisung sondersgleichen zu sein.
Hier könnte einmal, mit Rücksicht auf unsere so oft zitierte belastete Vergangenheit, derlei "Friedensaktionen" unseren nachkommenden jungen Menschen nicht länger zugemutet werden dürfen.
Ja ganz Interessant und das ganze Läuft dann unter dem Begriff " Kampfeinsatz " , sowas von Lächerlich...anstatt auszusprechen was ist.....Krieg
WO SIND DIESE DEUTSCHEN ?:mad:
Natürlich sind das Kriegseinsätze, nichts anderes. aber der Staat braucht ja dafür einen anderen Begriff, sonst wäre das dem Volk ja nicht vermittelbar.
Und die jungen Menschen, die von diesen Kampfeinsätzen zurückkehren, wie können diese das Gesehene und Geschehene verkraften?
Und da stimme ich mit den Linken überein: Raus aus Afghanistan.
Und meine persönlicher Bezug zum 23. Februar?
Da hatte mein Großvater Geburtstag.
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