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Webmaster
25.02.2008, 20:03
Baden-Württemberg ist aus Sicht der CDU ein Musterland. Seit 1953 gibt es nur Ministerpräsidenten mit CDU-Parteibuch. Auch in Pforzheim freuen sich die Konservativen regelmäßig über die meisten Gemeinderatssitze. Nur der Chefsessel im Rathaus blieb ihnen stets vermehrt.

Wer 2009 in den Wahllokalen in Pforzheim erstmals seine Stimmen bei einer Kommunalwahl und bei einer Oberbürgermeister-Wahl abgeben darf, ist mindestens 18 Jahre alt. Die Väter dieser Pforzheimer Wahl-Neulinge sind dann wohl zum größten Teil in den Vierzigern oder frühen Fünfzigern, daher erfahren mit den Ergebnissen und Folgen von demokratischen Wahlen. Doch zwei Umstände einen die alten Wahl-Hasen und die Stimmzettel-Frischlinge: Noch nie haben die Pforzheimer einen Ministerpräsidenten erlebt, der kein CDU-Parteibuch hatte, und noch nie haben sie einen Oberbürgermeister aus den Reihen der CDU ins Rathaus gewählt.

Zweimal SPD, zweimal FDP Von 1947 bis 1966 führte Johann Peter Brandenburg (FDP/DVP) die Amtsgeschäfte. Ihm folgten zwei Oberbürgermeister mit SPD-Parteibuch, Willi Weigelt von 1966 bis 1985 und Joachim Becker von 1985 bis 2001. 35 Jahre ein SPD-Mann auf dem Chefsessel - das war für viele Bürger schon fast eine politische Selbstverständlichkeit. Mit Christel Augenstein wurde 2001 ein von vielen nicht erwarteter Wechsel vollzogen. Erstens wurde eine Frau Oberbürgermeisterin einer Großstadt, was damals durchaus überregional für Schlagzeilen sorgte, und zweitens erkämpfte sich ein FDP-Mitglied die Amtswürden.

Wer geht 2009 ins Rennen?Allerdings stand die CDU hinter Christel Augenstein. Nicht wenige hatte es damals verwundert, dass die stärkste Fraktion im Neuen Rathaus – die CDU hatte rund zwei Jahre vor der Oberbürgermeisterwahl 20 von 40 Sitzen im Gemeinderat gewonnen – keinen Kandidaten aus den eigenen Reihen ins Rennen gegen den SPD-Mann Becker geschickt hatte.

Umso spannender wird es im Vorfeld der nächsten Oberbürgermeister-Wahl im Jahr 2009 werden. Tritt Christel Augenstein noch einmal an? Wird die FDP-Frontfrau dann gegen einen eigenen CDU-Kandidaten um Stimmen kämpfen müssen? Gelingt es der SPD, einen Kandidaten aussichtsreich ins Rennen zu schicken? Kommunalpolitische Aufregung ist in den nächsten Monaten garantiert.

Sven Manias
25.02.2008, 20:03
Reinhold Maier (FDP/DVP), 1945 bis 1952 Ministerpräsident von Württemberg-Baden, 1952 bis 1953 erster Ministerpräsident von Baden-Württemberg.

Hab ich jetzt was gewonnen? :-)

Interessierter
27.02.2008, 22:03
No. Leider nichts gewonnen. Im Text steht, dass es "seit 1953" nur MPs mit CDU-Parteibuch gegeben hat. Also nach Reinhold Maier. Ist ja auch egal, denn in den nächsten 100 Jahren wird sich wohl in Ba-Wü nichts am alten Mehrheitssystem ändern. Der Nachfolger von Oettinger steht ja schon fest, und der kommt sogar aus der Region. Auf Oettinger folgt Stefan Mappus. Das sagen nicht nur die Karten und die Glaskugel.

WER - sonst noch?

Denn - die Karten und die Glaskugel können ja nicht wählen.;)