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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Deutschen zweitliebstes Kind



Webmaster
27.02.2008, 16:04
Der Deutschen liebstes Kind ist das Auto. Und gleich danach rangiert der Baum auf Platz zwei. Wo sonst als im Heimatland der dunklen Wälder eines Caspar David Friedrichs oder der rauschenden Wälder eines Hermann Löns könnte eine Schlagersängerin wie Alexandra mit einer Ode an einen Baum die Spitze der Hitparade erobern. „Mein Freund, der Baum, ist tot. Er fiel im frühen Morgenrot.“ Das traurige Lied aus den 60er-Jahren trifft heute noch den Kern deutscher Befindlichkeiten.

{ImageR}Als vor 30 Jahren die ersten Baumwipfel in den Mittelgebirgen kahl wurden, schlug die deutsche Volksseele Alarm. Lange bevor der Rest der Welt auf die Umweltschäden aufmerksam wurde, hatten die Baumfreunde hierzulande das Wort „Waldsterben“ geprägt. Das ist inzwischen um die Welt gegangen. Selbst die sonst streng auf die Reinheit ihrer Sprache bedachten Franzosen reden von „le Waldsterben“.

Sichtbares Zeichen der allgemeinen Baumbegeisterung in Pforzheim: die Leserbrief-Seiten der „Pforzheimer Zeitung“. Wenn sich hier die Zuschriften zum Thema Baum häufen, sind zuvor irgendwo in der Stadt Bäume gefallen. Kreischt die Motorsäge in Pforzheim, klagen Anwohner gleich massenhaft über Baumfrevel. Wer hier mit der Säge an einem Baum hantiert, muss sich auf bissige Kommentare und böse Blicke gefasst machen.

{ImageR}Um den vielen Anfragen und Klagen aus dem Weg zu gehen, bringen Mitarbeiter des Grünflächen- und Tiefbauamts der Stadt Pforzheim inzwischen Hinweisschildchen auf den Baumstümpfen an. Mit Verweisen auf mögliche Abholzgründe wie Verkehrssicherheit oder Baumkrankheiten sollen die Wogen der Empörung möglichst früh geglättet werden. Zur Ehrenrettung der städtischen Baumfäller sei gesagt, dass sie das ganz gewiss nicht aus Freude am Baumfrevel tun.

{ImageR}Schon eher macht es ihnen Spaß, neue Bäume zu pflanzen. Das allerdings ist gar nicht so einfach, denn wo ein Baum einmal seine grüne Krone ausbreiten soll, muss Freiraum genug vorhanden sein. Nach oben hin darf er nicht in elektrische Leitungen wachsen oder nebenan wohnenden Familien den Balkon verschatten. Nach unten hin muss sicher sein, dass die Wurzeln nicht den Rohren und Kabeln den Platz streitig machen.

{ImageR}Und nicht zuletzt konkurriert das zweitliebste Kind der Deutschen mit dem liebsten. Wo ein Baum steht, kann schon kein Auto mehr parken. Diese Erfahrung machen viele insbesondere dann, wenn sie beim Parken den Metallic-Lack an der Rinde zerkratzen. Dann freilich ist es mit der Baumliebe zumindest kurzzeitig vorbei.

Ulrich Reinhardt
27.02.2008, 16:04
Auch ohne eigenes Land ist es möglich neue Bäume, ja neue Wälder mitanzulegen. Baumpatenschaften (mit Urkunde und jährlichem Waldbrief) sind ein Mittel dazu. Im projekt "BALDWALD" mit insgesamt jetzt rund 13.000 Bäumen ist dies noch möglich. Details unter: http://www.baldwald.de Das Projekt ist Teil der UNEP Kampagne: PLANT THE PLANET.

Lehninger
11.06.2008, 14:01
Was will uns der Webmaster mit diesem Artikel sagen? Erst an dritter Stelle kommen die "wirklichen" Kinder in Deutschland. Bäume sind nur so lange beliebt, wie sie keine Parkplätze wegnehmen bzw. keine Autos beschädigen? Im letzteren Fall ist jedoch der Baum nicht schuld, den er hat sich ja nicht zum Auto bewegt.

Ich finde es jedenfalls gut, wenn die deutsche Bevölkerung sehr sensibel mit ihrem Freund, dem Baum umgeht. Der gesunde Menschenverstand sagt nämlich dem Menschen, dass er in der Nahrungskette ziemlich am Ende kommt. Eine Existenz des Menschen ohne Pflanzen wie einem Baum - es gibt ja auch Obstbäume - ist nicht möglich.

Es ist also gut so, wenn der Baum als zweitliebstes Kind kommt. Es wäre mir jedoch lieber, die Reihenfolge so zu lesen:

1. Kinder
2. Bäume
3. Bildungseinrichtungen
4. Autos

Wobei es doch sehr zweifelhaft ist, natürliche Dinge in eine Hitliste gleich zu bewerten, wie vom Menschen konstruierte Gegenstände. Die Schöpfung ist einfach überlegen! Man stelle sich vor, ein Techniker hätte den Baum konstruiert. Mit wie viel Energieeinsatz würde er wachsen, wie viel Lärm würde er dabei machen, wie viel Schaden der Umwelt zufügen und welche geometrisch einwandfreie Form hätte er...

Ich freue über jeden Baum und über unsere Wälder!

Der aus'm Enzkreis
11.06.2008, 14:41
Zitat:

Wo ein Baum steht, kann schon kein Auto mehr parken. Diese Erfahrung machen viele insbesondere dann, wenn sie beim Parken den Metallic-Lack an der Rinde zerkratzen. Dann freilich ist es mit der Baumliebe zumindest kurzzeitig vorbei.

An genau dieser Stelle nicht. Aber er kann daneben, dahinter oder vor'm Baum parken. Und wenn er sich den Metallic-Lack am Baum zerkratzt ist nicht der Baum Schuld, sondern der Fahrer unfähig zum richtigen Zeitpunkt richtig das Lenkrad einzuschlagen.

Ich habe nichts gegen Bäume. Am besten gefällt mir, wenn einer den Unfallhergang schildert, mit:"dann kam mir ein Baum entgegen"!

MfG :p ;) :D

BadnerBube
12.06.2008, 18:13
Und nicht zuletzt konkurriert das zweitliebste Kind der Deutschen mit dem liebsten. Wo ein Baum steht, kann schon kein Auto mehr parken. Diese Erfahrung machen viele insbesondere dann, wenn sie beim Parken den Metallic-Lack an der Rinde zerkratzen. Dann freilich ist es mit der Baumliebe zumindest kurzzeitig vorbei.

Ich sehe keinen Widerspruch im Bäume pflanzen und Parkplätze schaffen. Wenn die Bäume geschickt angeordnet sind muß es nicht mal einen Verlust von Parkraum geben. Nur wenn es so gemacht wird wie in der Kiehnlestraße gegenüber der Polizei wo jeder Baum einen vollen Parkplatz bekommen hat dann wird der Platz doch recht schlecht ausgenutzt.

Der aus'm Enzkreis
12.06.2008, 20:08
@BadnerBube

Nur wenn es so gemacht wird wie in der Kiehnlestraße gegenüber der Polizei wo jeder Baum einen vollen Parkplatz bekommen hat dann wird der Platz doch recht schlecht ausgenutzt.

Vielleicht fährt der Planer dieser "Smarti-Parkplätze" einen solchen Schrumpf-Mercedes. Frag mal bei der Stadt nach!

MfG :) :D :D

Nicoline
12.06.2008, 22:39
... bloß kein Neid! Bin seit fast 8 Jahren Smart-Fahrer und liebe es, beim Einparken in kleine Lücken die verzweifelten Blicke der 'Dicken' zu kriegen. Dann sind die gaaaanz demütig - vor allem, wenn sie ein Zeitproblem haben...:p

Der aus'm Enzkreis
12.06.2008, 23:47
@Nicoline

... bloß kein Neid! Bin seit fast 8 Jahren Smart-Fahrer und liebe es, beim Einparken in kleine Lücken die verzweifelten Blicke der 'Dicken' zu kriegen. Dann sind die gaaaanz demütig - vor allem, wenn sie ein Zeitproblem haben..

Neid, was ist das, den kenne ich Gott sei Dank nicht. Aber im Ernst, Smartis finde ich gut, nicht nur in der Tüte, sondern auch in der Stadt, da gibt's fast nix besseres.

Na und beim Einparken, da können die Smartis den "Maybach-Fahrern" mal zeigen was ne Harke ist,wenn sie sich zu Tode kurbeln und immer noch nicht drin sind.

Aber wie sagte so schön der eine Autofahrer zum anderen, der nach 10 Minuten noch immer nicht sein Auto in der Parklücke hatte: wenn ich dir so beim Einparken zuschaue, verstehe ich gar nicht, wie du deine 3 Kinder zuwege gebracht hast!

MfG :) :D ;)

BadnerBube
13.06.2008, 15:26
"Meiner" ist fast genau 5 m lang. Super auf der Autobahn oder Landstraße, aber auch im Stadverkehr selbst noch gut. Nur beim Hintereinander-Einparken wirds oft eng, vor allem wenn die davor oder dahinter sich nicht an die Parkplatzmarkierungen gehalten haben.
Wenn man dann an den Parklücken vorbei fahren muß dann kann man fast neidisch werden über die Smart-Fahrerinnen. Aber zum Glück hält das Gefühl nur kurz an und verschwindet dann wieder.
Und spätestens bei Familienurlaub oder Großeinkauf ist das Neidgefühl sicherlich anders rum.
Und beim Frontalaufprall, der hoffentlich nie passieren wird, will ich auch lieber im größeren Auto sitzen.