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27.02.2008, 21:17
BERLIN. In den ersten Berufsjahren ist das Leben noch übersichtlich. Doch dann geht alles schnell: Hochzeit, das erste Kind, der Kauf eines Eigenheims, die nächsten Schritte auf der Karriereleiter – Stress ist vorprogrammiert.
Die Kinder wollen Aufmerksamkeit, der Chef fordert Einsatz, und der Kredit muss abbezahlt werden. „Rush-Hour“ nennen Soziologen diese Lebensphase, in der Paare Ende 20 bis Mitte 30 innerhalb kürzester Zeit viele Aufgaben bewältigen müssen. Nicht selten ist das ein enormer Kraftakt. „Frühere Generationen hatten mehr Zeit, um erwachsen zu werden“, sagt Professor Hans Bertram, Soziologe an der Humboldt-Universität Berlin. So war die heutige Großelterngeneration meist bereits mit 21 oder 22 Jahren fertig mit der Ausbildung und konnte langsam gen Hochzeit und Babywunsch schreiten. Ein Luxus, der lange vorbei ist: „Die jungen Menschen stecken heute viel länger in der Ausbildung und haben im Schnitt nur noch fünf Jahre Zeit, um sich für Partnerschaft und Familie zu entscheiden.“ Erst die Ausbildung, dann Berufserfahrungen sammeln und eine Familie gründen, so lautet der Wunsch vieler junger Menschen.
Erfolg im Beruf, Kinder, eine glückliche Partnerschaft, Urlaube, finanzielle Sicherheit, Hobbys, das Eigenheim, im Wunsch, möglichst viele der eigenen Ziele umzusetzen, rutschen immer mehr Endzwanziger in Dauer-Stress. Statistiken der Krankenkassen zeigen, dass häufig in der Rush-Hour psychische Erkrankungen wie der Burn-Out entstehen. „Viele müssen feststellen, dass sie sich zu viel vorgenommen haben.“
Die jungen Väter stehen oft beruflich unter Druck. Zudem sehen sie sich in der Pflicht, ihre Partnerin bestmöglich zu unterstützen. So wird zum Feierabend das Laptop gegen Babybrei und Wäscheberge getauscht. Bei den Frauen ist die Doppelbelastung häufig noch größer: Nach der Babypause wollen viele schnellstmöglich zurück in den Job, Familien- und Erwerbsarbeit müssen in Einklang gebracht werden. Wer betreut das Kind? Wann wird der Haushalt erledigt? Fragen, die junge Paare im Spagat zwischen Beruf und Familie täglich begleiten. „Das kann eine enorme Stressbelastung sein“, sagt Professor Bertram. Vor allem, weil es in Deutschland noch an Unterstützung fehle, die in anderen europäischen Ländern selbstverständlich ist. „Hier muss noch viel verbessert werden, damit jungen Paaren das Leben erleichtert wird.“
Doch was können Eltern tun, wenn das Kind auf der Welt ist, das Haus abbezahlt werden muss und der Beruf trotz durchwachter Nächte fordert?
„Paare müssen Möglichkeiten suchen, den Stress zu reduzieren“, rät Thomas Prünte, Diplom-Psychologe aus Hamburg. Oft seien es überzogene Erwartungen an sich selbst oder den anderen, die Probleme schaffen.
Wer im Job überzeugen will, zu Hause sofort zu Wischeimer und Putzlappen greift und dabei noch eine tolle Mutter oder ein super Spielpapa sein will, verlangt Unmenschliches von sich. „Verabschieden Sie sich von dem Anspruch, perfekt zu sein“, rät Evelyn Albrecht, Lebensberaterin aus München. Das Chaos auch mal Chaos sein lassen zu können, sei eine Grundvoraussetzung für mehr Gelassenheit.
„Viele sehen das als persönliches Versagen, wenn sich abends das Geschirr in der Küche stapelt“, sagt Prünte. Dabei könnten sie einfach das Licht ausmachen und den Kram liegen lassen. Auch das schlechte Gewissen berufstätiger Eltern gegenüber ihren „fremdbetreuten“ Kindern ist Gift für die Zufriedenheit. „Nutzen Sie lieber die wenige Zeit, die Sie für Ihre Kinder haben, intensiv“, rät Albrecht. Entscheidend sind auch Freiräume zur Erholung. Wer glaubt, dafür keine Zeit zu haben, schadet sich auf Dauer selbst. Er empfiehlt Paaren, Spielregeln für den Alltag zu vereinbaren Zu diesen Überlegungen gehört auch, weitere Lebensentscheidungen auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen. „Überlegen Sie, ob Sie noch weitere Aufgaben schaffen können.“.
Die Kinder wollen Aufmerksamkeit, der Chef fordert Einsatz, und der Kredit muss abbezahlt werden. „Rush-Hour“ nennen Soziologen diese Lebensphase, in der Paare Ende 20 bis Mitte 30 innerhalb kürzester Zeit viele Aufgaben bewältigen müssen. Nicht selten ist das ein enormer Kraftakt. „Frühere Generationen hatten mehr Zeit, um erwachsen zu werden“, sagt Professor Hans Bertram, Soziologe an der Humboldt-Universität Berlin. So war die heutige Großelterngeneration meist bereits mit 21 oder 22 Jahren fertig mit der Ausbildung und konnte langsam gen Hochzeit und Babywunsch schreiten. Ein Luxus, der lange vorbei ist: „Die jungen Menschen stecken heute viel länger in der Ausbildung und haben im Schnitt nur noch fünf Jahre Zeit, um sich für Partnerschaft und Familie zu entscheiden.“ Erst die Ausbildung, dann Berufserfahrungen sammeln und eine Familie gründen, so lautet der Wunsch vieler junger Menschen.
Erfolg im Beruf, Kinder, eine glückliche Partnerschaft, Urlaube, finanzielle Sicherheit, Hobbys, das Eigenheim, im Wunsch, möglichst viele der eigenen Ziele umzusetzen, rutschen immer mehr Endzwanziger in Dauer-Stress. Statistiken der Krankenkassen zeigen, dass häufig in der Rush-Hour psychische Erkrankungen wie der Burn-Out entstehen. „Viele müssen feststellen, dass sie sich zu viel vorgenommen haben.“
Die jungen Väter stehen oft beruflich unter Druck. Zudem sehen sie sich in der Pflicht, ihre Partnerin bestmöglich zu unterstützen. So wird zum Feierabend das Laptop gegen Babybrei und Wäscheberge getauscht. Bei den Frauen ist die Doppelbelastung häufig noch größer: Nach der Babypause wollen viele schnellstmöglich zurück in den Job, Familien- und Erwerbsarbeit müssen in Einklang gebracht werden. Wer betreut das Kind? Wann wird der Haushalt erledigt? Fragen, die junge Paare im Spagat zwischen Beruf und Familie täglich begleiten. „Das kann eine enorme Stressbelastung sein“, sagt Professor Bertram. Vor allem, weil es in Deutschland noch an Unterstützung fehle, die in anderen europäischen Ländern selbstverständlich ist. „Hier muss noch viel verbessert werden, damit jungen Paaren das Leben erleichtert wird.“
Doch was können Eltern tun, wenn das Kind auf der Welt ist, das Haus abbezahlt werden muss und der Beruf trotz durchwachter Nächte fordert?
„Paare müssen Möglichkeiten suchen, den Stress zu reduzieren“, rät Thomas Prünte, Diplom-Psychologe aus Hamburg. Oft seien es überzogene Erwartungen an sich selbst oder den anderen, die Probleme schaffen.
Wer im Job überzeugen will, zu Hause sofort zu Wischeimer und Putzlappen greift und dabei noch eine tolle Mutter oder ein super Spielpapa sein will, verlangt Unmenschliches von sich. „Verabschieden Sie sich von dem Anspruch, perfekt zu sein“, rät Evelyn Albrecht, Lebensberaterin aus München. Das Chaos auch mal Chaos sein lassen zu können, sei eine Grundvoraussetzung für mehr Gelassenheit.
„Viele sehen das als persönliches Versagen, wenn sich abends das Geschirr in der Küche stapelt“, sagt Prünte. Dabei könnten sie einfach das Licht ausmachen und den Kram liegen lassen. Auch das schlechte Gewissen berufstätiger Eltern gegenüber ihren „fremdbetreuten“ Kindern ist Gift für die Zufriedenheit. „Nutzen Sie lieber die wenige Zeit, die Sie für Ihre Kinder haben, intensiv“, rät Albrecht. Entscheidend sind auch Freiräume zur Erholung. Wer glaubt, dafür keine Zeit zu haben, schadet sich auf Dauer selbst. Er empfiehlt Paaren, Spielregeln für den Alltag zu vereinbaren Zu diesen Überlegungen gehört auch, weitere Lebensentscheidungen auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen. „Überlegen Sie, ob Sie noch weitere Aufgaben schaffen können.“.