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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Im Einsatz ohne Martinshorn: Polizeiauto kracht in BMW



Webmaster
12.09.2010, 19:19
PFORZHEIM. Zu einem Zusammenstoß zwischen einem Polizeiwagen und einem BMW Cabrio ist es in der Nacht auf Sonntag kurz nach Mitternacht beim Pforzheimer Hauptbahnhof gekommen.

Das Polizeifahrzeug befand sich auf dem Weg zu einem Einsatz vor dem Bahnhofsgebäude, wo eine Auseinanersetzung zu eskalieren drohte, und war über eine rote Ampel gefahren. Aus „einssatztaktischen Gründen" sei kein Martinshorn, sondern nur das Blaulicht eingeschaltet gewesen, sagte der diensthabende Polizeiführer am Sonntag gegenüber der PZ.

Deshalb habe der 32-jährige BMW-Fahrer, der bei Grün links abbiegen wollte, auch nicht registriert, dass das Polizeiauto auf Einsatzfahrt war und an der Ampel nicht anhalten werde. Ihn treffe keine Schuld. Den Schaden in Höhe von ingesamt rund 5000 Euro werde nach Stand der Dinge die Landeskasse begleichen. Verletzt wurde niemand. kli

Rollator2000
12.09.2010, 19:19
Sowas kann passieren.


Erfreulich ist das unbürokratische und schnelle Handeln der Polizei! Daumen hoch!

El_Motzo
12.09.2010, 20:01
Noch isser nett repariert
Alles Menschlich

Einsteiner
12.09.2010, 21:14
Vorsicht, in der Landeskasse sitzen auch Erbsenzähler, also erst jubeln wenn das Geld überwiesen ist. :o

Kenschbacher
13.09.2010, 07:40
Einen Wertausgleich wird es kaum geben, der BMW auf dem Bild ist schon viel zu alt dafür.

Ob es wirklich ein Einsatz war oder mal wieder eine Truppe der Polizei, die keine Lust auf eine rote Ampel hatte ? Für mich hört es sich so an....

J.Bunsenbrenner
13.09.2010, 10:37
Ob es wirklich ein Einsatz war oder mal wieder eine Truppe der Polizei, die keine Lust auf eine rote Ampel hatte ? Für mich hört es sich so an....

Ach ja, woran sehen Sie Belege für diese These?

Kenschbacher
13.09.2010, 11:09
Noch nie die Ordnungshüter gesehen, die das Blaulicht einschalten, über eine rote Ampel fahren und kurz drauf das Blaulicht wieder ausschalten ?

Ich schon oft, habe dieses Jahr auch einen Unfall an genau dieser Kreuzung mit einem Polizeiwagen gesehen. Allerdings stand davon nichts in der Zeitung...

J.Bunsenbrenner
13.09.2010, 11:13
Noch nie die Ordnungshüter gesehen, die das Blaulicht einschalten, über eine rote Ampel fahren und kurz drauf das Blaulicht wieder ausschalten ?

Ich schon oft, habe dieses Jahr auch einen Unfall an genau dieser Kreuzung mit einem Polizeiwagen gesehen. Allerdings stand davon nichts in der Zeitung...

Ah, und Sie haben da jedes mal den Funk mitlaufen und wissen genau das da nichts ist?

Kenschbacher
13.09.2010, 11:59
Nein, natürlich nicht.

Aber mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass es unwahrscheinlich ist, dass vor einer roten Ampel ein "Auftrag kommt", der so unwichtig ist dass das Signalhorn nicht eingeschaltet ist und der "Auftrag" 10m nach der Ampel storniert wird.
Hätte ich das nicht schon öfters gesehen als meine Finger zum Zählen ausreichen würde ich das auch nicht denken.
Vielleicht war es ja aber auch immer der gleiche Streifenwagen....

J.Bunsenbrenner
13.09.2010, 12:18
Nein, natürlich nicht.

Aber mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass es unwahrscheinlich ist, dass vor einer roten Ampel ein "Auftrag kommt", der so unwichtig ist dass das Signalhorn nicht eingeschaltet ist und der "Auftrag" 10m nach der Ampel storniert wird.
Hätte ich das nicht schon öfters gesehen als meine Finger zum Zählen ausreichen würde ich das auch nicht denken.
Vielleicht war es ja aber auch immer der gleiche Streifenwagen....

Sagen Ihnen die § 35 und 38 StVo bzw der Unterschied zwischen Sonder- und Wegerechte etwas? Das "Martinhorn" ist gar nicht notwendig um über eine rote Ampel zu fahren. Denn alleine mit dem blauen Blinklicht wird die Nutzung von Sonderrechten angezeigt, sprich also das überfahren einer roten Ampel. Wird das Signal eingeschaltet werden zusätzlich Wegerechte in Anspruch genommen, sprich es wird den anderen Verkehrsteilnehmern mitgeteilt sie haben sofort freie Bahn für das sich nähernde Fahrzeug zu machen.
Sprich es ist also durchaus möglich das ein Streifenwagen in einer Situation ist in der er es eilig hat, in einer gut einsehbaren Kreuzung nur Sonderrechte in Anspruch nimmt um über die Ampel bei rot zu fahren und diese bei freier Bahn hinterher nicht mehr kennzeichnet z.B. um sein kommen nicht schon anzukündigen (Blitzleuchten sieht man ja nachts besonders gut und weit). Und in dem Artikel wurde ja geschrieben aus Polizeitaktischen Gründen wurde auf die Anzeige von Wegerechten verzichtet. Macht übrigens auch Feuerwehr und Rettungsdienst wenn sie z.b. zu einem angekündigten Selbstmordversuch fährt.

dodi
13.09.2010, 14:27
[QUOTE=Kenschbacher;55565]Noch nie die Ordnungshüter gesehen, die das Blaulicht einschalten, über eine rote Ampel fahren und kurz drauf das Blaulicht wieder ausschalten ?

Die Polizisten werden schon ihre Gründe haben sich so zu verhalten. Kann ja sein die wollen mal ohne Vorwarnung ankommen.
Aber mal wieder typisch: Erst mal meckern und stänkern ohne von der genauen Sachlage eine Ahnung zu haben.

Kenschbacher
13.09.2010, 18:48
Ich glaube wir reden hier gerade gehörig aneinander vorbei.

Ich habe eine Vermutung geäussert und diese begründet. Mehr aber auch nicht. Ob dies in dem genannten Fall auch so ist, ist wiederrum auch eine andere Sache. Fühlt sich hier jemand angegriffen oder was ? Wie bereits geschrieben. Ich habe schonmal einen Unfall an der selben Stelle gesehen.

Im Übrigen: Ich respektiere die Ordnungshüter aber ich weiß eben auch, dass es auch nur Menschen sind!

Kenschbacher
13.09.2010, 20:32
Darum ging es nicht.

Ich habe mich dazu geäussert, dass es wohl Streifen gibt, die das Blaulicht (und nur dieses) einschalten um eine rote Ampel zu überfahren und danach das Blaulicht ausschalten. Offensichtlich nur um nicht anhalten zu müssen.

Aber egal. Will deswegen eigentlich keine Diskussion vom Zaun brechen.

Das Thema war: Polizeiauto kracht in BMW

wurschtsalat
13.09.2010, 23:13
Einen Wertausgleich wird es kaum geben, der BMW auf dem Bild ist schon viel zu alt dafür.

Ob es wirklich ein Einsatz war oder mal wieder eine Truppe der Polizei, die keine Lust auf eine rote Ampel hatte ? Für mich hört es sich so an....

Diese Einsätze habe ich auch schon des öfteren beobachtet.
Da stand die Polizei an der Ampel vom Bahnhof zur Bahnhofstraße zum Polizeigebäude. Blaulicht ein, über die Kreuzung, Blaulicht aus, Parken, aussteigen, Feierabend. Schon ärgerlich für die Beamten, wenn es sich um solche Kurzeinsätze handelt. Auch von der Leopoldstraße über die Zerrennerstraße konnte ich diese Kurzeinsätze beobachten.

Was den aktuellen Fall angeht, ist um diese Uhrzeit ein Blaulicht mind. genauso auffällig wie ein Martinshorn.

Tiger
14.09.2010, 08:01
Nachdem ich diese Diskusion seit geraumer Zeit verfolge sehe ich mich inzwischen dazu gezwungen auch meinen Senf dazu zu geben.

1. Da ich die genauen Umstände nicht kenne gehe ich einfach mal davon aus, dass die Einsatzfahrt des Pol-Fahrzeuges gerechtfertigt war.

2. Um einmal auf die rechtliche Regelung zu kommen bezüglich eines vorhergehenden Beitrages:


Sagen Ihnen die § 35 und 38 StVo bzw der Unterschied zwischen Sonder- und Wegerechte etwas? Das "Martinhorn" ist gar nicht notwendig um über eine rote Ampel zu fahren. Denn alleine mit dem blauen Blinklicht wird die Nutzung von Sonderrechten angezeigt, sprich also das überfahren einer roten Ampel. Wird das Signal eingeschaltet werden zusätzlich Wegerechte in Anspruch genommen, sprich es wird den anderen Verkehrsteilnehmern mitgeteilt sie haben sofort freie Bahn für das sich nähernde Fahrzeug zu machen.

Prinzipiell gelten §35 und §38 StVO allerdings bin ich mit der Meinung des oben zitierten Forenmitglieds nicht ganz einvertanden.

In § 38 StVO Absatz 2 heist es:

Blaues Blinklicht alleine darf nur von den damit ausgerüsteten Fahrzeugen und nur zur Warnung (Absicherung) an Unfall- oder sonstigen Einsatzstellen oder bei der Begleitung von Fahrzeugen oder geschlossenen Verbänden verwendet werden.

Nach meine Kenntnisstand gilt:

Wenn Vorschriften der StVO, wie z.B. Rechtsfahrgebot, vorgeschriebene Geschwindigkeit, Vorfahrtsregelungen, Einbahnstrassenregelungen usw. bei Alarmfahrten aus berechtigtem Grund nicht eingehalten werden können und das Recht in Anspruch genommen wird, bestimmte Vorschriften der StVO zu Umgehen, so muss dies den anderen Verkehrsteilnehmern durch die Verwendung von Sondersignalen optisch und akustisch (Blaulicht + Horn) rechtzeitig angezeigt werden.

Laut der Verwaltungsvorschrift zu §35 sowie Abs.2 §38 der StVO müssen beide Sondersignale gleichzeitig benutzt werden. Die Benutzung des Blaulichts ohne Einsatzhorn gewährt keinen Vorrang! Die Benutzung der Sondersignale muss rechtzeitig erfolgen (z.B. wenn eine Ampel Rotlicht zeigt nicht erst in der Mitte der Kreuzung)!

3 aktuelle Rechtsprechung

Betrachtet man hierzu noch die aktuelle Rechtsprechung, so kann man froh sein, dass es nicht zusätzlich zu einem Personenschaden kam, und der Fall vermutlich ohne große Bürokratie abgewickelt wird.
Es gibt genügend Beispiele für Fahrer von Einsatzfahrzeugen die selbst unter Benutzung beider oben genannter Signale verurteilt wurden. Eines der Urteile zum Beispiel, weil der Einsatzfahrer einen so genannten Schalltrichter in einer Häuserschlucht nicht berücksichtigt hat und es zu einem Unfall mit einem andern Verkehrteilnehmer kam, der von einer Nebenstrasse aus einbiegen wollte.

4. Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass Fahrer von Einsatzfahrzeugen eine erhöhte Sorgfaltspflicht an den Tag legen müssen, sowie nur unter äußerster Vorsicht zum Einsatz fahren sollten, da viele Verkehrsteilnehmer mit der Situation eines näher kommenden Einsatzfahrzeuges überfordert sind, oder anderst als erhofft reagieren. Oft genug wurde ich selbst schon bei einer Einsatzfahrt (mit Blaulicht und Horn) geschnitten oder es wurde der laut oben genannten Paragraphen bestehende Vorrang missachtet.
Wie oft verstellen Fahrzeuge an einer Ampel bzw. Kreuzung den Weg für ein herannahendes Einsatzfahrzeug bzw. wollen diesem den Weg frei räumen, fahren aber genau in die Richtung, die das Einsatzfahrzeug eigentlich für sein zügiges Vorrankommen nutzen möchte.

5. Einsatzfahrten

Daher ein Aufruf an alle Fahrer von Fahrzeugen, die mit Blaulicht und Horn unterwegs sind. Grundsätzlich sollte nur mit erhöhter Vorsicht gefahren werden. Man sollte grundsätzlich damit rechnen, dass ein anderer Verkehrteilnehmer eventuell nicht so reagiert, wie man es gerne möchte. Und grundsätzlich gilt, dass das Inanspruchnehmen von Sonderrechten, wie sie laut § 35 und § 38 StVO beschrieben werden nur dann gelten wenn sowohl Blaulicht, als auch Martinshorn eingeschaltet sind. Dies gilt auch nachts um 3 Uhr auf einer komplett leeren Strasse.

Bei jeder anderen Vorgehensweise trägt der Fahrer des Einsatzfahrzeuges die Verantwortung, und sollte es zu einem Unfall mit Personenschaden bzw. sogar tödlichem Ausgang kommen, so muß ein Richter darüber entscheiden. Die Frage hier lautet immer ob das Vorgehen in diesem Falle gerechtfertigt bzw. zweckmäßig war.

J.Bunsenbrenner
14.09.2010, 09:28
Nachdem ich diese Diskusion seit geraumer Zeit verfolge sehe ich mich inzwischen dazu gezwungen auch meinen Senf dazu zu geben.

1. Da ich die genauen Umstände nicht kenne gehe ich einfach mal davon aus, dass die Einsatzfahrt des Pol-Fahrzeuges gerechtfertigt war.
2. Um einmal auf die rechtliche Regelung zu kommen bezüglich eines vorhergehenden Beitrages:
Prinzipiell gelten §35 und §38 StVO allerdings bin ich mit der Meinung des oben zitierten Forenmitglieds nicht ganz einvertanden.
In § 38 StVO Absatz 2 heist es:

Blaues Blinklicht alleine darf nur von den damit ausgerüsteten Fahrzeugen und nur zur Warnung (Absicherung) an Unfall- oder sonstigen Einsatzstellen oder bei der Begleitung von Fahrzeugen oder geschlossenen Verbänden verwendet werden.

Nach meine Kenntnisstand gilt:

Wenn Vorschriften der StVO, wie z.B. Rechtsfahrgebot, vorgeschriebene Geschwindigkeit, Vorfahrtsregelungen, Einbahnstrassenregelungen usw. bei Alarmfahrten aus berechtigtem Grund nicht eingehalten werden können und das Recht in Anspruch genommen wird, bestimmte Vorschriften der StVO zu Umgehen, so muss dies den anderen Verkehrsteilnehmern durch die Verwendung von Sondersignalen optisch und akustisch (Blaulicht + Horn) rechtzeitig angezeigt werden.

Laut der Verwaltungsvorschrift zu §35 sowie Abs.2 §38 der StVO müssen beide Sondersignale gleichzeitig benutzt werden. Die Benutzung des Blaulichts ohne Einsatzhorn gewährt keinen Vorrang! Die Benutzung der Sondersignale muss rechtzeitig erfolgen (z.B. wenn eine Ampel Rotlicht zeigt nicht erst in der Mitte der Kreuzung)!

3 aktuelle Rechtsprechung

Betrachtet man hierzu noch die aktuelle Rechtsprechung, so kann man froh sein, dass es nicht zusätzlich zu einem Personenschaden kam, und der Fall vermutlich ohne große Bürokratie abgewickelt wird.
Es gibt genügend Beispiele für Fahrer von Einsatzfahrzeugen die selbst unter Benutzung beider oben genannter Signale verurteilt wurden. Eines der Urteile zum Beispiel, weil der Einsatzfahrer einen so genannten Schalltrichter in einer Häuserschlucht nicht berücksichtigt hat und es zu einem Unfall mit einem andern Verkehrteilnehmer kam, der von einer Nebenstrasse aus einbiegen wollte.

4. Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass Fahrer von Einsatzfahrzeugen eine erhöhte Sorgfaltspflicht an den Tag legen müssen, sowie nur unter äußerster Vorsicht zum Einsatz fahren sollten, da viele Verkehrsteilnehmer mit der Situation eines näher kommenden Einsatzfahrzeuges überfordert sind, oder anderst als erhofft reagieren. Oft genug wurde ich selbst schon bei einer Einsatzfahrt (mit Blaulicht und Horn) geschnitten oder es wurde der laut oben genannten Paragraphen bestehende Vorrang missachtet.
Wie oft verstellen Fahrzeuge an einer Ampel bzw. Kreuzung den Weg für ein herannahendes Einsatzfahrzeug bzw. wollen diesem den Weg frei räumen, fahren aber genau in die Richtung, die das Einsatzfahrzeug eigentlich für sein zügiges Vorrankommen nutzen möchte.

5. Einsatzfahrten

Daher ein Aufruf an alle Fahrer von Fahrzeugen, die mit Blaulicht und Horn unterwegs sind. Grundsätzlich sollte nur mit erhöhter Vorsicht gefahren werden. Man sollte grundsätzlich damit rechnen, dass ein anderer Verkehrteilnehmer eventuell nicht so reagiert, wie man es gerne möchte. Und grundsätzlich gilt, dass das Inanspruchnehmen von Sonderrechten, wie sie laut § 35 und § 38 StVO beschrieben werden nur dann gelten wenn sowohl Blaulicht, als auch Martinshorn eingeschaltet sind. Dies gilt auch nachts um 3 Uhr auf einer komplett leeren Strasse.

Bei jeder anderen Vorgehensweise trägt der Fahrer des Einsatzfahrzeuges die Verantwortung, und sollte es zu einem Unfall mit Personenschaden bzw. sogar tödlichem Ausgang kommen, so muß ein Richter darüber entscheiden. Die Frage hier lautet immer ob das Vorgehen in diesem Falle gerechtfertigt bzw. zweckmäßig war.

Wenn Sie schon den Paraghraphern zitieren dann bitte richtig
§ 38
Blaues Blinklicht und gelbes Blinklicht (1) Blaues Blinklicht zusammen mit dem Einsatzhorn darf nur verwendet werden, wenn höchste Eile geboten ist, um Menschenleben zu retten oder schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden, eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung abzuwenden, flüchtige Personen zu verfolgen oder bedeutende Sachwerte zu erhalten.

Es ordnet an:

"Alle übrigen Verkehrsteilnehmer haben sofort freie Bahn zu schaffen".

(2) Blaues Blinklicht allein darf nur von den damit ausgerüsteten Fahrzeugen und nur zur Warnung an Unfall- oder sonstigen Einsatzstellen, bei Einsatzfahrten oder bei der Begleitung von Fahrzeugen oder von geschlossenen Verbänden verwendet werden.
(3) Gelbes Blinklicht warnt vor Gefahren. Es kann ortsfest oder von Fahrzeugen aus verwendet werden. Die Verwendung von Fahrzeugen aus ist nur zulässig, um vor Arbeits- oder Unfallstellen, vor ungewöhnlich langsam fahrenden Fahrzeugen oder vor Fahrzeugen mit ungewöhnlicher Breite oder Länge oder mit ungewöhnlich breiter oder langer Ladung zu warnen.

Quelle http://dejure.org/gesetze/StVO/38.html

Denn nach dem §35 Stvo
§ 35
Sonderrechte (1) Von den Vorschriften dieser Verordnung sind die Bundeswehr, die Bundespolizei, die Feuerwehr, der Katastrophenschutz, die Polizei und der Zolldienst befreit, soweit das zur Erfüllung hoheitlicher Aufgaben dringend geboten ist.
(1a) Absatz 1 gilt entsprechend für ausländische Beamte, die auf Grund völkerrechtlicher Vereinbarungen zur Nacheile oder Observation im Inland berechtigt sind.
(2) Dagegen bedürfen diese Organisationen auch unter den Voraussetzungen des Absatzes 1 der Erlaubnis,
1. wenn sie mehr als 30 Kraftfahrzeuge im geschlossenen Verband (§ 27 (http://dejure.org/gesetze/StVO/27.html)) fahren lassen wollen, 2. im übrigen bei jeder sonstigen übermäßigen Straßenbenutzung mit Ausnahme der nach § 29 (http://dejure.org/gesetze/StVO/29.html) Abs. 3 Satz 2. (3) Die Bundeswehr ist über Absatz 2 hinaus auch zu übermäßiger Straßenbenutzung befugt, soweit Vereinbarungen getroffen sind.
(4) Die Beschränkungen der Sonderrechte durch die Absätze 2 und 3 gelten nicht bei Einsätzen anläßlich von Unglücksfällen, Katastrophen und Störungen der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung sowie in den Fällen der Artikel 91 (http://dejure.org/gesetze/GG/91.html) und 87a (http://dejure.org/gesetze/GG/87a.html) Abs. 4 des Grundgesetzes sowie im Verteidigungsfall und im Spannungsfall.
.....
(5a) Fahrzeuge des Rettungsdienstes sind von den Vorschriften dieser Verordnung befreit, wenn höchste Eile geboten ist, um Menschenleben zu retten oder schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden.
..........
(8) Die Sonderrechte dürfen nur unter gebührender Berücksichtigung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ausgeübt werden.


http://dejure.org/gesetze/StVO/35.html



Die Polizei hat in dringenden Fällen eh das Recht auf Nutzung Sonderrechte, und im Absatz 1 steht nichts von der Verwendung des Sondersignal um diese Kenntlich zu machen.
Wenn Sie meinen Beitrag richtig gelesen hätten, wäre ihnen aufgefallen das ich nirgends geschrieben hab dass das blaue Blinklicht alleine Vorrang gewährt sondern nur in Verbindung mit dem Signalhorn. Dann hätten Sie sich den Kommentar


Laut der Verwaltungsvorschrift zu §35 sowie Abs.2 §38 der StVO müssen beide Sondersignale gleichzeitig benutzt werden. Die Benutzung des Blaulichts ohne Einsatzhorn gewährt keinen Vorrang! Die Benutzung der Sondersignale muss rechtzeitig erfolgen (z.B. wenn eine Ampel Rotlicht zeigt nicht erst in der Mitte der Kreuzung)!

sparen können, nichts anderes hab ich geschrieben. Die Polizei wird also, wie im Artikel geschrieben, aufgrund taktischer Überlegungen nur von dem Recht auf Nutzung der Sonderrechte gebrauch gemacht aber auf Nutzung des Signalhorns zu Kenntlichmachung Wegerechte verzichtet. Im Bedarfsfall wird eben auch mal auf das Blaue Blinklicht zu Kenntlichmachung der Einsatzfahrt (und der daraus notwendigen Nutzung von Sonderrechten) ebenfalls verzichtet.
Lesen, verstehen und dann reden.

Ich weiß ja nicht wie viele Sondersignalfahrten Sie schon gemacht haben, ich schon einige (jetzt aufgrund meines Alters nicht mehr) und wurde entsprechend geschult. Und kenne auch die Rechtsprechung bei Unfällen. Wobei man sich hier immer die Fälle immer im Detail ansehen muss. Nur eigentlich wollte ich auf die Paragraphenreiterei verzichten und mich deswegen auf eine Kurzfassung beschränkt, um außenstehenden ein Gefühl zu vermitteln warum wie gehandelt wurde. Kenne ich bestimmte Hintergründe nämlich nicht kann es nämlich tatsächlich so aussehen als wollte jemand mit Blaulicht nur eine rote Ampel sparen. Den muss ich aber dafür nicht mit Paragraphen und Verwaltungsvorschriften überhäufen.

Und wer den Fall http://www.feuerwehr-le.de/263.html kennt, weiß auch welcher Aufwand im Falle eines Unfalles betrieben wird um diese Aufzuklären. Da wurden sogar Funkprotokolle beschlagnahmt um zu schauen wann der Abruchbefehl kam. Von dem her kann man eigentlich von ausgehen das gut geschulte Fahrer (davon gehe ich bei der Polizei mal grundsätzlich aus, wie immer wird es auch einzelne schwarze Schafe geben) auf Sonderrechtsfahrten entsprechend vorsichtig sind, denn der Staatsanwalt hat hinterher immer viel zeit. Siehe das Beispiel mit dem Feuerwehrfahrzeug. Zu dem ordnet die Polizeileitstelle an ob mit oder ohne Sonderrechten angefahren wird. Man kann also davon ausgehen das die Damen und Herren nicht nur zum Eisholen das Blaulicht anschalten.

J.Bunsenbrenner
14.09.2010, 09:47
mit kurzem Einschalten des Martinshorn kommt bei Einsatzfahrzeugen gar nicht so selten vor. Ich vermute, vor allem zu nachtschlafender Zeit, sollen Anwohner soweit wie möglich von der lauten Sirene verschont werden.

Und vor allem geht es dem Fahrer mit der Zeit auch auf die Nerven, denn es dröhnt auch ordentlich im Fahrzeuginneren und man versteht am Funk nur was wenn man den Hörer mehr oder weniger ständig am Ohr hat. Deswegen schalten viele (vor allem die beruflich bedingt öfters damit unterwegs sind) das Signalhorn nur dann zu wenn es wirklich Notwendig ist um sich Platz zu machen, nicht jedoch wenn die Straße eh frei ist. Das die Anwohner an bestimmten Straßen sich darüber freuen kommt natürlich dazu.
Durchhupen vom Alarmort bis zur Einsatzstelle (und da am besten auch noch damit man diese besser hört) tun vor allem Jungspunde und Wenigfahrer die noch einen stressbedingten Adrenalinstoss bekommen.

Tiger
14.09.2010, 11:01
Mir perönlich geht es dabei mehr um die rechtliche Absicherung.
Zugegebenermaßen, auch meine Wenigkeit schaltet das Horn ab wenn die Straße frei ist. Was ich mit dem Beitrag aufzeigen wollte, ist folgendes:

Rechtlich gesehen ist man nur dann wirklich auf der sicheren Seite, wenn man wie Sie es so schön nennen durchhupt.

Des Weiteren wollte ich aufzeigen wie sich eine Einsatzfahrt für den jenigen der ein Einsatzfahrzeug führt gestallten kann und nahm dafür meine persönliche Erfahrung, die aufgrund meines Alters inzwischen auf genügend Alarmfahrten zurückgreift zu rate.

Ob das Blaulicht alleine genügt um eine rote Ampel zu überfahren, wie Sie in ihrem Beitrag mitteilen, davon bin ich weiterhin nicht überzeugt.
Werde das aber mal so im Raum stehenlassen.

Ihre Aussage, das nur einsatzgeile Jungspunde und Adrenalinjunkies durchhupen kann ich leider nicht ganz so stehen lassen, sonder ergänze sie um den Part ob es situationsbedingt notwendig ist, und verweise ebenfalls noch einmal auf die rechtliche Absicherung des Fahrers.

Und mal ehrlich, mir ist meine rechtliche Absicherung wichtiger, als ein Anwohner, der nachts um drei von einer Tröte geweckt wird.

J.Bunsenbrenner
14.09.2010, 11:10
Ihre Aussage, das nur einsatzgeile Jungspunde und Adrenalinjunkies durchhupen kann i


Wo habe ich die Begriffe verwendet?

Ich sprach von Jungspunden, nicht einsatzgeilen Jungspunden und von Wenigfahrer die stressbedingt einen Adrenalinstoss bekommen. Bitte hier nichts rein interpretieren was da nicht steht. Woher sollen denn die Routine haben um keinen Stress dabei zu haben, und Sondersignalfahrten sind Stressig. Nochmals. Lesen, verstehen dann reden.

J.Bunsenbrenner
14.09.2010, 11:15
Ob das Blaulicht alleine genügt um eine rote Ampel zu überfahren, wie Sie in ihrem Beitrag mitteilen, davon bin ich weiterhin nicht überzeugt.
Werde das aber mal so im Raum stehenlassen.
.

Sie haben die Paragraphen, vor allem den 38er, gelesen, nehme ich an. Ich hab sie mir nicht aus den Fingern gesogen. Einfach nochmal die ersten Absätze lesen und verstehen.

§ 38
Blaues Blinklicht und gelbes Blinklicht (1) Blaues Blinklicht zusammen mit dem Einsatzhorn darf nur verwendet werden, wenn höchste Eile geboten ist, um Menschenleben zu retten oder schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden, eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung abzuwenden, flüchtige Personen zu verfolgen oder bedeutende Sachwerte zu erhalten.

Es ordnet an:

"Alle übrigen Verkehrsteilnehmer haben sofort freie Bahn zu schaffen".

(2) Blaues Blinklicht allein darf nur von den damit ausgerüsteten Fahrzeugen und nur zur Warnung an Unfall- oder sonstigen Einsatzstellen, bei Einsatzfahrten oder bei der Begleitung von Fahrzeugen oder von geschlossenen Verbänden verwendet werden.

§ 35
Sonderrechte (1) Von den Vorschriften dieser Verordnung sind die Bundeswehr, die Bundespolizei, die Feuerwehr, der Katastrophenschutz, die Polizei und der Zolldienst befreit, soweit das zur Erfüllung hoheitlicher Aufgaben dringend geboten ist.

Quelle http://dejure.org/gesetze/StVO/38.html

Captain Jack is back
14.09.2010, 13:54
Ob das Blaulicht alleine genügt um eine rote Ampel zu überfahren, wie Sie in ihrem Beitrag mitteilen, davon bin ich weiterhin nicht überzeugt.
Werde das aber mal so im Raum stehenlassen.

.

Wenn dem nicht so wäre, würde die Polizei (und andere mit Sondersignal ausgestattete Behörden und Dienste)
vielfach und vor allem vorsätzlich rechtswiedrig handeln. Die Polizisten müßten also ständig, auch wenn nichts passiert, mit rechtlicher und diziplinarischer Ahndung rechnen. Allein aus der Überlegung heraus und der Tatsache das der §35 StvO der unter anderem der Polizei Sonderrechte bei der dringenden Erfüllung hoheitlicher Aufgaben einräumt, dabei aber nicht auf den §38 Stvo absatz 1 und auch nicht auf den Absatz 2 verweist würde mich als Verfasser oben stehende Meinung überdenken lassen.

Nicole vom Buckenberg
14.09.2010, 14:41
Übrigens es heißt "Martin-Horn" und nicht "Martinshorn" weil es sich auf ein Produkt der Firma Martin bezieht und ist eigentlich ein Handelsname besagter Firma. Man sagt ja auch nicht Schubskarre sondern Schubkarre bzw. ist es ja korrekter vom Papiertaschentuch zu reden und nicht vom Tempo was je eigentlich auch ein Handelsname ist. Und in dem Fall wäre der Korrekte Ausdruck ohne Nennung eines Produktnamen Folgetonhorn http://de.wikipedia.org/wiki/Folgetonhorn

http://www.maxbmartin.de/start.html
Deutsche Signal-Instrumenten-Fabrik Max B. Martin
MARTIN-HORN® ... das Original!

****
14.09.2010, 15:17
Wenn man sich schon die Mühe macht und etwas recherchiert, dann sollte man auch den Inhalt korrekt und vor allem vollständig wiedergeben. In dem Wiki-Beitrag steht nämlich folgendes:
Der Begriff „Martinshorn“ oder „Martin-Horn“

„Martinshorn“ – seltener aber eigentlich korrekt „Martin-Horn“ – ist vor allem in Deutschland ein umgangssprachlicher Begriff für das Folgetonhorn. (...)

Ergo: Der Begriff Martinshorn an sich ist nicht falsch und geläufig ist er allemal, was auch die Suchergebnisse @ Google bestätigen:

Martinshorn: 1.05 Mio.
Martinhorn: 44.000

Nicole vom Buckenberg
14.09.2010, 15:32
Wenn man sich schon die Mühe macht und etwas recherchiert, dann sollte man auch den Inhalt korrekt und vor allem vollständig wiedergeben. In dem Wiki-Beitrag steht nämlich folgendes:
Der Begriff „Martinshorn“ oder „Martin-Horn“

„Martinshorn“ – seltener aber eigentlich korrekt „Martin-Horn“ – ist vor allem in Deutschland ein umgangssprachlicher Begriff für das Folgetonhorn. (...)

Ergo: Der Begriff Martinshorn an sich ist nicht falsch und geläufig ist er allemal, was auch die Suchergebnisse @ Google bestätigen:

Martinshorn: 1.05 Mio.
Martinhorn: 44.000

Ich hab ja Wikipedia nicht zitiert sondern die Homepage der Firma Martin hierfür bemüht und die werden wohl wissen wie sie ihr Produkt nennen (sagt ja auch Wikipedia das Martin-Horn eigentlich korrekt ist). Wikipedia war nur der Hinweis das es eigentlich ganz korrekt Folgetonhorn heißt. Und nicht alles was in google gefunden wird ist auch korrekt, schließlich ist Martinshorn (mit s) verbreiteter und entsprechend wird danach häufiger gesucht was sich ja Suchmaschinen merken.
Wenn Sie nach Kilo suchen meinen Sie in der Regel auch Kilogramm. Wenn Sie also nach einem Kilo (umgansprachlich) Mehl verlangen erhalten Sie meist auch ein Kilogramm (seltener aber Korrekt) Mehl.

Juno81
14.09.2010, 19:54
Oder einfach LALÜ-LALA !