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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Karlsruher Urteil zur Online-Durchsuchung



Webmaster
27.02.2008, 22:43
Es ist schön, dass das Bundesverfassungsgericht dem Schutz der Privatsphäre auch in der virtuellen Welt einen so hohen Wert beimisst. Noch schöner wäre, wenn große Teile der Bevölkerung diese Entscheidung tatsächlich zu schätzen wüssten. Abseits der öffentlichen Empörung über einen Bundestrojaner wird dem Datenschutz in der Online-Welt von den meisten Usern nämlich ein sehr geringer Stellenwert eingeräumt.

Ein hohes GutPersönliche Profile werden leichtsinnig auf Kontakt-Plattformen wie StudiVZ oder Xing veröffentlicht, über Bonusprogramme oder Preisausschreiben werden zahlreiche digitale Spuren hinterlassen. Aber auch wenn die Privatwirtschaft längst eine gigantische Datenmenge über die Verbraucher gesammelt hat, um ihre Produkte noch besser an den Kunden zu bringen, ist es gut, dass das Bundesverfassungsgericht den Bürger vor allzu forschem Datensammlerdrang der staatlichen Strafverfolgungsbehörden schützt. Denn: Terrorgefahr hin oder her – zahlreiche Studien haben belegt, dass das Gefühl der Bedrohung beispielsweise durch Anschläge weit größer ist, als die Bedrohung selbst. Es stünde in keinem Verhältnis, nur wegen dieses Gefühls Freiheits- und Bürgerrechte aufzugeben.

Richtig ist aber auch, dass die Strafverfolger nun in begründeten Fällen tätig werden dürfen. Kriminelle nutzen die modernen Kommunikationstechniken. Und es wäre fatal, wenn sie sich hier sicher fühlen könnten. Denn es ist hauptsächlich die Angst vor Entdeckung, die hilft, Straftaten zu vermeiden.

Detlef von Seggern
27.02.2008, 22:43
Wer gibt hier die Garantie, das keine Online-Durchsuchung seitens der Strafverfolgungsbehörden stattfindet? Kein Mensch merkt es jemals, wenn sein Computer, Online Durchsucht wird! Und das die Strafverfolgungsbehörden, nur in begründeten Fällen tätig werden, kann man weit auslegen und auch interpretieren! "Terroristen" wie auch "Kriminelle", welche erwas planen, werden gewiss keinen Computer benutzen, um sich auszutauschen! Diese werden Wege und Mittel finden, um nicht in das "Visier" der Ermittler zu gelangen!!!

philly
28.02.2008, 08:41
Als ob sich Terroristen dann gegenseitig zumailen "Hey, heute um 11 dann WTC, weißte Bescheid!" :p

Wobei man hier unterscheiden muss. Online-Durchsuchung ist in Ordnung, schließlich braucht es schon eine "Gefahr für Leib und Leben", bis das zum Einsatz kommt. Davon abgesehn bin ich mir nicht sicher, ob die Computer-Experten der Regierung versiert genug sind, die Computer von Terroristen zu hacken...die oft selbst ihre Computerspezialisten haben.

Was aber viel schlimmer ist und dieser Tage vor lauter Jubel um das Online-Durchsuchungs-Gesetz vergessen wird, ist die Vorratsdatenspeicherung. Seit Beginn diesen Jahres werden E-Mail-, (Mobil)Telefon- und Internetverbindungen gespeichert - von jedem Bürger, ohne Verdacht, einfach auf Vorrat. Davon ist irgendwie in keiner Berichterstattung die Rede, da wird nur das neue IT-Grundrecht gefeiert.

Ah doch, sehe gerade, Spiegel Online erwähnt das zumindest in der Berichterstattung, unter dem Titel: "DIE GROSSPROJEKTE DES SPANNER-STAATS". :D Zwar ein wenig Bild-mäßig, aber durchaus nicht falsch.

Interessierter
29.02.2008, 06:00
Wer gibt hier die Garantie, das keine Online-Durchsuchung seitens der Strafverfolgungsbehörden stattfindet? Kein Mensch merkt es jemals, wenn sein Computer, Online Durchsucht wird! Und das die Strafverfolgungsbehörden, nur in begründeten Fällen tätig werden, kann man weit auslegen und auch interpretieren! "Terroristen" wie auch "Kriminelle", welche erwas planen, werden gewiss keinen Computer benutzen, um sich auszutauschen! Diese werden Wege und Mittel finden, um nicht in das "Visier" der Ermittler zu gelangen!!!

"Kein Mensch merkt es jemals, wenn sein Computer, Online Durchsucht wird!"

Wer sich auskennt schon.:)