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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hochzeit ohne Standesamt ?



Detlef von Seggern
04.07.2008, 16:28
Dies ist eine Problematik, welches jedes "Paar" das ab Januar 2009 in den Stand der Ehe treten möchte, selber entscheiden muß (sollte)!
Hier wird eine alt hergebrachte "Gesetzgebung" aus dem Jahre 1875 zu Fall gebracht, welche in den Augen des einen wie auch anderen heutigen Zeitgenossen längst "überfällig" war!?
Damals in den Zeiten von Reichskanzler Otto von Bismark,stand die zivilrechtliche Trauung vor der kirchlichen. Die Kirchen haben damals heftig >dagegen< protestiert, Paare ohne vorhergehende staatliche Zeremonie zu verheiraten.
Und heute, da protestieren sie auch,aber gegen eine Reform, welche die Gesetzgebung von vor 130 Jahren aufhebt und eine Trauung, ohne "Standesamt" ermöglichen soll!
Ein "Für und Wider", wird es bei dieser Debatte immer wieder geben, aber wie gesagt, die Entscheidung liegt bei jedem"einzelnen" selber, egal was für einer Religion er oder sie angehören!
Aber wenn man die Scheidungsraten nach "nur" wenigen Jahren betrachtet, mit all den "bösartigen" Anschuldigen, welche von beiden Seiten geführt werden, auch vom finanziellen Aspekt aus betrachtet,wobei der Mann "meistens" den kürzeren zieht, so wäre es doch angebracht, nur "kirchlich" zu heiraten, um all der "Prozesstur" einer evtl. Scheidung, aus dem Wege zu gehen?
Einer Prozesstur, wo der Anwalt der "lachende" Dritte ist. Vom finanziellen Standpunkt aus betrachtet. Hier ist es natürlich auch nicht verwunderlich, das sich Anwälte gegen diese Reform, welche zum 1. Januar 2009 in Kraft tritt, aussprechen.
Übrigens in Österreich gilt diese Regelung bereits seit 1955, wo sich Paare nur vom Pfarrer trauen lassen können.

Marcel
06.07.2008, 00:34
Mir erschließt sich der Sinn einer Hochzeit ohne Standesamt nicht so ganz...

Seckele
06.07.2008, 00:37
Trennung von Kirche und Staat. Endlich vollzogen? Frage an die anderen Forum-Teilnehmer. Meinungen?http://www.pz-news.de/forum/images/icons/icon10.gif

Ostwestfale
06.07.2008, 09:55
Ein Paar, das sich kirchlich, aber nicht standesamtlich trauen lässt, befindet sich in einer Ehe, die jedoch vom staatlichen Recht als nichteheliche Gemeinschaft angesehen wird - mit allen Konsequenzen.

Das heißt: Kein Unterhalt, kein Erbrecht, kein Steuerfreibetrag, keine Schutzvorschriften für den Schwächeren beim Scheitern der Ehe, auch kein Zugewinnausgleich. Ansonsten auch kein Zeugnisverweigerungsrecht vor Gericht, keine Rechte bei der Totensorge oder bei der Organtransplantation.

Fazit: Mumpitz!