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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Jugendliche gehen beim Arzt in die Schule



Webmaster
28.02.2008, 04:53
Heinrich ist ein wenig kleiner als europäische Skelette. Aber für den Anschauungsunterricht im Schulungsraum beim Verein Power reicht das kostengünstige asiatische Modell allemal, sagt Dr. Herbert Schwager. Der Mediziner hat die Höhen und Tiefen des Arztberufs durchlaufen. Der 52-Jährige arbeitete als Pathologe und als Chirurg und leitete in Rostock eine Klinik. Ein Herzinfarkt und ein Schlaganfall warfen ihn aus dem Berufsleben. Es folgte eine langwierige Reha. „Ich war weg vom Fenster und habe auch Ein-Euro-Jobs annehmen müssen“, erklärt er.

Kenntnisse vor Lehrstellenbeginn„Wir haben hier Klienten, die ebenfalls Umwege gehen müssen“, erklärt Aaron Löwenbein. Deshalb hat er Schwager angeworben. Zusammen mit dem Facharzt und mit Hilfe der Krankenschwester Kornelia Boniewski hat Löwenbein nach eigenen Worten Anfang Januar die erste Lehrpraxis Deutschlands eröffnet. Als Anschauungsmaterial dienen schon mal die Röntgenaufnahmen des Fußes seiner Frau. Eine Knochenwucherung wurde entfernt, den Eingriff können die Teilnehmer in der Unterrichtsklasse deutlich erkennen.

Die Arge Jobcenter schickt Jugendliche und junge Erwachsene ins Projekt, die keinen Schulabschluss haben oder bislang vergebens auf der Suche nach einer Ausbildung sind. In längstens neun Monaten lernen die Teilnehmer alles rund um medizinische Berufe. Den Unterrichtsplan entwickeln die Verantwortlichen Stück für Stück. Die Jugendlichen erhalten auf diese Weise bereits Grundkenntnisse für ihre zukünftige Lehrstelle.

So wie die 17-jährige Derin Fatah. Sie wird in wenigen Tagen ein Praktikum bei einem Zahnarzt beginnen. In diesem einen Monat hat sie etwa durch den Unterricht von Boniewski die Funktion und den Aufbau der Haut kennengelernt und wie Blut zusammengesetzt ist. „Wenn ich nicht in einer medizinischen Klasse wäre, hätte ich nur schwer ein Praktikum bekommen“, glaubt sie. Sind die Patienten von Schwager einverstanden, können die Jugendlichen dem Arzt bei Untersuchungen über die Schulter schauen.

Projektleiter Aaron Löwenbein überlässt nichts dem Zufall, was seinen Klienten für den direkten Weg in die Arbeit nützlich ist. Er sucht zusammen mit Schwager Ausbildungs- und Praktikumsplätze. Löwenbein ist ein Profi, wenn es um die Motivation aus dem Tritt geratener Jugendlicher geht. Mit Erfolg hat er in den vergangenen Jahren für den Verein die Produktionsschulen in Pforzheim aufgebaut.

Neue ComputerSeit November residiert Power mit seinen sechs Qualifizierungs-Bereichen in einem ehemaligen Gebäude der Sparkasse auf einer Etage an der Dammstraße. Ob Medizin, Mediengestaltung, Fotostudio, Metall, Elektrotechnik und der kaufmännische Bereich: Die Verantwortlichen packen die Teilnehmer bei ihren jeweiligen Fähigkeiten. Ein neu ausgestatteter Computerraum etwa mit brandneuen Programmen motiviert zusätzlich.

Im Moment entsteht dort der regelmäßig erscheinende Bürgerbrief für die Oststadt. Hochglanz. In mehreren Sprachen. Auch kleinere Aufträge für Firmen übernehmen seine Schützlinge im Rahmen ihrer Qualifikation. Sorge, zur Konkurrenz von anderen Firmen zu werden, hat Löwenbein dabei nicht. „Jeder Profi ist billiger und besser als wir.“ Was seine Schützlinge dabei lernen könnten an Selbstwert, sei allerdings unschlagbar. Damit die „Versorgungsverwahrlosung“ aufhöre. Denn das sei das Schlimmste.

Zum Nulltarif allerdings gibt es bei Power nichts. Den Zusatz im Vereinsnamen „Produktionsorientierte Aus- und Weiterbildung im europäischen Rahmen“ nehmen alle Beteiligten genau. „Wir bauen den Simulationscharakter ab“, sagt Löwenbein. Denn erst, wenn ein Heranwachsender den Ernst seines Handelns begreife, fange er an, Verantwortung zu übernehmen. Und wo könne er es besser, als dort, wo er etwas über den eigenen Körper erfahre.

Blick über die Schulter des ArztesWenn der Arzt Patienten in seinem Untersuchungsraum empfängt, dann dürfen ihm die Jugendlichen oft über die Schulter schauen. Schon in den ersten Wochen blicken die Verantwortlichen auf eine 33-prozentige Vermittlungsquote in Ausbildungsstellen oder auf weiterführende Schulen. Da sich die Wochenstundenzahl vom 1. März an um 15 auf 30 erhöhen wird, rechnen die Verantwortlichen mit einer noch größeren Effizienz. Insgesamt 45 Qualifizierungsplätze hat Löwenbein in den sechs Abteilungen von Power zu vergeben. Demnächst kann er aber seinen Qualifizierungsbetrieb vielleicht um 24 Plätze aufstocken. Das liege an der Zusage eines Bundesprojekts. „Daran hängen über 800 000 Euro“, sagt Löwenbein. Und viele Möglichkeiten, wie Jugendliche einen Platz im Leben finden können.

wonderbaby
28.02.2008, 04:53
Abgesehn von Dr.Schwager ist die Power e.v. eine einzige Leuteverarsche. Denn das Hr. Löwenbein und die Arge zum 29.02 alle Leute über 25 wieder in die Arbeitslosigkeit geschickt hat wurde nicht erwähnt. Es wurde ein Vertrag bis Okt. 08 abgeschlossen und der wurde jetzt einfach gekündigt weil es keine Fördermittel mehr gibt? Ja klar,die wurden ja in den neu ausgestatteten Computerraum gesteckt!!Wo ist den da bitte die Hilfe die uns versprochen wurde? Hr. Löwenbein ist so unkompetent wie es nur geht, wenn man es noch nicht mal schafft das Gehalt pünktlich zu überweisen oder das blaue vom Himmel verspricht und plötzlich erfährt man das man wieder im Stich gelassen wird. Vill sollten mal die Leute zu dem Thema befragt werden die von Power und der Arge komplett an der Nase herum geführt wurden.

Lehninger
26.04.2008, 01:44
:mad:...also dieses Webmaster und Administrator ist mir zu anonym. Wer steckt dahinter?

Interessierter
26.04.2008, 06:09
:mad:...also dieses Webmaster und Administrator ist mir zu anonym. Wer steckt dahinter?

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