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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Grüne planen Demo in Pforzheim gegen Stuttgart 21



Webmaster
01.10.2010, 15:08
PFORZHEIM/STUTTGART. Der Unmut über das Bahnprojekt Stuttgart 21 hat längst die Grenzen der Landeshauptstadt überschritten. Jetzt solidarisieren sich die Grünen in Pforzheim mit den S21-Gegnern. Am heutigen Freitagabend, um 19 Uhr, planen sie deswegen eine Demostration am Pforzheimer Hauptbahnhof.

Bereits am Nachmittag hatten die Grünen den Gegnern des Bahnprojektes mit bundesweiten Solidaritätsaktionen und scharfen Attacken gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Unterstützung aufgerufen. Nach den Gewalt-Szenen vom Vortag seien bundesweit zunächst mehr als 20 Solidaritätsaktionen unter dem Stuttgarter Protest-Motto „Schwabenstreich“ geplant.

rrrumpelstilzchen
01.10.2010, 15:08
Gut zu wissen. So kann man Pforzebach meiden.
Das gibt dann einen Badenstreich; denn Schwaben sind ja "koine"

Juche
02.10.2010, 10:00
Es bestand kein Grund Pforze zu meiden. Die 60 Demonstranten haben keine Verkehrstörungen verursacht.

BadnerBube
05.10.2010, 11:51
Die Mehrheit im Bundesrat und Bundestag hat diesen Bau beschlossen. Ich denke dass eine Partei die Mitglied davon ist sich auch der Mehrheitsentscheidung beugen muß. Und dadurch kein Recht hat zu Demonstration dagegen aufzurufen.
Aber bei den Grünen scheint das anders zu sein...
Wir das zukünftig bei allen Entscheidungen so sein dass die, die die Abstimmung verloren haben, zum Kampf aufrufen ?

Juche
05.10.2010, 12:12
Lieber Badener,

bei den Grünen ist das auch nicht anderst. Es war einmal eine Grüne Partei, die sich vehement gegen Atomkraft ausgsprochen hat und dann war da plötzlich ein grüner Umweltminister nennen wir ihn mal Trittin. Der hat dann Castortransporte genehmigt und -kommt ihnen das bekannt vor: allen die dagegen demonstriert haben ein Demonstrationsrecht abgesprochen und nun sitzt der Herr Trittin wieder auf der anderen Seite und fährt zu den Atomkraftgegner und wird mit Beifall begrüßt. ;)

Deshalb geht hier auch niemand auf meine Wette ein.

Mit den Anfeindungen gegen die Firma und deren Beschäftigte begibt man sich auf die selbe Stufe wie Herr Rech und Herr Goll. Ich glaube hier sollten alle aufpassen, dass Stuttgart21 nicht zu einer zweiten Startbahn West wird.

bifi
05.10.2010, 15:19
Lieber Badener,

bei den Grünen ist das auch nicht anderst. Es war einmal eine Grüne Partei, die sich vehement gegen Atomkraft ausgsprochen hat und dann war da plötzlich ein grüner Umweltminister nennen wir ihn mal Trittin. Der hat dann Castortransporte genehmigt und -kommt ihnen das bekannt vor: allen die dagegen demonstriert haben ein Demonstrationsrecht abgesprochen und nun sitzt der Herr Trittin wieder auf der anderen Seite und fährt zu den Atomkraftgegner und wird mit Beifall begrüßt. ;)

Deshalb geht hier auch niemand auf meine Wette ein.

Mit den Anfeindungen gegen die Firma und deren Beschäftigte begibt man sich auf die selbe Stufe wie Herr Rech und Herr Goll. Ich glaube hier sollten alle aufpassen, dass Stuttgart21 nicht zu einer zweiten Startbahn West wird.

Immerhin war der Hr. Trittin als Umweltminister zu einem historischen Kompromis fähig: Weiterbetrieb der Atommeiler, aber nur für einen begrenzten absehbaren Zeitraum. Dann ist Schluß mit Atomkraftwerken. Bis dahin müssen aber auch die Atommüllreste, in Castor-Behältern transportiert, von der bearbeitenden Anlage in Frankreich wieder abgenommen und irgendwo in Deutschland zwischengelagert werden. Deshalb hat er sich damals gegen die Demonstration gewehrt, weil er nicht wußte, wohin sonst mit dem Müll, zu dessen Abnahme Deutschland verpflichtet war.

Nun ist aber alles anders. Die Schwarz / Gelben haben den Atomvertrag zugunsten ihrer Lobby einfach aufgekündigt, planen neue Castor-Transporte, diesmal sogar in ein bis dahin möglichst zum Endlager erklärten Gorleben. Dagegen nun zu protstieren und auch zu demonstrieren halte ich absolut für legitim, selbst für einen Hn. Trittin.

bifi
05.10.2010, 17:23
Besser 10 sichere und unter ständiger Kontrolle stehende Atomkraftwerke in Baden-Württemberg, als eines im Elsass, bei dem man nie weiß, wann es uns um die Ohren fliegt...


Tolles Niveau !! Wenn das Bill Gates wüßte (der echte).............

Faelchle
05.10.2010, 19:51
Als Zeichen seiner Verbundenheit zur Atomindustrie könnte Bill Gates ein paar Castorbehälter in seinem Keller einlagern lassen.

J.Bunsenbrenner
05.10.2010, 20:00
Und was hätte Trittin machen sollen? Zu den Franzosen hingehen und sageń "Behaltet unsren Müll"
Will man auf Dauer auf Castortransporte verzichten bleibt nur der Weg aus der Atomkraft und denn hatten die Grünen eingeleitet.

Bill Gates
06.10.2010, 08:16
Strom muss bezahlbar sein, da jeder auf Strom angewiesen ist.
Daß es ggf. sinnvolle Alternativen zur Atomindustrie geben könnte, das steht außer Frage. Aber ebenso hab ich was gegen Windräder! Die verschandeln nicht nur die Natur - gut das tut der Atommeiler aus, aber von dem brauch ich deutlich weniger - nein, sie schädigen auch noch die Fauna.
Wasserkraft schön und gut, aber wenn ich dann so einen Schwachsinn von der EnBW mitbekommen, daß man einen Stausee anlegt, in dem man nachts Wasser hochpumpt, um es dann tagsüber wieder runterlaufen zu lassen, weil man dabei Geld verdienen kann. Ökologisch macht das imo keinen Sinn.

Die Produktion von Solar-Zellen ist auch nicht gerade sauber und die Haltbarkeit der Zellen auch nicht von ewiger Dauer.

Ich kann Euch mein Konzept vorstellen, um von der Atomkraft wegzukommen - könnt Ihr das auch?

Hier mein Vorschlag:
in Regionen, in denen ich bestimmte ökologische Energie in hohem Maß gewinnen kann (z.B. Solar in der Wüste, Wasserkraft im Meer oder in sonstigem Gewässer, Geothermie wo verfügbar), dort baue ich Anlagen zur Herstellung von Wasserstoff. Diesen Wasserstoff kann ich dann wie Benzin oder Öl oder Gas überall dorthin transportieren, wo er gebraucht wird. Wasserstoff benötigt zwar mehr Energie zur Herstellung als er später abgibt, das kann mir ja aber egal sein, wenn ich endlos Energie zur Verfügung habe. Und was ist das Abfallprodukt von Wasserstoff? -> Wasser! Sauberer geht es nicht!

So und jetzt Ihr!

Und das mit den AKWs - was ist Euch lieber, ein sauberes AKW in Deutschland oder ein AKW á la Tschernobyl im Ausland?

Und nochmal: Strom muss bezahlbar bleiben. Kenne auch so ne Ökotante, die die Fresse ganz weit aufgerissen hat, daß sie auf Ökostrom umstellen will - koste es was es wolle. Und was wurde draus - nix, war ihr dann doch zu teuer. Super Moral...

bifi
06.10.2010, 10:04
Einige Ihrer Punkte sind sicherlich bedenkenswert. Allerdings möchte ich dazu aus meiner Sicht klarstellen:

1. Windräder und Wasserkraft "nur" wegen Verschandelung der Natur abzulehnen, ist m.E. einfach nicht mehr möglich. Wir müssen schon alle Möglichkeiten der Natur nutzen, um besonders Strom zu erzeugen. Wobei das Thema "Speicherkraftwerke" zudem noch eine spezielle Bewandnis hat und meines Erachtens keinesfalls unsinnig ist. Denn damit soll "nutzlos" erzeugter Strom in Schwachlastzeiten zum Hochpumpen von Wasser genutzt werden, was dann in Spitzenzeiten innerhalb Sekunden über die Turbinen eines Wasserkraftwerkes zur Verfügung stehen kannn. Dies macht sehr wohl einen Sinn, weil sonst der überschüssige Strom aus der nicht kurzfristig "abstellbaren" Grundlast wie Windräder, Solaranlagen usw., aber halt auch laufenden Kohle- und Kernkraftwerken an der Strombörse an Länder wie Österreich (mit sehr viel leicht "anhaltbarer" Wasserkraft) verschenkt oder sogar gegen Aufpreis abgegeben werden müßte.

2. Natürlich halten Solarzellen nicht ewig. Aber es gibt durchaus bereits über 20 Jahre alte von seriösen Herstellern, deren Leistung nur gering nachgelassen hat. Fortschritte mit ganz neuen Materialien stehen übrigens gerade vor der Produktionsreife.

3. Wasserstoff - Erzeugung und -Transport ist ein technischer Vorschlag, wie er schon länger durch die Medien geht. Allerdings kann noch niemand die Transport- und Lagerrisiken genau abschätzen, die sich bei einer Großproduktion mit Großverbrauch ergeben würden. Ebenso gibt es noch keine bezahlbar einsetzbaren Brennstoffzellen in Großproduktion. Im Moment werden in den sonnenreichen Ländern wohl eher andere Ansätze realisiert wie Stromerzeugung und dessen Transport über verlustarme neue Strom-"Schienen". Wobei ich, ehrlich gesagt, bei beiden Lösungen noch etwas mißtrauisch / skeptisch bin.

Nach wie vor setze ich auf Vermeidung von Energieverbrauch soweit möglich. Hier gibt es noch ein sehr grosses Einsparpotential, was selbst unsere derzeitige Regierung gemerkt hat. Dazu kommt eine dezentrale Energieerzeugung mit erneuerbaren Energien, die sicherlich in 30 - 40 Jahren bis zu 80% ausmachen könnten. Ja, wenn dies nur gewollt würde..........

Bill Gates
06.10.2010, 10:47
Ich lehne Wind- und Wasserkraft ja auch nicht kategorisch ab. Es ist aber auch nicht das Allheilmittel. Es ist nachgewiesen, daß gerade bei Windkraft Tiere gestört werden und sich z.B. Vögel in Nähe von Windkraft nicht mehr blicken lassen. Bei Wasserkraft sehe ich auch Probleme mit der Tierwelt.

Mittelfristig wird kein Weg am Energiemix aus Natur- und Atomstrom vorbeiführen.

Was mich an den Grünen stört ist, daß man Umweltschutz kompromisslos umsetzen will - und das funktioniert nicht. Ich denke da noch an die alten Sprüche von Wegen 5 Mark für den Liter Sprit. Ist doch nicht tragbar, jetzt sind wir bei 2,80 bis 2,90 in DM und jeder Pendler hat nen dicken Hals...

Einsteiner
06.10.2010, 12:29
@ Bill Gates

Strom würde schon bezahlbar bleiben, wenn endlich ein echter Wettbewerb bestünde, aber solang die Energieerzeuger immer größer und gleichzeitig weniger werden und auch noch die Politik Veträge abschließt mit denen sie die Einflussnahme auf diesem Gebiet vollends aus der Hand gibt, werden die Preise eher steigen, egal wieviel Strom auf der Erzeugerseite tatsächlich kostet.
Die Wasserstoffwirtschaft scheint ein Ausweg zu sein, wird aber (warum wohl ?) kaum vorangetrieben ebenso wie die Brennstoffzellentechnik.
Man muss sich ja auch nur vorstellen, dass jeder seinen Strom per Solarzellen selbst erzeugt und den Überschuss dazu benutzt per Elektrolyse in Wasserstoff verwandelt, den er in sonnenarmen Zeiten jederzeit wieder per Brennstoffzelle in Strom verwandeln kann.
Wo ist da für die Energieriesen noch Geld verdient, wenn jeder seinen Strom selber machen und für schlechte Zeiten speichern kann ?
Und womöglich wollen die Leute dann auch ein Brennstoffzellen angetriebenes Elektroauto fahren ? Ja wo bleibt denn dann die Schmierölindustrie und die Zulieferer und Hertzseller von Verbrennungsmotoren und deren Komponenten und zugehörigen Aggregaten ?

http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/forschung-und-technik-ziel-ist-die-wasserstoff-wirtschaft_aid_175214.html
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18662/1.html

Die großen Bremser sitzen in der Ölindustrie und alles was damit zusammenhängt.

Einsteiner
06.10.2010, 12:45
Aber all das hat nichts mit dem eigentlichen Thema Grüne planen Demo in Pforzheim gegen Stuttgart 21 zu tun. :)

Bill Gates
06.10.2010, 12:51
Und auch was den Verkehr angeht kommt wieder die Wirtschaftlichkeit in den Vordergrund.
Fahre z.B. einen 22 Jahre alten Benziner mit D3-Norm (besser als Euro2) und 90PS - somit sehrwohl ein umweltfreundliches Auto - grüne Plakette inklusive! Verbrauch 8 Liter auf 100km.
Kostete mich bislang ca. 1500,- Euro in 1,5 Jahren (also Anschaffung plus alle Reparaturen).
Ein vergleichbares Modell kostet mich ca. 20000,- Euro (plus / minus je nach Austattung, denke aber guter Mittelwert) und verbraucht dann vielleicht 7 Liter. Oder lass es 6,5 Liter sein. Bei einer jährlichen Fahrleistung von ca. 15tkm spare ich ca. 315,- Euro per anno.
Da muss ich aber lange fahren, bis sich das neue Auto wegen des Verbrauchs lohnt...

Dazu kommt: hatte letzt das Vergnügen einen nagelneuen Opel Astra Ecoflex zu fahren. Verbrauch 11 Liter auf der Autobahn. Ich bin überzeugt davon, daß bei gleicher Fahrweise mein altes Auto nicht mehr benötigt hätte. Und so was darf sich Ecoflex nennen.
Man wird doch von der Automobil-Industrie geradezu verarscht...

Was bei der Öko-Bilanz eines neuen Autos noch nciht eingerechnet ist: der Energieverbrauch für die Produktion. Der Punkt darf nicht unterschätzt werden.

Natürlich sollte die Automobil-Industrie gezwungen sein bei Neuwagen den Verbrauch drastisch zu reduzieren - aber dann bitte auch real und nicht auf dem Prüfstand. Das Erlebnis mit dem Opel war erschreckend.

Captain Jack is back
06.10.2010, 14:29
Und das mit den AKWs - was ist Euch lieber, ein sauberes AKW in Deutschland oder ein AKW á la Tschernobyl im Ausland?

.

Okay, es ist eigentlich nicht das Thema, aber nur kurz noch was angefügt. Mag ja sein das ein deutsches AKW sauber und relativ! sicher ist. Aber es benötigt Uran, und dessen Abbau ist alles andere als Sauber. Zudem ist auch dessen Vorkommen begrenzt.

Letzen Endes wird uns nur ein Mix aus vielen verschiedenen Energiespendern und deren Dezentralisierung helfen unsren Bedarf sicher zu decken und bezahlbar zu halten. Und so schlimmfinde ich jetzt Windräder nicht, an Überlandleitungen hat man sich ja auch gewöhnt.

Captain Jack is back
06.10.2010, 14:31
I
Was mich an den Grünen stört ist, daß man Umweltschutz kompromisslos umsetzen will - und das funktioniert nicht. Ich denke da noch an die alten Sprüche von Wegen 5 Mark für den Liter Sprit. Ist doch nicht tragbar, jetzt sind wir bei 2,80 bis 2,90 in DM und jeder Pendler hat nen dicken Hals...

Naja, schon mal überlegt, wir haben nur eine Umwelt, ist die kaputt gibt es bei Aldi keine neue.