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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kutschen-Unfall: Bürgermeister widerspricht Polizei



Webmaster
09.02.2011, 02:50
NEULINGEN. Als „nicht nachvollziehbar“ hat der Neulinger Bürgermeister Michael Schmidt die Aussage der Polizeidirektion Pforzheim gewertet, dass Pferdegespanne auf Feld-, Rad- und Waldwegen nicht fahren dürfen. Entstanden war die Diskussion durch den Kutschenunfall mit tödlichem Ausgang am Sonntag auf der Kreisstraße zwischen Nußbaum und Göbrichen.



Der Neulinger Verwaltungschef möchte als Fazit aus dem katastrophalen Unfall vom Sonntag die Diskussion in die Richtung vorantreiben, dass Kutschen auf Feldwegen sehr wohl besser aufgehoben seien als auf vielbefahrenen Kreis- und Landesstraßen. „Leicht irritiert“ sei er deshalb gewesen, als er von der Reaktion der Polizei gehört habe. Es gebe seines Wissens kein allgemeines Feldweg-Fahrverbot für Kutschen. Vielmehr seien neben landwirtschaftlichen auch sportliche Nutzungen durchaus erlaubt. Hintergrund: Die Feldwegesatzungen werden von den Gemeinden formuliert und mit dem Gemeinderat abgestimmt.

Schmidt argumentierte ferner, dass es zwar auf Waldwegen und in Biotop-Bereichen deutliche Einschränkungen der Nutzbarkeit gebe, die allgemeinen Feldwege auf der Neulinger Gemarkung hätten in aller Regel aber einen asphaltierten Ausbaustandard von über drei Metern Breite. Auf jeden Fall also tauglich für Pferdegespanne. mar

WhoIsWho
09.02.2011, 02:50
Meiner Meinung nach sollten solche Kutschen nur auf Feldwegen fahren dürfen. Alles andere ist viel zu gefährlich. Betrifft übrigens auch Traktoren.

C.Löffelhardt
09.02.2011, 07:45
Wir Kutschfahrer würden uns sehr freuen, wenn wir zukünftig im Wald fahren dürften.

Aber eine Kutsche ist ein Fahrzeug und sämtliche landwirtschaftlichen, Forst- und Feldwege sind nach geltendem Landeswaldgesetz für Fahrzeuge aller Art gesperrt. Wenn man mit der Kutsche solche Wege benutzen möchte, muß man sich diese gg. Jahresgebühr beim Forstamt genehmigen lassen (unabhängig von Gewerbe oder Freizeit) und man kann sich nicht alle Wege genehmigen lassen, die man vielleicht irgendwann mal nutzen möchte. Zumal die Verhandlungen mit dem Forst nicht einfach sind und nicht jeder Kutschfahrer das Glück hat, überhaupt Wege genehmigt zu bekommen.

Ich persönlich nutze Rad- und Wirtschaftswege trotzdem lieber und riskiere lieber die 20,- € Bußgeld als mein Leben, aber grundsätzlich gehören nach Gesetzeslage Kutschen auf die Straße. Und das wird nicht von der Gemeinde geregelt, sondern ist Landesgesetz.

Überdenken muß man die Überschrift der Artikel zum Thema:
Es handelt sich NICHT um einen Kutschen-Unfall, die Kutsche war nicht der Auslöser, sondern es ist eindeutig ein AUTO-Unfall mit einer Kutsche.

Die Diskussionen daraufhin jetzt allgemein rund um das Thema Kutschefahren sind meines Erachtens völlig unnötig!

Die Autofahrerin wäre auch genauso in einen langsamen Traktor gerast oder in eine Radlergruppe oder eine Gruppe Wanderer, die an der Stelle die Straße gequert hätte.

Das hat alles mit einer Kutsche nichts zu tun. Wenn man nichts sieht, muß man seine Geschwindigkeit anpassen.

Carola Löffelhardt

Harrybert
09.02.2011, 07:57
Hallo Who isWho,

machen wir es uns nicht ein bischen einfach, einfach Kutschen und Traktoren von der Straße zu verbannen? Vielleicht besteht für diese Leute keine andere Möglichkeit an ihr Ziel zu gelangen? Denke, dass niemand aus Spass an der Freude auf der Landstraße fährt um das Risiko einzugehen z.B.riskant überholt zu werden. Da ich selber Kutsche fahre wäre ich allerdings auch sehr dankbar, wenn wir mehr Feld- und Waldwege fahren dürften. Auch wir haben schon auf der Landstraße fahren müssen, weil der Radweg nebenan für Fahrzeuge gesperrt ist.
Aber es ändert nichts, was wäre pasiert, wenn statt der Kutsche dort ein Auto mit Panne gestanden hätte, dessen Faher gerade das Warndreieck auf dem Kofferraum holen wollte, oder eine Gruppe Rennradfahrer gefahren wären?

Gruß Harrybert

Schtoi
09.02.2011, 08:50
Morgen,

der Bürgermeister aus Neulingen gehört sofort von seinem Amt als Bürgermeister entbunden.

Seine Befangenheit spiegelt sich in jedem seiner Sätze wieder.

Die Unfallfahrerin hätte wie Frau Löffelhardt geschrieben hat, sicherlich auch jedes andere Langsamfahrende Hinderniss gerammt!!!

Jööte
09.02.2011, 10:33
Morgen,

der Bürgermeister aus Neulingen gehört sofort von seinem Amt als Bürgermeister entbunden.

Seine Befangenheit spiegelt sich in jedem seiner Sätze wieder.

Die Unfallfahrerin hätte wie Frau Löffelhardt geschrieben hat, sicherlich auch jedes andere Langsamfahrende Hinderniss gerammt!!!

Das hätte ich gerne erfahren: Warum fährt man einfach so weiter, obwohl man durch die Blendung absolut nichts sieht? Mir passierte das auch schon und bremste ab. So ein Blindflug hat wieder einmal zur Katastrophe geführt.

Jööte
09.02.2011, 10:36
Am Besten wäre es, wir lassen niemanden mehr auf den Straßen dahren, denn das alles ist ja viel zu gefährlich :rolleyes:

Dann gehen die teuren Straßen auch nicht mehr kaputt, gell!

echthe
09.02.2011, 10:50
"Dumm gschwätzt isch glei"

Jööte
09.02.2011, 12:42
"Dumm gschwätzt isch glei"

Zwischen Dummheit und Ironie sollte man unterscheiden können.
Das Recht die Straße zu benutzen, steht im Grunde jedem zu, vorausgesetzt die StVO wird eingehalten. Basta!:mad::mad:
Warum Feld- u. Waldwege für Pferdefuhrwerke gesperrt sind, ist mir schon immer ein Rätsel. Waren die auch schon damals gesperrt, als es noch gar keine Autos gab?

aufmerksam
09.02.2011, 14:16
Wir Kutschfahrer würden uns sehr freuen, wenn wir zukünftig im Wald fahren dürften.

Aber eine Kutsche ist ein Fahrzeug und sämtliche landwirtschaftlichen, Forst- und Feldwege sind nach geltendem Landeswaldgesetz für Fahrzeuge aller Art gesperrt. Wenn man mit der Kutsche solche Wege benutzen möchte, muß man sich diese gg. Jahresgebühr beim Forstamt genehmigen lassen (unabhängig von Gewerbe oder Freizeit) und man kann sich nicht alle Wege genehmigen lassen, die man vielleicht irgendwann mal nutzen möchte. Zumal die Verhandlungen mit dem Forst nicht einfach sind und nicht jeder Kutschfahrer das Glück hat, überhaupt Wege genehmigt zu bekommen.

Ich persönlich nutze Rad- und Wirtschaftswege trotzdem lieber und riskiere lieber die 20,- € Bußgeld als mein Leben, aber grundsätzlich gehören nach Gesetzeslage Kutschen auf die Straße. Und das wird nicht von der Gemeinde geregelt, sondern ist Landesgesetz.

Überdenken muß man die Überschrift der Artikel zum Thema:
Es handelt sich NICHT um einen Kutschen-Unfall, die Kutsche war nicht der Auslöser, sondern es ist eindeutig ein AUTO-Unfall mit einer Kutsche.

Die Diskussionen daraufhin jetzt allgemein rund um das Thema Kutschefahren sind meines Erachtens völlig unnötig!

Die Autofahrerin wäre auch genauso in einen langsamen Traktor gerast oder in eine Radlergruppe oder eine Gruppe Wanderer, die an der Stelle die Straße gequert hätte.

Das hat alles mit einer Kutsche nichts zu tun. Wenn man nichts sieht, muß man seine Geschwindigkeit anpassen.

Carola Löffelhardt


Endlich ein Kommentar, der sich lesen lässt: Zum einen wird aufgezeigt, dass der Bürgermeister, der in einer nicht gerade freundlichen Art die Polizei kritisiert, sich besser erst rechtskundig gemacht hätte, anstatt in seiner öffentlichen Funktion falsche Rechtspositionen auszuposaunen. Ein Amt verpflichtet zur Verantwortung und ausgewogener Beurteilung. Dem wurde hier nicht nachgekommen!

Zum anderen und das ist noch wichtiger: Der Bürgermeister macht hier das Opfer, also den Fahrer der Pferdekutsche, quasi zum Täter und die "Täterin", die Autofahrerin, zum Opfer. Ross und Reiter werden vertauscht. Es ist eben richtig, dass man die langsam fahrende Kutsche beliebig mit anderen sich langsam bewegenden Verkehrsteilnehmern (bspw. Radfahrern, Traktoren, Wanderern usw.) ersetzen kann, "wenn man nichts sieht, muss man seine Geschwindigkeit anpassen". Möchte der Bürgermeister dann folgerichtig auch die Radfahrer usf. von der Straße auf Feldwege und Waldwege verbannen? Bevor man sich öffentlich äußert sollte man erst einmal nachdenken, gerade wenn es um ein so tragisches Ereignis geht!!!

C.Löffelhardt
09.02.2011, 15:19
Ist zwar "offtopic", aber trotzdem: Zu Kaisers Zeiten fuhren in ihrer Notsituation viele mit Gespannen in den Wald, um Holz zu stehlen (passiert ja auch heute wieder häufiger) und der Kaiser erließ damals das Verbot, mit Fahrzeugen den Wald zu befahren. Angeblich ist das der Grund...

Anmerken muß man auch, daß viele Wege durch Schranken gesperrt sind und man oft gar nicht weiterkommt. Dann parken zusätzlich oft noch Autos direkt vor den Schranken. Andererseits ist es aber auch so, daß dort, wo es keine Schranken gibt oder diese offen sind, auch häufig Autos im Wald (unbefugt) fahren bzw. auch einfach mitten auf dem Weg parken.

Übrigens haben wir genehmigte Strecken, auf denen wir uns auch die meiste Zeit bewegen. Aber manchmal möchten wir auch "auswärts" fahren und da muß man manchmal auch auf die Straße ausweichen (wenn ich das auch möglichst vermeide).

INNERORTS mit lauter Straßen mit Rechts-vor-Links hat kürzlich beim Überholen trotzdem ein Auto mein Pferd gestreift, sodaß der Rückspiegel des Fahrzeugs laut eingeklappt ist. Glücklicherweise blieb mein Pferd cool, sonst hätte das u.U. auch eine Kettenreaktion provoziert.

pforzheimer007
09.02.2011, 16:05
...ich kam zufällig kurz nach dem unfall mit dem rennrad an die unfallstelle...übel...echt übel und insofern überlege ich mir nur -> wäre ich als radfahrer dann von der autofahrerin ggf. auch übersehen worden?

insofern denke ich, man sollte sich mit dem total gesunden menschenverstand dem thema widmen:
a) wenn mich die sonne blendet muss ich ne sonnenbrille aufsetzen oder so fahren, dass ich niemand übersehe....
b) es wird wohl niemand etwas dagegen haben, wenn an einem sonntag mittag eine kutsche über einen feldweg fährt....
c) trotz allen regelungen + vorsichtsmaßnahmen werden unfälle einfach immer wieder passieren = niemand von uns ist unfehlbar....

lovo
09.02.2011, 16:16
Danke Frau Löffelhardt.

Einsteiner
09.02.2011, 21:46
Wenn man die Wald- und Feldwege jetzt für Kutschen freigeben würde, hätte man nur ein Problem gegen ei anderes eingetauscht.
Denn ich wette mit jedem, dass sofort die Spaziergänger und Wanderer auf die Barrikaden gehen würden. Zum einen wegen der Hinterlassenschaften der Pferde und zum anderen wegen der entstehenden räumlichen Enge im Begegnungsverkehr.
Auch nicht zu vergessen sollte man Menschen mit Hippophobie.

wolle
10.02.2011, 00:35
Möchte ein paar Punkte anmerken.
1. Das mit der Blendung geht ganz schnell. Auf einmal siehst du nichts mehr. Voralledingen wenn du aus einer Kurve kommst und voll geblendet wirst.
2. Meines Wissen nach muss ein Fahrzeug Beleuchtungsanlagen haben um auf der Strasse fahren zu dürfen.Ich glaube sogar Reiter müssen extra gekennzeichnet sein.
3.Soviel ich weiss hat die Polizei mehr Ahnung von der Verkehrsordnung
als ein Bürgermeister.
Die Schuld an diesem verhängnisvollen Unfall wird bestimmt geklärt werden.