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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wellenbad erhält letzte Schonfrist



Webmaster
01.03.2008, 15:02
SCHÖMBERG. Und wieder einmal heißt es abwarten: Auch bei der jüngsten Sitzung des Wellenbad-Aufsichtsrates wurde keine Marschroute für die Zukunft festgelegt. Die Mitglieder haben neue Berechnungen beantragt.

Bei der Sitzung wurden die Kosten für einen Rückbau der Schömberger Einrichtung zu einem reinen Bedarfsbad vorgelegt. Sie liegen zwischen 350 000 und 400 000 Euro jährlicher Belastung, so Aufsichtsrat-Vorsitzender Manfred Raab. Und damit über der Schmerzgrenze, die man auf 350 000 Euro festgezurrt hat. Dennoch hat der frühere CDU-Gemeinderat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. „Es sind noch ein paar Fragen offen“, betont er. Denn die steuerlichen Vorteile der Gemeinde seien noch nicht eingerechnet worden – und das soll jetzt geschehen.

Weniger Schwimm-UnterrichtAlle Beteiligten hätten den Willen, den Schülern, Vereinen und Bürgern ein Bad mit 25-Meter-Bahn, Lehrschwimmbecken und Sauna zu bieten. „Wir sollten die Flinte deshalb nicht ins Korn werfen“, so Raab. Auch sein Kollege Bernhard Blaich sieht noch Chancen, das Bad zu erhalten. Die Folgen der mittlerweile gut einjährigen Schließung seien zwar nicht so gravierend wie anfangs befürchtet. „Aber wir brauchen etwas für die Vereine und Kinder – und auch die Bevölkerung wird es dann wieder annehmen.“

Aufsichtsrat Helmut Sperth macht jedoch auch klar: „Wenn das Limit überschritten ist, dann können wir das Bad nicht halten.“ Die Gemeinde habe schließlich auch andere wichtige Aufgaben zu erfüllen. Der SPD-Gemeinderat ist auch Rektor der Ludwig-Uhland-Schule – und hat hautnah miterlebt, wie sich die Schließung des Wellenbads auf den Schwimm-Unterricht ausgewirkt hat. „Es ist natürlich nicht mehr so optimal wie früher“, so Sperth.

Damals seien die Schüler von der zweiten bis zur sechsten Klasse im Schwimmen unterrichtet worden. „Das lag allerdings weit über dem Standard“, betont er. Mittlerweile wird nur noch der Lehrplan erfüllt: Schwimmen steht in der dritten und fünften Klasse auf dem Stundenplan. Die Schule weicht auf das Bad in Huchenfeld aus, was eine recht weite Anfahrt bedeutet. Dennoch seien die Schüler über eine Stunde im Wasser. „Es funktioniert“, zieht Sperth eine erste Bilanz.

Vereine in RuhestellungDas können die beiden Schömberger Schwimmvereine – der Schwimmclub und die DLRG – nicht gerade behaupten. Das Vereinsleben ist praktisch zum Erliegen gekommen, seit das Wellenbad geschlossen ist. „Wir sind in Ruhestellung, das Vereinsvermögen ist eingefroren“, so Schwimmclub-Vorsitzender Eugen Koch. Man habe zwar im Bad der Pforzheimer Fritz-Erler-Schule eine Trainingsmöglichkeit gehabt. Die Fahrerei sei jedoch teuer und aufwendig gewesen und irgendwann habe das Interesse ganz nachgelassen.

Bei der DLRG ist nur noch der ganz harte Kern aktiv, so Vorsitzende Monika Schmitter. Der Verein hat in Wildbad eine Trainingsmöglichkeit, von den einst 130 Mitgliedern sind dennoch nur 60 übrig geblieben. Und wenn das Wellenbad nicht mehr öffnet, wird der Verein sich auflösen. Beide Vorsitzende bedauern die Entwicklung. „Aber ohne Wasser gibt es eben keine Schwimmvereine.“

Am 1. April wird der Aufsichtsrat erneut tagen und dann auch

eine Empfehlung aussprechen. Am 8. April entscheidet der

Gemeinderat endgültig über das Wellenbad.

Chatter
01.03.2008, 15:02
Der nördlichste aller Leuchttürme leuchtet seit 1 Jahr nicht mehr. So innovativ gedacht, so innovativ ist der Stern am Schömberger Nachthimmel verblasst.
Warum, so stellen sich viele Zeitgenossen die Frage, hat man vor dem Umbau und Neubau des Freizeitbades nicht bedacht, dass die finanzielle Decke zu kurz ist. Gut das man die Notbremse gezogen hat um die Steuerzahler nicht weiter bluten zu lassen. Nicht gut, dass niemand zur Rechenschaft für diese Verschwendung gezogen wird. Und es geht schon wieder los,
Rückbau 350 000 €, andere Verwendung und so weiter. Macht doch mal ein Preisausschreiben und befragt die Bevölkerung - aber vorher teilt dem Steuerzahler die realen Kosten mit. Denn was dem Einen gut und billig, erscheint ist dem Anderen teuer.