PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tempo Todesursache Nummer eins



Webmaster
02.03.2008, 10:19
PFORZHEIM/ENZKREIS. Noch nie seit der Kreisreform 1972 kamen so wenige Menschen im Verkehr ums Leben wie im vergangenen Jahr. Vor 30 Jahren war das Verkehrsaufkommen geringer – dafür gab es 70 Tote.

PFORZHEIM/ENZKREIS. Noch nie seit der Kreisreform 1972 kamen so wenige Menschen im Verkehr ums Leben wie im vergangenen Jahr. Vor 30 Jahren war das Verkehrsaufkommen geringer – dafür gab es 70 Tote.



Vier getötete Personen im Enzkreis, drei in Pforzheim – in nüchternen Zahlen ausgedrückt, sind dies für das Jahr 2007 bei rund 8400 Unfällen über ein Drittel weniger Tote als im Vorjahr. Auf der Autobahn – die Zahl der Unfälle kletterte um über zwölf Prozent auf 1267 – starben zwei Menschen (im Jahr davor waren keine Toten zu beklagen). In der Stadt mit ihren rund 116 000 Einwohnern und 63 400 registrierten Kraftfahrzeugen ist das Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden, ungleich höher als im Enzkreis mit 196 000 Einwohnern und 151 000 zugelassenen Fahrzeugen. In der Stadt ereignen sich 42 Unfälle je 1000 Einwohner, im Kreis 19. Überproportional sind 18- bis 24-Jährige vertreten. Mit Blick auf den furchtbaren Unfall im Januar auf der Wilferdinger Straße spricht Polizeichef Holger Trunk von „maßloser Selbstüberschätzung und Leichtfertigkeit“ dieser Altersgruppe. Sie machen nur acht Prozent der Bevölkerung aus– doch unter ihnen sind 14 Prozent aller Toten, 16 Prozent der Leicht- und 23 Prozent aller Schwerverletzten. Sie waren in 14 Prozent der Unfälle Hauptverursacher. In 22 Prozent aller Unfälle unter Alkohol trugen sie die Hauptschuld und in knapp der Hälfte aller Fälle, bei denen Rauschgift im Spiel war.

Die Hauptunfallursachen waren Abbiegen/Wenden und überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit, gefolgt von Vorfahrtsverstößen, Abstandssünden Alkoholfahrten und zu gewagten Überholmanövern.

Die Unfallschwerpunkte lagen auf der Strecke zwischen Ersinger Kreuz und der Autobahn-Anschlussstelle Pforzheim West (22 Unfälle, einer davon tödlich), und auf den Kreuzungen Habermehl-/ Benckiserstraße und Kelterstraße/ Viktoriabrücke. Im Enzkreis krachte es am häufigsten in Niefern (B 10) und auf der B 35 zwischen Lienzingen und Illingen, wo 1800 Lastwagen pro Tag unterwegs seien und zum Überholen verführten, so Polizeihauptkommissar Roland Fränkle.

Immer mehr los auf der A 8Kopfzerbrechen bereitet die Verkehrsmenge auf der A 8, die stärker steigt als erwartet. Im Schnitt waren es 2007 über 76 000 Fahrzeuge zwischen den Anschlussstellen Pforzheim Nord und Ost. 21 Prozent waren Brummis. Die Trucker, obwohl hoch belastet durch enge Zeitpläne, verursachten nur 13 Prozent der Unfälle. Fränkle: „Das sind Profis, die verdienen mit Fahren ihr Geld“.

pfbuerger
02.03.2008, 10:19
Nicht nur tägliche Risikofahrten einer überwiegend jugendlichen "Möchtegernrennfahrer"_Klientel, nein allgemein betrachtet sind es alle die einfach ignorant am Straßenverkehr teilnehmen. Vielen scheint der "komische Hebel links am Lenkrad" nicht bekannt zu sein,zumindest seine Funktion. Da wird beim Herausfahren vom Bordstein, bei Fahrstreifenwechsel, beim Abbiegen und noch vielem mehr einfach nicht geblinkt. Nur durch mein vorausschauendes und umsichtiges Fahren, ich bin täglich im Aussenddienst auf Pfoorzheims Straßen unterwegs, habe ich Glück gehabt und bin so manchem Crash entkommen. Also: "Blink mal wieder"...

544ernst
02.03.2008, 17:12
meine Beobachtungen im Straßenverkehr lassen nur den Schluß zu, daß, wie auch die Moral in unserer Gesellschaft, immer mehr zu wünschen übrig läßt.
Selbst die einfachsten Regeln, die einem in der Fahrschule beigebracht wurden, werden nicht beachtet.
Würden unsere Verkehrsüberwacher einmal nur die Verkehrskreisel überwachen und die ausfahrenden Nichtblinker mit einem Strafmandat belegen - die Stadtkasse würde es danken.
Entweder fehlt dazu das Personal oder ist die Rechtslage, diese Delikte zu verfolgen, zu aufwendig!?

SchmidtU
05.03.2008, 16:04
Man sollte sich vielleicht auch einmal mit dem Gedanken beschäftigen, weshalb diese riskanten Überholmanöver gemacht werden. :cool:
Auch mir fällt es manchmal schwer mit 60 kmh die Landstraße entlang zu schleichen, obwohl ich 100 fahren dürfte und auch ohne Probleme könnte. Wäre da nicht mal wieder das besondere Klientel (Opa, Mercedes und Hut auf dem Kopf) mit seinem 80 000 Euro Schlachtschiff (ohne die Sonderaustattung Blinker und Rückspiegel, aber mit eingebauter Vorfahrt) vor mir und würde statt einen Spaziergang eine Spazierfahrt um die Umgebung anzuschauen vollziehen.
Oft werde ich dann auch noch mit einem Hupkonzert und einem Fernlichterspiel (wer hätte gedacht das sie wenigstens diese Funktion in ihrem Auto beherrschen) verabschiedet, wenn es mir dann an einer ungefährlichen Stelle doch endlich möglich war zu Überholen.
Aber es werden ja doch immer nur die Gründe in den Vordergrund gestellt, die man im Vordergrund sehen möchte. :rolleyes: