PFORZHEIM. Die DGB-Jugend und der Stadtjugendring haben gegen rechtsextreme Umtriebe am Pforzheimer Gedenktag demonstriert. Ihre Aktion „Bunt statt braun“ stieß meist auf Zustimmung. Aber eben nicht immer.
Wenige Minuten genügen, um die ganze Palette zu sehen. Von Zustimmung reichen die Reaktionen der Passanten in der Innenstadt über Gleichgültigkeit und Resignation.
„Es hilft ja doch nichts“, sagt ein Mann, als ihm ein Flugblatt in die Hand gedrückt wird. „Verboten gehört das“, sagt er mit Blick auf die Mahnwache, die der rechtsextreme „Freundeskreis Ein Herz für Deutschland“ am Jahrestag der Zerstörung Pforzheims durch alliierte Bomber auf dem Wartberg abhalten darf. Damit steht er aber zumindest in der Sache an der Seite von Christian Velsink, der ihm das Papier in die Hand gedrückt hat. Velsink ist Jugendsekretär der IG Metall.
Einer von denen, die in den Ausbildungswerkstätten der Betriebe die Erfahrung machen, wie gut das Miteinander von zig Nationalitäten laufen kann. Auf Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und überhaupt auf alles Rechtsextreme reagiert er darum besonders empfindlich. Auch auf das, was er Verdrehung der Tatsachen und der Geschichte nennt: Dass „die Nazis da oben laufen“, und dazu nickt er mit dem Kopf in Richtung Wartberg. Gesetzlich sei es erlaubt, aber man müsse zeigen, dass hier kein Platz für sie sei.
Phänomen nimmt zuEs gibt auch Leute, die diese Aktion der rund 15 Junggewerkschafter und Stadtjugendring-Mitarbeiter ablehnen. Weil sie der Kundgebung auf dem Wartberg überhaupt erst Aufmerksamkeit verleihe, lautet ein Argument. Das andere, so berichten der regionale DGB-Chef Martin Spreng und der kommissarische Stadtjugendring-Geschäftsführer Hartmut Wagner, sei die Gleichsetzung, dass links so schlecht sei wie rechts. „Eine Vorverurteilung“, sagt Spreng. Und gefährlich, findet Wagner.
Man müsse jungen Leuten erlauben, sich gegen Rechtsextremismus zu positionieren. Alleine schon, weil das Phänomen zunehme, wie auch die Streetworker des Stadtjugendrings registrierten, so Wagner. Das gehe seit etwa einem Jahr so. „Wir haben übers Streetwork Kontakt zu rechten Gruppen, dies es vorher so nicht gab.“



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in der PZ gesehen. Die jungen Leute erinnerten eher an Teilnehmer eines Rosenmontag Zuges, als das sie sich auch wohl selbst betrachten mussten. Mit Ausnahme bekannter Wichtigtuer, die alles und jedes nutzen, um mal wieder eine Kamera auf sich gerichtet zu sehen.


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