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  1. #1
    Administrator
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    Standard

    Die in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Gemeinden (ACG) Pforzheim rund 30 zusammengeschlossenen evangelischen und katholischen Kirchen und Gemeinden haben sich aus aktuellem Anlass auf ihrer Vollversammlung am 11. März 2009 in Pforzheim mit den judenfeindlichen Vorkommnissen in Pforzheim befasst und die folgende Stellungnahme beschlossen:

    „Als christliche Gemeinden verstehen wir den Menschen als Ebenbild Gottes. Daraus ergibt sich für uns unzweifelhaft, dass die Würde des Menschen unantastbar ist.

    Als christliche Kirchen leben wir von unseren jüdischen Wurzeln. Auch aus diesem Grund sind wir mit unseren jüdischen Mitbürgern solidarisch. Jesus, den wir als unseren Herrn verehren, war selbst ein Jude.

    Wir sehen uns in der Tradition der „Woche der Brüderlichkeit“, die für Toleranz, für einen menschenwürdigen Umgang und für einen ehrlichen Dialog mit anders denkenden und anders gläubigen Menschen in unserer Gesellschaft steht. Dies kam jetzt gerade bei einem Gesprächsabend unter Jugendlichen zum Ausdruck. Auch die Unterstützung der „Woche der Brüderlichkeit“ durch die Stadt Pforzheim und die örtliche Presse nehmen wir dankbar zur Kenntnis.

    Umso empörender und beschämender ist aus unserer Sicht, wie ein Schüler eines Gymnasiums und seine Familie von Klassenkameraden öffentlich diffamiert und mit antijüdischen Aktionen bedroht wurde. Wir verstehen die Beunruhigung vieler Menschen auch über Pforzheim hinaus.

    Wir möchten den Schülern und der Schulleitung dieses Gymnasiums gegenüber unseren Respekt zum Ausdruck bringen für die spontane Solidarisierung mit dem wegen seines jüdischen Glaubens geschmähten und gedemütigten Schüler.

    Als christliche Kirchen sehen wir uns verstärkt verpflichtet, im Religionsunterricht der Pforzheimer Schulen und bei anderen Veranstaltungen in geeigneter Weise die Problematik der Judenfeindlichkeit aufzugreifen und Wege der Information, der Nachdenklichkeit und des gegenseitigen Respekts zu finden und zu gestalten. Wir setzen uns dafür ein, dass für Angehörige verschiedener Glaubensrichtungen noch mehr Möglichkeiten zur Begegnung und zum Gespräch geschaffen werden.

    Wir bitten alle für die Erziehung Verantwortlichen unserer Stadt, aufklärerisch und pädagogisch angemessen auf die Vorkommnisse einzugehen und eindeutig darauf hinzuwirken, dass jede Form von Judenfeindlichkeit keinen Nährboden findet.

  2. #2
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    Ja! Es wäre im Sinne aller, pädagogisch angemessen zu reagieren.

    Susi
    Ich bin verantwortlich für das was ich sage, nicht was andere verstehen (wollen).

  3. #3
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    Ich möchte jetzt hiermit auf dieses Thema , in keinster Weise eingehen.Aber warum
    mischen sich die Kirchen, in diese Angelegenheit rein?
    Habe in >Mensch - Wikipedia< ein Text gefunden, den ich passend, zu diesem Artikel finde.

    Zitat:

    Recht
    Gemäß Art. 1 Grundgesetz ist jeder Mensch, und damit jedes menschliche Leben [11], Träger der Menschenwürde. Es gibt Gesellschaften, in denen das nicht jeder Mensch ist: In Stammesgesellschaften beispielsweise kann ein Neugeborenes bis zur Anerkennung durch den Vater ohne Rechtsfähigkeit sein; in Staaten mit Sklaverei gelten Sklaven zuweilen als „Sachen“ u. a.

    Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen soll in jedem Staat einen Grundstatus vorgeben. Gemäß diesem Menschenbild besitzt jeder einzelne Mensch von Geburt an eine besondere, unantastbare und unveräußerliche Würde. Aus diesem Grund hat jeder Einzelne bestimmte Rechte, zum Beispiel das Recht auf Leben, auf körperliche Unversehrtheit, auf Religionsfreiheit und auf Meinungsfreiheit sowie auf einen angemessenen Arbeitslohn. Dieses Ideal ist aber nicht überall verwirklicht, denn in vielen Staaten werden Leute ohne Gerichtsverfahren eingesperrt, Gefangene gefoltert, Frauen und Kinder unterdrückt und Menschen leben in Armut. Ferner wird das Grundrecht auf Leben, obgleich mit dem Begriff der Würde eng verknüpft, in keinem Land als unantastbar angesehen, da eine solche Unantastbarkeit mit jeglicher Bewaffnung (Armee, Polizei usw.) im Widerspruch stünde. Zum Grundrecht auf Leben siehe auch die Entscheidung des deutschen Bundesverfassungsgerichts zum Abschießen von durch Terroristen entführten Flugzeugen [12].

    Manche Kulturkreise und Religionen kennen keine allgemein gültigen Menschenrechte. Insbesondere im Judentum, Christentum, Islam, der indischen und der chinesischen Kultur gibt es Strömungen, die einen Unterschied zwischen „Gläubigen“ und „Ungläubigen“ oder zwischen den Rechten des Mannes und denen der Frau machen.
    Geändert von Detlef von Seggern (17.03.2009 um 18:43 Uhr)

  4. #4
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    Judenfeindlichkeit in Pforzheim, wenn ich das schon wieder lesen muß.
    Pforzheim ist nicht judenfeindlich.
    Da haben ein paar Kinder einige dumme Sprüche gemacht und schon wird jedem Deutschen gleich wieder von allen Seiten die Kollektivschuld vorgeworfen.
    Ich glaube das das vielen Deutschen ziemlich auf die Nerven geht.
    Auf die Art schaffen wir es nie ein normales, entspanntes Verhältniss zwischen Juden und Nicht-Juden zu schaffen.

  5. #5
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  6. #6
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    Wenn ich das richtig gelesen habe wollen die christlichen Kirchen bzw. die ACG am liebsten einen jüdischen Religionsunterricht abhalten damit unsere Jugend ein beseres Verständnis für diese Religion entwickelt ?Oder habe ich da etwas missverstanden ? *Ironie pur*


    @BadnerBube
    So sehe ich das auch.

    Und . . .
    Also steckt mich doch endlich in eure rechte Schublade. Mehr als rechts oder links können einige User dieses Forums sowieso nicht unterscheiden, da ist es schon besser mich recht - im Sinne von richtig, was in dem Fall aber falsch ist - einordnen zu können.

    27037810
    Die Japaner lassen sich auch nur ein X für ein U vormachen
    .
    Japan ist Atomstromfrei seit 16.09.2013
    http://www.tagesspiegel.de/politik/a...i/8792556.html
    --------
    „Denke niemals dass der Krieg, egal wie erforderlich oder wie begründet er ist, kein Verbrechen sei.“ E.Hemingway
    __________________________________
    ... und so mancher Beitrag ist (mir) keine Antwort wert.



  7. #7
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    Wir haben in Deutschland längst die Situation, dass es heißt:
    "Wer nicht für mich ist - ist gegen mich".

    Und so geschieht es, dass
    sich die Kirchen einmischen und
    sich der Gemeinderat aus Niefern-Öschelbronn gezwungen sieht, ein klares Statement abzugegen
    Vermutlich geschieht das aus dem ganz einfachen Grund heraus:
    Wer sich nicht öffentlich mit Reden, Briefen, Interviews distanziert, dem wird Neutralität abgesprochen, der kann nicht neutral sein, der sieht zu, der ist Mitwisser, der ist Zuschauer und unterstützt somit die Judenfeindlichkeit.

    Susi

  8. #8
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    Ausrufezeichen Menschen in Pforzheim haben andere Probleme

    Warum hat man das Ergebnis der krichlichen Vollversammlung über die Nieferner Vorkommnisse nicht dort abgedruckt, wo es (eigentlich) hingehört?
    Ins "Kirchenblättle" nämlich!!
    Den Pforzheimer Bürgern in ihrer regionalen Zeitung "Judenfeinlichkeit" zu unterstellen, ist doch die Höhe

  9. #9
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    Ob ein Mensch Jude, Moslem, Christ, schwarz, weiss oder sonstwas ist, interessiert nicht.
    Wichtig ist nur, ob er die Andersdenkenden trotzdem akzeptieren und sich integrieren kann.

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