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  1. #1
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    Standard

    HEILBRONN. Das von der Polizei fieberhaft gesuchte „Phantom von Heilbronn“, dem mehrere Morde angelastet werden, hat es vielleicht nie gegeben. Das baden-württembergische Landeskriminalamt (LKA) in Stuttgart untersucht nach Angaben der Staatsanwaltschaft Heilbronn vom Mittwoch, ob Wattestäbchen, mit denen Spuren an Tatorten gesichert wurden, schon vorher mit DNA verunreinigt waren. Dies hatte zuvor „stern.de“ berichtet.

    Die „Frau ohne Gesicht“, als meistgesuchte Verbrecherin Deutschlands gejagt, wird mit sechs Morden und einem weiteren Todesfall in Verbindung gebracht. Die Polizei verdächtigt die als äußerst gefährlich geltende Serienverbrecherin, Ende April 2007 in Heilbronn eine 22 Jahre alte Polizistin kaltblütig erschossen zu haben. Für ihre Ergreifung wurde eine Belohnung von 300000 Euro ausgesetzt. In dem seit jeher mysteriösen Fall räumte die Polizei schon seit einiger Zeit ein, zunehmend ratloser zu sein. An mindestens 40 verschiedenen Tatorten in Baden-Württemberg, Rheinland- Pfalz, im Saarland und in Österreich waren die DNA-Spuren des „Phantom“ gefunden worden. Die Spur der Gewalt geht bis in das Jahr 1993 zurück.

    Wie die Heilbronner Anklagebehörde weiter berichtete, geht das LKA seit April 2008 in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt (BKA), den Landeskriminalämtern Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und dem Landeskriminalamt Oberösterreich der Möglichkeit einer Fremdverunreinigung nach. Im Kriminaltechnischen Institut des LKA seien mehrere hundert unbenutzte Wattestäbchen als sogenannte Leerproben untersucht worden. „Diese Untersuchungen verliefen ohne Ergebnis und ergaben keinen Hinweis auf Fremdkontaminationen“, heißt es in der Mitteilung weiter.

    Dieser Hypothese wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Heilbronn seit Februar aber verstärkt nachgegangen. Anlass seien „verschiedene DNA-Treffer der “Unbekannten weiblichen Person“ (UwP) im Zusammenhang mit Sachverhalten, die aus kriminalistischer Sicht nicht mehr plausibel waren.“ Das Ergebnis der umfangreichen und sehr aufwendigen Überprüfungen liege noch nicht vor. „Bis zum Vorliegen eines gesicherten Ergebnisses zu einer möglichen Fremdkontamination von Spurensicherungsmaterialien sind konkrete Aussagen zu bestimmten Verunreinigungen beziehungsweise Spurenverursachern spekulativ.“

    Die Wattestäbchen, die zur Sicherung von DNA-Spuren verwendet werden, sind nach „stern.de“ zwar ordnungsgemäß sterilisiert gewesen, aber Verunreinigungen durch menschliche Körperzellen - etwa aus Hautresten, Schweiß und anderen Sekreten - überleben nach Auskunft von Experten eine solche Maßnahme. Nach stern.de-Informationen sollen inzwischen Packerinnen eines norddeutschen Unternehmens für Medizinalbedarf Speichelproben abgegeben haben, um ihr DNA-Profil mit dem des „Phantoms“ abgleichen zu können. Dies wollte die Staatsanwaltschaft in Heilbronn jedoch nicht bestätigen.

  2. #2
    Erfahrener Benutzer
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    Standard Verunreinigung durch eine Mitarbeiterin?

    Man stelle sich nur mal vor: Die Mitarbeiterin des Unternehmens wäre zwischenzeitlich aus irgend einem Grund erkennungsdienstlich behandelt worden: Hätte man dann die GSG9 auf die angebliche Schwerverbrecherin angesetzt?

    Warten wir es ab, was die "Ermittlungen" noch alles ergeben.

    Hasso M


  3. #3
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    Standard 1993-2007

    Irgendwie ergibt das auch keinen Sinn.

    Hat von 1993 bis 2007 immer die gleiche Mitarbeiterin dort gearbeitet und die Stäbchen kontaminiert?
    Und hat die Polizei in diesem Zeitraum immer die Wattestäbchen dieser einen Firma benützt?
    Wurden 1993 auch schon alle Spuren mit den betreffenden Wattestäbchen sichergestellt?
    Wurde die DNA nicht im Zusammenhang anderer Spuren gesichert (z.B. Haare)?
    Wurden die Stäbchen dieser Firma in ganz Deutschland verwendet?
    Warum müssen die Watte-Stäbchen bei der Herstellung überhaupt mit DNA in Kontakt kommen?
    Kann die DNA auch von irgendetwas anderem stammen (Tiere, Schimmel, Bakterien, ...)?

    Man sieht mal wieder, auch in der Kriminalistik ist nicht alles so, wie es scheint.
    Wenn ich heutzutage Verbrecher wäre, würde ich bewußt eine falsche DNA-Spur legen und schon wäre ein Anderer der Hauptverdächtige.

  4. #4
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    Zitat Zitat von Leser1964 Beitrag anzeigen
    Irgendwie ergibt das auch keinen Sinn.

    Hat von 1993 bis 2007 immer die gleiche Mitarbeiterin dort gearbeitet und die Stäbchen kontaminiert?
    Und hat die Polizei in diesem Zeitraum immer die Wattestäbchen dieser einen Firma benützt?
    Möglich wäre es doch, dass die Mitarbeiterin schon eine ganze Zeit lang dort arbeitet.
    Eigentlich ist es ja auch nicht geklärt von wem das Genmaterial stammt. Es könnte sogar von einem Baumwollplantagenarbeiter stammen.
    Nein, die Polizei bezieht die Stäbchen auch von anderen Herstellern, aber eben auch von "Greiner Bio-One International AG". Und bei denen scheint wohl irgendwas schief zu laufen.
    Wie dem auch sei, es ist auf jedenfall skandalös und mehr als peinlich für den Hersteller der Stäbchen.

    Und liebe PZ: Das Zeug heißt DNS und nicht DNA (zumindest in Deutschland).
    For you - vor Ort
    - NSA

  5. #5
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    Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die Desoxyribonukleinsäure überwiegend mit der englischen Abkürzung DNA (deoxyribonucleic acid) bezeichnet; die parallel bestehende deutsche Abkürzung DNS wird hingegen seltener verwendet und ist laut Duden „veraltend“.[1]

    Quelle: Wiki

  6. #6
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    Haben die deutschen Ermittlungsbehörden, in diesem Fall geschlafen, und sind über Jahre hinweg, einer falschen Spur nachgegangen?!
    In diesem Fall, waren ihre österreichischen Kollegen etwas schneller, und haben sich nicht mehr, auf diese Wattestäbchen (DNA Analyse) verlassen.
    Zitat: Spiegel-Online:

    JAGD AUF DAS PHANTOM
    Österreichische Polizei zog Wattestäbchen schon vor Wochen ein

    Aufregung über das angebliche "Phantom von Heilbronn": Haben verunreinigte Wattestäbchen mit DNA-Spuren einer Fabrikarbeiterin einen der größten Ermittlungsfälle der vergangenen Jahre ausgelöst? Jetzt kommt heraus, dass Polizisten in Österreich schon seit längerem einen Verdacht hatten. Und reagierten.

    http://www.spiegel.de/panorama/justi...615754,00.html

    In diesem Fall, wird es die deutsche Polizei besonders schwer haben, den oder die Täter "jemals" zu ermitteln,welche auch den Tod der jungen Polizistin zu verantworten haben.
    Geändert von Detlef von Seggern (27.03.2009 um 09:38 Uhr)

  7. #7
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    Daumen runter Der/die Mörder kann/können gut lachen

    Man sieht auch hier wieder: Gesunder Menschenverstand ist durch NICHTS zu ersetzen.
    Obwohl die Ermittler die Unterschiedlichkeit der gefundenen Spuren ziemlich rasch erkannt hatten, vertrauten sie dennoch der ihnen zur Verfügung stehenden Materie.
    Auch jetzt muss man sich die Frage stellen, ob ALLE DNA Proben überhaupt mit Wattestäbchen durchgeführt worden sind, da sicher auch andere erkennungsdienstliche zu dem gleichen Null-Ergebnis führten.
    Man wird sich sicher auf vergangene Methoden wieder besinnen müssen.

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