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    Udo Lindenberg ist einer der erfolgreichsten Rockmusiker Deutschlands. Seit mehr als drei Jahrzehnten steht der Sänger auf der Bühne, doch in den vergangenen Jahren war es ruhig um ihn geworden. Jetzt startet der 61-Jährige mit seinem Album „Stark wie Zwei“ sein Comeback. PZ-Mitarbeiterin Dorit Koch sprach mit dem Altrocker.

    Pforzheimer Zeitung: Im Song „Ich zieh meinen Hut“ singen Sie über Höhen und Tiefen. Sind Sie nach all diesen Erfahrungen vor Krisen gefeit?

    Udo Lindenberg: Meine Midlife-Krise hatte ich bereits mit 28, die Endzeit-Misere um die 40 rum. Als Rock‘n‘Roller dachte ich früher, dass ich sowieso nie so alt werde. Nun sind die ganzen fiesen Krisen vorbei, doch sie waren wichtig. Die Krisen haben meine Seele gestählt – sie mit allen Wassern und Whiskeys gewaschen.

    PZ: Wahre Freundschaft haben Sie schon immer beschworen. Gibt es solche Freunde oder bezahlt man für den Ruhm mit Misstrauen?

    Lindenberg: Freundschaft ist für mich das Wichtigste auf der Welt. Mit der Zeit erkennt man sofort, wo die richtigen Freunde sind.

    PZ: Als Beruf geben Sie stets „Udo Lindenberg“ an. Wann können Sie ihr wahres Ich wirklich zeigen?

    Lindenberg: Mensch und Öffentlichkeitserscheinung Udo L. sind fast 100pro kongruent. Den goldenen Schlüssel zu den Tiefen und Untiefen meiner Seele vertraue ich allerdings nur ganz wenigen Menschen an.

    PZ: Haben Sie alles erreicht, was Sie wollten?

    Lindenberg: Ja, das meiste. Ich wollte echt reich und berühmt werden. Schon mit zwölf habe ich das jedem in Gronau erzählt, aber damals hat mich jeder für einen Spinner gehalten. Doch wie man sieht: Als Spinner kann man es weit bringen.

    PZ: Wie gehen Sie mit dem Thema Tod um?

    Lindenberg: Die Energie und Kraft, die ein geliebter Mensch hinterlässt, geht auf mich über, und ich empfinde es als Auftrag, in seinem Namen ordentlich weiterzupowern. Geliebte Menschen bleiben bei einem, sie bleiben immer präsent.  PZ: Müssen Sie stets cool sein, um die sensible Seele zu schützen?

    Lindenberg: Eine sehr sensible Seele – wie auch ich sie habe – ist ein kostbares Geschenk, das man auf jeden Fall schützen muss. Ich habe schnell begriffen, dass das in diesem Business und auch in Liebesdingen am besten geht, wenn man sich nach außen ganz cool gibt.  PZ: Seit zwölf Jahren leben Sie im „Atlantic“-Hotel - brauchen Sie immer den Trubel um sich herum?

    Lindenberg: „Ich brauche Trubel und Ruhe – im Hotel finde ich beides. Die Lobby ist wie eine Bühne, man erlebt den großen Auftritt und den betretenen Abgang.  PZ: Keine Angst vor dem Alter?

    Lindenberg: Ich sehe mich nicht als jemand, der der irdischen Zeitzählung unterliegt, sondern fühle mich eher alterslos. Die Risikofreude wächst: Alte Männer sind gefährlich, denn die Zukunft ist egal. PZ: Mit Alkoholexzessen haben Sie immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Welche Rolle spielt der von Ihnen als „Woddy Woddy Wodka“ besungene „Treibstoff“ heute in Ihrem Leben?

    Lindenberg: Alkohol ist ein Reiseproviant durchs Künstlerleben, aber man muss damit vernünftig umgehen können. Mir ist das nicht immer gelungen. Alkohol ist ein treuer, aber gefährlicher Begleiter.  PZ: Was inspiriert Sie heute noch?

    Lindenberg: Geile Musik inspiriert mich, Verliebtsein, Weltreisen, das Erforschen von Niemandsländern. Ich folge gewissermaßen meinem Idol Vasco da Gama, bin immer unterwegs auf Expeditionen.  PZ: Woran glauben Sie?

    Lindenberg: Die Menschheit braucht keine Feindbilder mehr, diese wurden von den Religionen angeliefert. Der Anspruch auf den einen einzigen wahren Gott ist Quatsch aus vergangenen Jahrhunderten und hat schon Millionen Menschenopfer gekostet. Es lebe die Göttervielfalt! Im Himmel ist für viele Götter Platz. PZ: Haben Sie immer noch die Angst vor Beziehungsstress?

    Lindenberg: Auf dem Schlachtfeld der großen Gefühle bin ich schon oft verwundet worden. Lieben und leiden, küssen und morden - ich halte mich da lieber etwas cooler. Am sichersten steht man doch auf dem soliden Fundament liebevoller Freundschaften. Das Ewigkeitsgedonner – dafür bin ich nicht geschaffen! PZ: Was treibt einen Künstler an, der schon alles erreicht hat?

    Lindenberg: Auf dem Raketenbahnhof, vorm Abflug in die nächste Tournee-Stadt oder anderswo: Weiß man, ob man je wiederkommt? Und wenn man nicht wiederkommen sollte, hat man sich wenigstens angemessen verabschiedet von den tausenden Fans, die man doch so ins Herz geschlossen hat. „Stark wie Zwei“ ist so stark wie lange kein Album mehrDeutschrocker Udo Lindenberg will es allen zeigen – Fans, Kritikern und nicht zuletzt sich selbst. „Ich wohne nicht nur gern im Hotel, ich wohne auch gern in den Charts“, hat er als Parole aus der Panikzentrale ausgegeben. Mit dem Album „Stark wie Zwei“ startet der Musiker sein Comeback. Interviews, TV-Auftritte, Videos - „endlich wieder das ganz große Ding!“, sagt er stolz, aber auch erleichtert. Seit acht Jahren ist es die erste CD mit durchweg neuen Songs des Künstlers, den viele schon abgeschrieben hatten.

    Große Erfolge in den 70ern, Hits wie „Sonderzug nach Pankow“ in den 80ern, nicht viel Spektakuläres seit Mitte der 90er - der Panikrocker erlebte Höhen und durchlitt Tiefen. „Zweifel und Skepsis, hohe Erwartungen von außen und von mir selbst - der Druck war groß“, sagt er. „Doch einer wie ich steht immer wieder auf!“

    Udo – wie ihn alle nur nennen – spielt seine Stärken auf dem Album voll aus. Mit rauchiger Stimme erweist er sich erneut als Meister von Balladen, die unter die Haut gehen. Als Rocker lässt er es krachen und bleibt dabei auf charmante Art dem Ur-Udo treu, der seit mehr als 30 Jahren auf der Bühne steht. Ihm war es als Erstem gelungen, aus Straßenlyrik und Rockmusik Hits zu landen.

    Mit dem Panikorchester feierte er Erfolge in den Charts und auf Tour. „Die Frage, wie man solch eine Vergangenheit noch toppen kann, sollte man sich nicht stellen“, sagt er heute und war doch selbst nicht frei von Zweifeln: „Meine Jahre zwischen dem 50. und dem 60. waren für mich die schwierigsten. In meinen wilden Zeiten als Rock'n'Roller früher hätte ich doch nie gedacht, dass ich überhaupt so alt werde.“

    Die Achterbahnfahrt seines Lebens hat Udo, der inzwischen etwa 700 Texte geschrieben hat, für das am 28. März erscheinende Album wieder im „lindividuellen“ Sprachstil zu Papier gebracht. „Ein Psychogramm in Panik-Poesie“, nennt er die sehr persönlichen Stücke. Nach Jahren der „panischen Malerei“ und mit der Auswanderer-Revue „Atlantic Affairs“ zeigt er nun wieder als Rockpoet seinen eigenen „Blick auf die Welt“. Es sind nachdenkliche Zeilen über Tod, Trauer, Verzweiflung und Hoffnung wie im berührenden Titelstück „Stark wie Zwei“. „Ich habe geliebte Komplizen verloren. Ihr Tod hat mich in schwere Krisen gestürzt“, erzählt er. Als 1986 seine enge Wegbegleiterin Gaby Blitz starb, verarbeitete Udo den schweren Schlag in der Ballade „Horizont“, die zu einem seiner größten Hits wurde.

    Der stammende Dauerbewohner des Hamburger Hotels „Atlantic“, der sich keine Klein-Familie, sondern einen „Lindianer“-Clan geschaffen hat, beschwört in Liedern wie „Wenn Du durchhängst“ oder „Ich zieh meinen Hut“ wahre Freundschaft. Dass und warum der Alkohol ebenso zu seinem Leben gehört, erklärt er in „Nasses Gold“: „Ich sehe mich als Märtyrer, der im Dienst der Kunst mit Wein oder Whisky in die Tiefsee der Erkenntnis abtaucht, das Unterbewusste auslotet und das nasse Gold hebt“, sagt der Mann, der mal mit 4,7 Promille ins Krankenhaus gebracht wurde. „So manches Werk wäre nicht entstanden, wenn die Kollegen auf der Suche nach dem Gin des Lebens immer nur nüchtern geblieben wären.“

    Auch in „Woddy Woddy Wodka“ besingt er seinen „gelegentlichen Treibstoff“. Zwei Jahre lang hat der Deutschrocker am jüngsten Werk gefeilt - schon vor dem Abschluss konkurrierten die Plattenfirmen darum.

    Er holte Rapper Jan Delay, Silbermond-Sängerin Stefanie Kloß und Jazz- Trompeter Till Brönner ins Studio und ließ sich von Annette Humpe sowie Produzent Andreas Herbig (Ich+Ich) beraten. Mit Komiker Helge Schneider mimt er den Hoteldetektiv „Chubby Checker“ samt Drogenhund.

    Auch sein Alter nimmt Udo mit Humor: „Der Greis ist high, der Greis ist heiß“. Manch Veränderung bedauert er („Was hat die Zeit mit uns gemacht“), ist sich aber in wesentlichen Punkten treugeblieben. „Ich mach' mein Ding, egal, was die andern labern. Was die Schwachmaten einem so raten, das ist egal.“ Im Herbst soll eine Tour folgen - ans Aufhören kein Gedanke. Udo: „Kunst kennt keine Rente.“  Dorit Koch

  2. #2
    michael1970
    Gast

    Standard Abgehalftert und angewidert

    Es ist so langsam unglauglich, welcher Schund einem als PZ-Leser vorgesetzt wird. Da macht einer, dem durch langjährigen Alkolholmißbrauch sämtliches Denkvermögen abhanden gekommen ist, eine CD und schon bekommt er eine ganze Seite in der Samstagsausgabe. Und das auch noch in Tateinheit mit wiederholtem und anwiderndem Speichelleckens eines Ex-Sparkassen-Chefs. Eigentlich fehlt da nur noch der Herr Leicht, den man ja auch gerne bei jedem noch so kleinen Dorf-Mist aus der Versenkung holt und ins Bild grinsen lässt. Wie hoch sind denn die Schulden des Verlagshauses bei der Sparkasse, daß hier immer wieder Schleichwerbung und Schulterklopfen von Pseudo-Promis notwendig ist. Da ist ja inzwischen die Bild-Zeitung seriöser und abgeklärter in der Bericherstattung.

  3. #3
    Benutzer
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    Standard

    Zitat Zitat von michael1970 Beitrag anzeigen
    Es ist so langsam unglauglich, welcher Schund einem als PZ-Leser vorgesetzt wird. Da macht einer, dem durch langjährigen Alkolholmißbrauch sämtliches Denkvermögen abhanden gekommen ist, eine CD und schon bekommt er eine ganze Seite in der Samstagsausgabe. Und das auch noch in Tateinheit mit wiederholtem und anwiderndem Speichelleckens eines Ex-Sparkassen-Chefs. Eigentlich fehlt da nur noch der Herr Leicht, den man ja auch gerne bei jedem noch so kleinen Dorf-Mist aus der Versenkung holt und ins Bild grinsen lässt. Wie hoch sind denn die Schulden des Verlagshauses bei der Sparkasse, daß hier immer wieder Schleichwerbung und Schulterklopfen von Pseudo-Promis notwendig ist. Da ist ja inzwischen die Bild-Zeitung seriöser und abgeklärter in der Bericherstattung.
    Also, ich fand's gut, dass die PZ so über Lindenberg berichtet hat. Der "Spiegel" hat Udo sogar zwei Seiten eingeräumt. Noch Fragen?

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