+ Antworten
Ergebnis 1 bis 2 von 2
  1. #1
    Administrator
    Registriert seit
    13.11.2007
    Beiträge
    10.924

    Standard

    In Deutschland leben seit einiger Zeit wieder Familien, die einen Menschen im Krieg verloren haben. Doch sie trauern in einem unzerstörten, weitgehend von Gefahren freien Land. Gleichwohl ist ein engster Angehöriger gestorben, gefallen in Afghanistan, viele tausend Kilometer von zu Hause entfernt – und viele Angehörige verstehen nicht, warum. Es ist dieser kaum fassbare Gegensatz zwischen der friedlichen Welt in Deutschland und dem unfriedlichen Afghanistan, der deshalb immer wieder die Zweifel am Einsatz der Bundeswehr nährt.

    Krieg der WorteEs ist dieser Widerspruch zwischen dem subjektiven Sicherheitsempfinden der Bundesbürger und dem sicherheitspolitischen Leitsatz der Regierung, dass der deutsche Kampf gegen den internationalen Terrorismus auch „am Hindukusch“ geführt werden müsse. Und es ist die scheinbare Aussichtslosigkeit des Unternehmens Staatsaufbau in Afghanistan, der die Skeptiker immer wieder herausfordert.

    Wenn, wie jetzt wieder, Opfer zu beklagen sind, werden diese Zweifel lauter. Es ist wenig überraschend, dass der tragische Tod dreier Bundeswehr-Soldaten auch die Zustimmung der Deutschen zu diesem Einsatz drückt. Zum andern liegt es aber auch daran, dass es den Politikern bisher nicht gelungen ist, die Begründung für diesen Kriegseinsatz überzeugend zu formulieren – ein sträfliches Versäumnis, das sie schon deshalb nicht ausbügeln können, weil niemand von einen Krieg in Afghanistan sprechen will.

    Rein formal gesehen sind die deutschen Soldaten in Afghanistan keine Soldaten. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nicht den Oberbefehl, weil es keinen formalen Kriegsbeschluss des Deutschen Bundestages gibt. Die Bundeswehr führt auch keinen Krieg gegen die Armee Afghanistans, sondern sie kooperiert mit ihr und bildet sie aus. Sie buddelt keine Schützengräben, sie hilft Schulen bauen. Gekämpft wird nur, so der offizielle Sprachgebrauch, gegen Terroristen.

    Dies ist also kein Krieg im völkerrechtlichen Sinn. Hier kämpfen nicht Staaten gegen einander, sondern Terroristen auf der einen Seite, die selbst den „heiligen Krieg“ ausgerufen haben. Bei der völkerrechtlichen Interpretation der Kampfhandlungen ist es insofern völlig irrelevant, ob Soldaten im Einsatz etwa auf Patrouille durch einen Unfall, wie jetzt die drei deutschen Panzerfahrer, ums Leben kommen oder durch Kampfhandlungen. Ganz davon abgesehen, dass Ihnen die Wortklauberei ohnehin nicht hilft, sind sie Opfer einer mörderischen Auseinandersetzung.

    Mit Durchhalteparolen allein ist es deshalb nicht getan. Die schaffen kein Vertrauen. Es müssen klar umrissene und auch nachprüfbare Ziele her, die den Menschen klar machen, warum und wofür die Bundeswehr in Afghanistan kämpft. Das ist der Auftrag an die Politik, der allein den trauernden Familien helfen könnte.

  2. #2
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    25.02.2008
    Beiträge
    1.721

    Standard

    Opfer einer mörderischen Auseinandersetzung. Für wahr! Für was kämpfen denn die deutschen Soldaten in Afghanistan? Mit Sicherheit nicht dafür, die BRD, am Hindukusch, zu verteitigen !

    Und wenn man schon das Wort kämpfen benutzt,oder, sie sind gefallen (man frägt sich nur für wen und was?) so bedeutet dies doch "eindeutig", die Angehörigen der Bundeswehr, befinden sich in einem Krieg.
    Ohne wenn und aber!

    Auch wenn der Bundestag, Angela Merkel, sowie Verteitigungsminister Franz Josef Jung, da anderer Meinung sind.

    Oder wie kann man die Lage in einem Land bezeichnen, wo tagtäglich Bombenangriffe auf Ortschaften geflogen werden, in denen Taliban Stützpunkte vermutet werden, und dabei unschuldige, Frauen, alte Männer wie auch Kinder, ihr Leben verlieren.
    Bundeswehrpatroullien, immer mehr den Angriffen der Talibankämpfer ausgesetzt sind,oder in Sprengfallen geraten.
    Oder wie jetzt zur Zeit, Angriffe auf breiter Front, seitens der USA und ihrer Verbündeten geführt werden, " mit ungewissen Ausgang, auf Erfolg.
    Paralellen auf Vietnam, sind hier zu ziehen!

    Oder, nach der Entsendung von "Tornatos wie auch Awacsaufklärern",nach Afghanistan, sowie den "verstärkten" Kampfeinsätzen der Bundeswehreinheiten gegen die Taliban. So geraten doch auch diese, immer mehr in das Visier der Taliban, sowie deren Verbündeten, mit den daraus resultierenden grauenvollen Ereignissen.
    In einem Krieg, welchen die Imperialmacht USA entfacht hat,(in ihrem angeblichen Kampf, gegen den "Internationalen Terrorismus") und in den immer mehr (Nato) Staaten mit hineingezogen werden.

    Von einem "Friedenseinsatz" bzw. einer Aufbauhilfe, wie Anfangs gedacht, kann schon lange keine Rede mehr sein!

    Hier ist es eigendlich nun völlig unrelevant, wie dies seitens der Politiker, den trauernden Familienangehörigen mitgeteilt wird. Ihre Söhne, Männer bekommen sie dadurch nicht wieder, und das unerträgliche Leid, kann dadurch auch nicht gelindert werden. Hier kann die Devise nur heißen: Deutsche Soldaten, raus aus Afghanistan.
    Geändert von Detlef von Seggern (03.07.2009 um 20:30 Uhr)

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein