Der Schreck war einem Rentnerehepaar in die Glieder gefahren, als es am Morgen den Rolladen zu seinem Balkon im dritten Stock an der Calwer Straße hochzog – denn: ihnen war plötzlich eine Schlange vor die Füße gefallen.
Rot-braun war diese, mit gelben Flecken, doch nicht sehr groß. Gerade mal 30, 40 Zentimeter lang. Aber es war klar, dass es keine Blindschleiche und keine heimische Natter war. Vermutlich handelte es sich um eine junge Boa, die ausgewachsen zwei, drei Meter lang werden kann.
Aber wo kam das Tier her? War es aus einem Terrarium ausgebüchst? Und wie kam es in den Rolladenkasten auf dem Balkon? Regungslos lag der ungebetene Gast zunächst auf der Fußmatte, dann habe die Schlange aber den Kopf hochgenommen und sei „wuselig“ geworden.
„Was tun?“, fragte sich das Ehepaar. Anfassen wollte niemand das Tier, es könnte ja giftig sein. Da hatte der Rentner die Idee, es mit einem Haken, der sich auf der Wäscheleine befand, einzufangen und in einen Sack zu stecken. Gesagt, und erfolgreich getan . . .
Doch bevor sich das Ehepaar an seinen Frühstückstisch setzte, informierte es die Polizei. Beamte vom Revier Süd holten den Eindringling ab und brachten ihn ins Tierheim. Dort blieb die junge Boa aber nicht lange. Als die PZ gestern den Ausreißer fotografieren wollte, hatte die Schlange – das Gitter des Geheges war offensichtlich nicht engmaschig genug gewesen – schon längst wieder das Weite gesucht. ef-te



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