PFORZHEIM. Radfahren auf hohem Niveau ist eine schweißtreibende Angelegenheit. Wer beim Vaude TransSchwarzwald-Rennen von Pforzheim nach Murg-Niederhof antritt, legt in puncto Leidensfähigkeit wohl noch eine Schippe drauf. Sieben Etappen in einer Woche durch den Schwarzwald über Stock und Stein werden den 430 Starterinnen und Startern abverlangt.
Hinzu kommen mörderische Anstiege und rasante Abfahrten, wobei auf insgesamt 552,7 Kilometern satte 1840 Höhenmeter überwunden werden müssen. „Gerade das ist ja das Salz in der Suppe“, sagt Veranstalter Rik Sauser, der die TransSchwarzwald-Tour mit seinem Bruder Kai nun schon zum vierten Mal nach Pforzheim gebracht hat. „Schlamm, Dreck, Schotter und Wiese gehören einfach dazu. Jeder Meter Asphalt ist einem Mountainbiker eigentlich schon zuviel.“
Davon haben die Pedaleure aus 14 Nationen auch nur beim Tour-Auftakt zur ersten Etappe am Sonntag im Enzauenpark ein wenig mitbekommen. Nachdem Oberbürgermeister Gert Hager das Teilnehmerfeld aus Profi- und Hobbyfahrern mit ein paar aufmunternden Worten („Die Strecke hat’s in sich. Haben Sie aber trotzdem Spaß“) auf die Reise geschickt hatte, ging es beim neutralisierten Start zuerst zur Aufwärmrunde durch Pforzheim. Am Birkenfelder Waldrand Richtung Neuenbürg wurde es ernst. Haarscharf vorbei an der Tour de France-Strecke von 2006 (Dobel) führte der Kurs über Dennach ins Eyachtal, später hinauf zur „Teufelsmühle“ und der Langmartskopfhütte auf über 900 Meter. „Da kann man durchaus von einem teuflischen Anstieg sprechen. Selbst mit Allradantrieb kommt man dort kaum hoch“, schildert Rik Sauser das Filetstück der ersten Etappe, die nach 70 Kilometern am Bad Wildbader Kurplatz endete.
Dabei hatten auch die Top-Athleten ihre liebe Mühe. Angefangen bei der Schweizerin Milena Landtwing (Rothaus-Cube MTB Team), die nach ihrem zweiten Platz aus dem Vorjahr dieses Mal möglichst ganz oben auf dem Treppchen stehen möchte. „Das ist ein Rennen, wo du permanent hart treten musst“, verrät die junge Dame aus Zug. Stefan Sahm (Kirchheim/Teck, Team Bulls) zählt mit dem Belgier Kevin van Hoovels (MTB Team Langdorp) zum engsten Favoritenkreis bei den Herren.
2008 noch als Duo an der Seite von Karl Platt erfolgreich, will es der Schwabe 2009 im Einzel wissen. „Das Wunschziel heißt immer gewinnen“, sagt Sahm. Im Teamwettbewerb werden Andreas Strobel/Markus Kaufmann (Team Vaude Simplon) und Hannes Genze/Andreas Kugler (Multivan Merida Biking Team) hoch gehandelt, während es die Titelverteidiger bei den Masters, Uli Rottler/Sven Winter (Team Pedal/Centurion), sogar mit Olympiasieger Michael Rich und seinem Partner Thomas Kopp (MTB Südbaden/Canyon) zu tun bekommen. „2011 ist Pforzheim dann das Ziel der Schluss-Etappe. Da wird alles noch eine Spur spannender“, verspricht Rüdiger Fricke von der Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim. Peter Hepfer



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