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  1. #1
    Administrator
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    Standard

    Es mag fragwürdig erscheinen, ein internationales Sportereignis wie die Olympischen Spiele als Brechstange zur Durchsetzung politischer Interessen zu nutzen. Und so unwürdig manch einem die täglichen Proteste am Rande des olympischen Fackellaufs auch vorgekommen sein mögen – es hilft jetzt vielleicht den Tibetern. Einem Volk, das die Machthaber in Peking seit fast sechs Jahrzehnten mehr oder weniger unbehelligt vom Rest der Welt knebeln können.

    Kein Zweifel – die für Peking jetzt entstandene unangenehme Publicity hat Wirkung gezeigt. Die neue Gesprächsbereitschaft des Regimes ist eine politische Sensation, zumindest ein wichtiger Fortschritt, auch wenn Tibet damit allein noch lange nicht wieder souverän ist.



    Das offensichtliche Zugeständnis der chinesischen Machthaber hat handfeste Gründe. In Zeiten globaler Warenströme wird auch von Ländern wie China verstärkt die Übernahme globaler Verantwortung gefordert. Doch genau damit tut sich das Reich der Mitte schwer. Bei der humanitären Tragödie im Sudan zögerte China aus Rücksicht auf seine Öl-Interessen zu lange, sich dem Kurs der UN anzuschließen. Im Iran geriet China ebenfalls wegen seiner Öl-Geschäfte unter Druck. Internationale Kritik hagelte es auch wiederholt wegen Pekings Unterstützung für Simbabwes Präsident Robert Mugabe. Chinas wirtschaftlicher und intellektueller Oberschicht scheint zu dämmern, dass eine so starke Wirtschaftsmacht ihre Außenpolitik nicht nach rein kommerziellen Gesichtspunkten ausrichten kann.

    Bisher hat China sich eher schwer damit getan, eine klares außenpolitisches Profil zu entwickeln. Deshalb war China in der Vergangenheit auch keinem Machtblock eindeutig zuzuordnen. Im Gegenteil: Das Reich der Mitte pflegte stets das Prinzip der Nichteinmischung, wenn es – wie etwa in der UN-Vollversammlung – darum ging, sich einer Resolution anzuschließen. Diese Zurückhaltung hatte vor allem innenpolitische Gründe. Wer von anderen Ländern die Einhaltung von Menschenrechten und demokratische Spielregeln verlangt, hätte es auch zulassen müssen, sich im eigenen Land genauer auf die Finger schauen zu lassen. Doch damit wäre das Regime in Peking selbst unter Druck geraten, etwa wegen seiner Menschen verachtenden Tibet-Politik.

    Chinas überraschendes Einlenken in dieser Frage kann als Ausdruck einer gewissen Verunsicherung gewertet werden. Die viertgrößte Wirtschaftsmacht der Welt ist stark umworben, sucht aber noch nach ihrer globalen Rolle. Doch jetzt, im Blickfeld der Olympischen Spiele, wird Chinas Position noch mehr von der Weltöffentlichkeit hinterfragt. Und dem muss sich das Regime wohl oder übel stellen. Sonst steigt die Gefahr, weiter am Pranger zu stehen – mit entsprechendem Gesichtsverlust.

  2. #2
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    Frage Finte, Hinhalte-Taktik oder Beruhigungspille? Man wird sehen!

    Zitat vom Administrator:

    Kein Zweifel – die für Peking jetzt entstandene unangenehme Publicity hat Wirkung gezeigt. Die neue Gesprächsbereitschaft des Regimes ist eine politische Sensation, zumindest ein wichtiger Fortschritt, auch wenn Tibet damit allein noch lange nicht wieder souverän ist.

    Die Tibeter wären ja dumm gewesen, wenn sie diese gute Gelegenheit für ihr Bestreben um etwas mehr Freiheit, nicht beim Schopf gepackt hätten.
    Es wäre schön für die Tibeter, wenn sie wirklich Erfolg damit haben, ich glaube es nur noch nicht so recht, dass dabei viel rauskommt. Es könnte auch eine Finte sein, mit viel Hinhalte-Taktik ohne wirklich konstruktive Gespräche oder gar nur eine sogenannte Beruhigungspille. Zutrauen würde ich es den Chinesen alle mal!

    MfG
    Geändert von Der aus'm Enzkreis (28.04.2008 um 17:31 Uhr)

  3. #3
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    Böse Schon wieder "Rückzieher"

    Zitat Zitat von Der aus'm Enzkreis Beitrag anzeigen
    Zitat vom Administrator:

    Kein Zweifel – die für Peking jetzt entstandene unangenehme Publicity hat Wirkung gezeigt. Die neue Gesprächsbereitschaft des Regimes ist eine politische Sensation, zumindest ein wichtiger Fortschritt, auch wenn Tibet damit allein noch lange nicht wieder souverän ist.

    Die Tibeter wären ja dumm gewesen, wenn sie diese gute Gelegenheit für ihr Bestreben um etwas mehr Freiheit, nicht beim Schopf gepackt hätten.
    Es wäre schön für die Tibeter, wenn sie wirklich Erfolg damit haben, ich glaube es nur noch nicht so recht, dass dabei viel rauskommt. Es könnte auch eine Finte sein, mit viel Hinhalte-Taktik ohne wirklich konstruktive Gespräche oder gar nur eine sogenannte Beruhigungspille. Zutrauen würde ich es den Chinesen alle mal!

    MfG
    Die Chinesen haben doch schon wieder einen Rückzieher gemacht!

    Siehe hier.

  4. #4
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    Ausrufezeichen die wollen lediglich, in über 3000 Meter Höhe, unter dem Dach Chinas, etwas mehr ....

    Hinweis vom Interessierten:

    Die Chinesen haben doch schon wieder einen Rückzieher gemacht!

    Siehe hier.


    Genau so etwas habe ich befürchtet! Obwohl ich etwas Skrupel hatte, meinen letzten Post so abzuschicken, weil er so negativ eingestellt war, zu diesem Gesprächsangebot. Aber ich hatte leider recht, wenn es mir auch anders rum lieber gewesen wäre.

    Ich kann nur nicht so recht verstehen, warum die Chinesen wegen der "paar Einwohner" von etwas mehr als 3 Mio. das so intensiv verfolgen. Die wollen ja nicht einmal von China weg, die wollen lediglich, in über 3000 Meter Höhe, unter dem Dach Chinas, etwas mehr Autonomie und Selbstbestimmungsrecht! Ist denn das so schlimm, daran geht doch das Riesenreich China nicht zu Grunde oder unter!!

    Aber erinnern wir uns nur an die Schelte unserer Roten Spitzenpolitiker, "Gerd-Gas-Schröder" und den einen von den Roten Ston's, den "Steinmeier's Walter", die die Kanzlerin vor einigen Monaten in China wegen des Empfangs des "Dalai Lama" sogar öffentlich kritisiert haben! So kann man auch den Chinesen in die Hände spielen, das eigentlich weltweit in der Politik so, nur von den Sozis der BRD praktiziert wird, die Autorität und Souveränität der eigenen Kanzlerin in dieser Weise zu untergraben. Mit einem solchen Verhalten fördert und unterstützt man die Handlungsweise der Chinesen nur. Aber die Hauptsache, man hat wieder dagegen geschossen, die Leute vergessen ja schnell alles wieder. In meinen Augen charakterlos und verlogen!

    MfG

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