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  1. #1
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    PFORZHEIM. Großer Fußball vor großer Kulisse – das ist in Pforzheim schon eine Weile her. Zu den ganz größten Momenten zählte sicher der Auftritt des 1. FC Pforzheim vor genau 20 Jahren im DFB-Pokal gegen Werder Bremen.

    Pforzheim im Achtelfinale des DFB-Pokals, und dann auch noch gegen den Bundesliga-Tabellenführer – für den FCP wurde dieser Traum im Februar 1988 wahr. Und das Märchen ging weiter: Vor 12 000 Zuschauern im Brötzinger Tal trotzte der „Club“ den Hanseaten am 13. Februar ein 1:1 nach Verlängerung ab, erzwang damit ein Rückspiel im Weserstadion. Dort unterlag Pforzheim am 24. Februar mit 1:3. „Die Spiele haben Pforzheim bewegt. Das waren große Emotionen“, sagt Frank Misztl, Kapitän der damaligen Mannschaft

    Nach dem Aufstieg in die Oberliga 1986 strömten die Zuschauer. Bei Spitzenspielen kamen schon mal 5000 ins Brötzinger Tal. So viele Fans verfolgten auch den Erstrunden-Erfolg im DFB-Pokal 1987/88 gegen Zweitligist 1. FC Saarbrücken (3:2).

    Das Spiel gegen Bremen aber brach alle Rekorde. Auf der Gegengerade wurde eine Zusatztribüne errichtet. 12 000 Zuschauer verfolgen schließlich die Partie live. Und die waren aus dem Häuschen, als Jürgen Pfirrmann mit einer direkt verwandelten Ecke (68. Minute) die frühe Bremer Führung durch Rune Bratseth (6.) ausglich. 120 Minuten lang war der Oberligist dem Bundesliga-Tabellenführer und späteren deutschen Meister ebenbürtig. „Den Augenblick, als ich mit Roger Essig den Platz zum Warmmachen betreten habe, werde ich nie vergessen“, beschreibt Pfirrmann das Gänsehaut-Gefühl der Amateur-Kicker.

    Bei seinem Treffer zum 1:1 hatte der FCP-Torschütze spekuliert: „Oliver Reck stand bei Ecken gerne weit vor dem Tor. Ich habe den Ball nahe ans Tor geschlagen, er hat ihn nicht festhalten können“, erinnert sich der Pforzheimer Kunstschütze.

    Kontakt zum Gegner gab es allerdings kaum. „Gucken, spielen, weg“, beschreibt der damalige FCP-Trainer Bernd Hoffmann den Auftritt der Bremer Kicker mit Trainer Otto Rehhagel. Auch nach dem Spiel gab es keinen Smalltalk: „Da war der Rehhagel wegen des Ergebnisses angefressen“, erinnert sich Hoffmann.

    Umso freundlicher wurden die Pforzheimer beim Rückspiel in Bremen empfangen, wofür vor allem der damalige Werder-Manager Willi Lemke verantwortlich war. Und das schönste Tor im Weserstadion erzielte Pforzheims Andreas Mähler zum 1:1-Zwischenstand (30.). Mehr Geschenke gab es aber nicht. Drei Freistöße und Ecken von Norbert Meier, drei Kopfballtore von Frank Neubarth (19.), Frank Ordenewitz (37.) und Karl-Heinz Riedle (43.) – das wars auch schon. Da war auch die starke FCP-Defensive mit Libero Gerhard Woltersdorf und Vorstopper Harry Waldhaus machtlos. „Gegen die Tiere hatten wir keine Chance“, sagt „Keule“ Woltersdorf rückblickend. Sein kongenialer Abwehrpartner Waldhaus bekam zur Pause im Kabinengang übrigens Ärger mit Otto Rehhagel. „Ich nehm’ jetzt den Riedle raus, damit Du mir den nicht kaputt machst“, raunzte der Werder Trainer Harry Waldhaus an. „Ist recht, Otto“, entgegnete der Pforzheimer kurz angebunden.

    Die Pokalspiele gegen Bremen sind auch heute noch nicht vergessen. „Wir werden immer wieder darauf angesprochen“, berichten die Spieler unisono. Doch die Pokalhelden haben kaum noch Kontakt untereinander, sieht man von einzelnen Freundschaften ab. „Da sollte man vielleicht doch einmal ein Wiedersehen organisieren“, sagt der damalige Kapitän Frank Misztl.

  2. #2
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    Standard Ach

    Das waren noch Zeiten! Wie erbärmlich ist dagegen die Situation des FCP heute. Die, die das zu verantworten haben, sollten sich schämen.

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