KELTERN-NIEBELSBACH. Als Werner und Hilde Wieland ihr Auto zum Kundendienst bringen wollen, trauen sie ihren Augen kaum: Direkt vor ihrer Garage an der Blumenstraße in Niebelsbach parkt ein unbekannter, roter VW-Passat.
„Niemand weiß, wem das Auto gehört. Wir haben bereits alle Nachbarn, fast das halbe Dorf gefragt“, sagt Hilde Wieland. Selbst konnten sie und ihr Mann nichts beobachten. Das Ehepaar wohnt im Tannenweg, ihre Garage liegt um die Ecke und ist von ihrem Haus aus nicht zu sehen.
Nur ein Nachbar konnte ihnen ein Stück weit weiterhelfen: Er habe beobachtet, wie eine junge Frau am Sonntagabend das Auto abgestellt habe. „Er dachte allerdings, sie gehöre zu uns und das sei schon richtig so. Als er kurz darauf nochmal vorbeigegangen ist, war die Frau und mit ihr das Autokennzeichen verschwunden“, sagt Hilde Wieland.
Feinstaubplakette gibt HinweisEine kleine Spur gibt es allerdings: Die Feinstaubplakette auf der Windschutzscheibe des Passats. Dort ist das Kennzeichen vermerkt. Das haben die Wielands gleich dem Polizeiposten in Remchingen gemeldet. Die Aussage der Polizeibeamten dort: Das Fahrzeug sei seit 1. Januar abgemeldet und ein neuer Halter nicht bekannt. „Die Polizei meinte, wir müssten das Auto auf unsere Kosten abschleppen lassen, da es auf einem Privatgrundstück stehe“, ergänzt Werner Wieland.
Das bestätigt auch Oliver Schroth, Polizeihauptmeister in Remchingen auf Anfrage der PZ: „In solchen Fällen haben wir keinerlei Handhabe.“ Schroth hat zwar den alten Halter ausfindig machen können. Doch als Kollegen versucht haben, ihn Zuhause anzutreffen, machte niemand auf.
Schroth hat den ehemaligen Fahrzeugeigentümer nun angeschrieben und der Zulassungsstelle eine Meldung gemacht. Je nachdem wer sich dann als der Falschparker herausstelle, von dem könnten die Wielands die Kosten für den Abschleppdienst zurückfordern. Dass ein Auto mal kurzfristig eine Garage oder einen Privatparkplatz blockiere, komme öfter vor, sagt Polizeisprecher Michael Sengle: „Aber über mehrere Tage ist das doch eher selten der Fall.“
Warum die Polizei nur so wenig tun kann, versteht Hilde Wieland nicht: „Das Auto könnte ja Wunder weiß was sein. Womöglich eine Bombe oder ein Fluchtfahrzeug irgendeines Bankräubers.“ Eigentlich sähe der Wagen auch noch ganz gut aus, meint Werner Wieland: „Also kein Abwrackauto.“ Den Termin für den Kundendienst seines Wagens muss er nun jedoch erstmal verschieben.



Zitieren







Lesezeichen