PFORZHEIM. Der landesweite Aktionstag „Mobil ohne Auto (MoA)“, steht wegen mangelnder Finanzierung nach zehn erfolgreichen Jahren vor dem Aus. Das geht aus einem offenen Brief hervor, den „MoA“-Initiator Klaus Wolf an die Gemeinderäte, die Stadtverwaltung und die Beteiligten geschrieben hat.
Bislang hatte der landesweite Aktionstag „Mobil ohne Auto“ regelmäßig im Juni im Würmtal stattgefunden und bis zu 4000 begeisterte Radfahrer, Skater und Fußgänger angezogen. Rund 20 Veranstalter wie Polizei, Kinderschutzbund und Stadtjugendring präsentierten sich an diesem Tag auf der Strecke. In diesem Jahr sollte der Aktionstag auf Wunsch der Stadtverwaltung, nach einjähriger Pause, von 3,2 auf 18 Kilometern erweitert werden und im Nagoldtal zwischen Pforzheim und Bad Liebenzell stattfinden.
Zustimmung fürs neue KonzeptDas Anfang 2009 vor dem Gemeinderat von Koordinator Klaus Wolf vorgestellte Nagoldtal-Konzept habe die einhellige Zustimmung von Gemeinderat und Rathausspitze gefunden. Bürgermeister Alexander Uhlig und Vertreter des Amtes für öffentliche Ordnung und der WSP besuchten dann „MoA“ im oberen Nagoldtal mit 60 000 Teilnehmern. Danach sei man der Auffassung gewesen, dass 10 000 Besucher, später gar 20 000 Besucher, für Pforzheim möglich sein könnten, heißt es in dem Brief . Doch jetzt, knapp fünf Monate vor dem geplanten Termin, hat die Stadtverwaltung laut Wolf signalisiert, dass die Kosten von 12 000 bis 15 000 Euro für die Umleitungsausschilderung und Organisation von der WSP und der ihr angeschlossenen Touristikabteilung nicht finanzierbar seien.
Kein Geld durch HaushaltslochDurch die Haushalts-Misere der Stadt und die notwendigen Budgetkürzungen würden sich die Verantwortlichen der Stadt außerstande sehen, zugesagte Beteiligung und Unterstützung gegenüber den ehrenamtlichen Gruppen einhalten zu können. Damit stehe das Projekt vor dem Aus, sofern sich nicht noch Sponsoren finden würden, erklärt Wolf. Denn klar sei: Die Kosten und Risiken könnten den Ehrenamtlichen nicht aufgebürdet werden.
Zusagen liegen vorWährenddessen ist die Anhörung der Verkehrsbehörden des Landkreises Calw abgeschlossen worden, und die Zusagen für die Teilnahme der Gemeinden Unterreichenbach und Bad Liebenzell lägen vor. Die zum Mitmachen bereiten neuen Vereine und Institutionen, insbesondere aus Dillweißenstein, würden nur noch auf das Okay der Stadtverwaltung warten. Die habe dem „MoA“-Vorbereitungkreis lediglich signalisiert, den Etat durch eine Sponsorensuche selbst zu erbringen. Genau aus diesem Grund habe „MoA“ aber bereits im vergangenen Jahr nicht stattgefunden, heißt es in dem Brief. Die finanziellen Risiken seien für den privaten Kreis nicht tragbar. „Mobil ohne Auto“ brauche verlässliche politische Partner, die ehrenamtliches Engagement fördern, betont Wolf. Er hofft auf ein neues Angebot der Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und allen Bürgermeistern. Das Projekt brauche bis Mitte Februar eine verlässliche Finanzierung, um stattfinden zu können. pm



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