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  1. #1
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    PFORZHEIM. Zwei Tage nach der dramatischen Rettung aus der Gletscherregion der Hohen Tauern haben Alexander Uhlig und Klaus Arnold ausführlich über die Tage und Nächte in der Schneewüste des Großvenedigers berichtet.

    „Du, das Ding gehört doch Dir, es war bei meinen Sachen, ist hoffentlich nichts Geheimes drauf“, sagt Klaus Arnold und drückt Alexander Uhlig dessen Handy in die Hand. „Passt scho“, sagt der gebürtige Regensburger. Vier mal schon sind die beiden Männer seit 2007 gemeinsam in den Bergen gegangen – aber erst die letzten dramatischen Tage und Nächte am Großvenediger haben sie zu einer Schicksalgemeinschaft zusammengeschweißt, sie und zwei weitere Kameraden aus Süddeutschland. Das Medieninteresse um Suche und Rettung der vier Alpinisten über Ostern war so gewaltig, dass das Rathaus mit Einverständnis Uhligs eine Pressekonferenz ansetzte, um die Hunderte von Anfragen zu kanalisieren.

    So sehen sie sich wieder, der Pforzheimer Baubürgermeister, 45, und der ein Jahr jüngere, in Tiefenbronn wohnhafte Hauptamtsleiter von Mönsheim. Er ist einen Tag später als Uhlig aus dem Lienzer Spital entlassen worden. Beide wollten eigentlich schon wieder arbeiten. Arnold war sogar schon eine Stunde an seinem Arbeitsplatz – da merkte er: Es geht noch nicht.

    Aus Hamburg angereistWalter-Witzenmann-Haus, Basis, Ausbildungszentrum der Sektion Pforzheim des Deutschen Alpenvereins, kurz nach 12 Uhr: Erste Medienvertreter finden sich ein, einer ist aus Hamburg angereist. Arnold erscheint, in der Hand eine Plastiktüte mit österreichischen Zeitungen. Uhlig kommt, das Blitzlichtgewitter beginnt. „Wo sitz’ ich?“, fragt er kokett. „Da, wo die vielen Mikrofone stehen“, brummt Rolf Constantin. Er ist Vorsitzender der Pforzheimer Sektion mit ihren knapp 3000 Mitgliedern, Uhlig – wie Ausbildungsreferent Joachim Bott – einer der beiden Stellvertreter. Arnold und Uhlig erzählen noch einmal, wie es war – wie sie ankamen an jenem 1. April, wie mies das Wetter war am ersten und wie schön am zweiten. Ein Himmel wie gemalt, Berge zum Greifen nah, „Kaiserwetter“, sagt der Oberpfälzer.

    Es ist Samstag- morgen, kurz vor 7 Uhr. Die vierköpfige Gruppe steigt mit Schneeschuhen zum Gipfel des Großvenediger auf. Gegen 12.30 Uhr erreichen sie den Gipfel, für die letzten Dutzend Meter haben sie sich sicherheitshalber Steigeisen unter ihre Bergstiefel geschnallt. Beim Abstieg passiert, was noch keinem der erfahrenen Alpinisten in dieser Form widerfahren ist: ein Wetterumschwung ungeahnten Ausmaßes. Sie sehen kaum den angeseilten Vordermann oder dessen Fußspuren im Schnee, Eiskristalle prasseln auf die Haut – „so muss Peeling sein“, sagt Uhlig, „aber man kann drauf verzichten.“

    Sie graben sich ein, tun instinktiv das Richtige, buddeln eine Schneehöhle, harren in ihr über 60 Stunden aus, teilen das wenige Essen und Trinken. Der PZ entnimmt Uhlig, dass Arnold gebangt hat, ob er Eltern und Freundin nochmal wieder sehen wird; dass er wenig Hoffnung hatte, wenn sie noch eine vierte Nacht in ihrem eisigen Gefängnis – das auch Rettungsinsel ist – hätten verbringen müssen.

    „Jeder hatte seine Zweifel für sich behalten“, sagt Uhlig, „und das war der stabilisierende Faktor.“ Nur nicht verzweifeln. Arnolds „Schade, dass wir keine Karten dabei haben“ bleiben für 63 Stunden die einzigen flapsigen Worte in der Höhle. Dienstag, Tag der Rettung. Tag der Erleichterung auch für Angehörige und Freunde. Ein Hubschrauber kommt früher als gedacht. Es ist kurz nach 6 Uhr, als Uhlig die Nase ins Freie steckt – da hört er den Vogel schon.

    Vom Gefühl übermanntDie Schneewanderer wissen, dass permanent nach ihnen gesucht wurde. Bereits Samstagnacht sind die Suchtrupps bis kurz vor Mitternacht unterwegs gewesen. „Was hier geleistet wurde, auch unter Einsatz ihres eigenen Lebens, um unseres zu retten . . .“ – es ist das einzige Mal, dass Uhligs Stimme fast bricht, er schluckt, fängt sich wieder. Für kurze Zeit ist es ganz still im Raum.

  2. #2
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    Es ist, ja wie zwischenzeitlich alle wissen, glücklich ausgegangen. Gibt es nichts anderes mehr zuberichten?

  3. #3
    Nicole vom Buckenberg
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    Zitat Zitat von dodi Beitrag anzeigen
    Es ist, ja wie zwischenzeitlich alle wissen, glücklich ausgegangen. Gibt es nichts anderes mehr zuberichten?
    Ich muss gestehen, diese Frage stellte ich mir auch schon. Was die PZ wohl schreiben würde ohne diesen Vorfall?

  4. #4
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    Zitat Zitat von Nicole vom Buckenberg Beitrag anzeigen
    Ich muss gestehen, diese Frage stellte ich mir auch schon. Was die PZ wohl schreiben würde ohne diesen Vorfall?
    hmm, z.B. "TGV fährt durch Pforzheim"

  5. #5
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    Vielleicht erneut ber die neue niederländische Nationalmannschaft (FC Bayern) wie erneut in der heutigen Ausgabe. Hier werden die aktuellen Berichte weiter unten angesiedelt und lieber erneut über den Deutschen Rekordmeister (im Ausländer bezahlen) berichtet der die deutschen Nationspieler vor einer WM nicht zu Einsatz bringt.
    Na ja Hauptsache Erfolg.

  6. #6
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    Geschickt wird aus dieser Rettungsaktion eine riesiges Medienspaktakel inszeniert, mit dem Ziel sich in der Öffentlichkeit zu profilieren. Die beiden haben wohl schon vergessen, dass sie knapp den Tod entronnen sind.

  7. #7
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    Standard Uhlig spendet nichts

    Was in den zahlreichen Berichten der PZ nicht steht, ist das Gerücht, Uhlig hätte der nahenden Rettungsmannschaft zugerufen: "Mer gebbe nix"

    In Anlehnung an:
    Ein Ehepaar aus Schwaben (klar PF ist Baden, da würde das nicht passieren) fällt beim Bergwandern in eine Felsspalte, sie rufen die ganze Nacht verzweifelt um Hilfe, und endlich am dritten Tag - hören sie von oben jemanden rufen "hier ist das Rote Kreuz!" Darauf hin ruft der Mann nach oben "Mer gebbe nix!".

    Sorry - aber der ganze Uhlig-Hype um seine Fehlleistung als Bergwanderer lässt eine ernste Wahrnehmung bei mir nicht mehr zu...
    Gruß vom Lande

  8. #8
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    Standard als nicht bergsteiger

    werde ich mir keinen kommentar erlauben,
    bekannt ist ja, dass sich das wetter sehr schnell verändern kann.

    auch die profis und dazu zähle ich herr uhlig, sind da machtlos gewesen
    trotzdem hut ab , wie sie sich verhalten haben.

    sie waren wenigstens optimal ausgerüstet
    und wenn der berg wieder ruft, dann wird er schon wieder aufsteigen

    viel glüc beim näcshten mal

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