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  1. #1
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    PFORZHEIM. Ein Zweijähriger ist am Samstag womöglich nur um Haaresbreite dem Tod entgangen, als er durch das Absperrgeländer am Enz-Stauwerk krabbelte. Die Absperrung weicht von der Landesbauordnung ab.

    Sie kennen sich seit Jahren: Als früherer Stadtrat hat es der Pforzheimer Rechtsanwalt Andreas Bittighofer bereits mit Baubürgermeister Alexander Uhlig zu tun gehabt. Am Montag hat Bittighofer wieder mal bei Uhlig angerufen.

    Fast wäre es einer der traurigsten Anrufe seines Lebens geworden. Am Samstagmittag gegen 14.30 Uhr, so schildert es Bittighofer auch der PZ, saßen er und seine Lebensgefährtin auf der Freiterrasse des Theatercafés „Opera“ am Waisenhausplatz. Ihre Kinder, drei und zwei Jahre alt, spielten etwa 30 Meter entfernt auf einer Grasfläche, die durch einen Weg vom Geländer an der Enz getrennt ist. Mit einem Mal sei der Jüngere einigen Entenküken hinterher gekrabbelt, die ins Wasser wollten.

    „Besser aufpassen“„Plötzlich war er weg“, sagt Bittighofer. Der Kleine hatte bereits den Oberkörper unter der Absperrung durchgeschoben, hinter der eine Wand senkrecht ins dunkle Wasser abfällt, zu dem sich hier vor dem Flusskraftwerk der Stadtwerke die Enz aufstaut. „Meine Lebensgefährtin sieht ihn, rast im Dauerspurt zu ihm, verliert einen Schuh“, erzählt Bittighofer, aber es sei ihr gelungen, ihren Sohn gerade noch zu packen. Nicht auszudenken, sagt der Jurist, wenn das Kind hineingefallen und die Mutter hinterher gesprungen wäre. Durch die Sogwirkung des Kraftwerks hätten beide keinerlei Überlebenschance gehabt, davon ist Bittighofer, auch wenn die Stadtwerke anderes vermuten, überzeugt. Genau wie von seiner Mitverantwortung. „Ja“, räumt er ein, „man hätte besser aufpassen müssen. Aber wer denkt denn an sowas?“ Nie habe er geglaubt, dass sein Sohn unter dem Geländer hindurch passen würde.

    Wenn das Geländer der Landesbauordnung entsprechen würde, dann hätte Bittighofer mit dieser Einschätzung wohl recht behalten. Das Regelwerk schreibt für Geländer vor, dass sie keine Lücke von mehr als zwölf Zentimetern lassen dürfen. An der Stelle des Beinahe-Unglücks sind es 16 Zentimeter. An der gegenüberliegenden Seite, die vor wenigen Jahren erneuert wurde, sind es dagegen durchgängig die zwölf Zentimeter.

    Nur für Innenräume zwingendWobei die Vorgabe nur fürs Innere von Gebäuden zwingend gelte, wie Harald Kuch sagt, stellvertretender Leiter des städtischen Tiefbauamts. Dennoch ist die Stadt auch im Freien darum bemüht, sie einzuhalten. Am Waisenhausplatz wird dies von heute an der Fall sein, wie Kuchs Chef sagt. „Dort wird ein Bügel angebracht“, verspricht Alexander Uhlig. Nicht nur das. „Wir werden den Vorfall zum Anlass nehmen, auch andere Abstände zu überprüfen.“

    Andreas Bittighofer zeigt sich erfreut über die rasche Reaktion der Stadt. Ihm sei es, versichert er, ohnehin nie um die Schuldfrage gegangen. „Es geht darum, dass andere Eltern gewarnt sind.“

  2. #2
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    Es ist eigendlich wie immer!
    Es muß erst immer etwas passieren,(zum Glück ist es diesmal noch glimpflich ausgegangen) bevor die Verantwortlichen der Stadt, zu einer "sofortigen" Reaktion fähig sind !?
    Wäre die Reaktion, seitens der Stadt auch "so" schnell gewesen, wenn ein "Otto-Normalverbtaucher", diesen Vorfall gemeldet hätte ???

  3. #3
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    Standard Bauendabnahme durch Bauherren!?

    Gott sei Dank ist dem Kind nichts passiert!!! Umso schlimmer das hier offensichtlich keine Bauendabnahme erfolgte denn sonst wäre dieser Mangel sofort erkannt worden!? Unabhängig davon halte ich 12cm Abstand auch noch für zuviel!! Wenn hier in die Bauordnung und die Geländerrichtlinie reingeschaut worden wäre und ordentlich gearbeitet worden wäre dann wäre soetwas mit Sicherheit nicht passiert. Das sollten sich die Verantwortlichen hinter die Ohren schreiben und das nächste mal Ihren Job richtig machen.

  4. #4
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    Aber wehe dem, der seinen gartenzaun 5cm zu hoch baut oder seinen Baum nen cm zu nah an Nachbrs Grundstück. Dann bekommt man sofort die Ordnugsmacht zu spüren.
    For you - vor Ort
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  5. #5
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    Ausrufezeichen Aufsichtspflicht ?

    Wäre die Reaktion, seitens der Stadt auch "so" schnell gewesen, wenn ein "Otto-Normalverbtaucher", diesen Vorfall gemeldet hätte ??? So schreibt Hr.v.Seggern. Kann dem nur zustimmen, möchte allerdings anmerken: Die von Anderen und im Bericht genannte Bauvorschrift gilt m.E. nicht für den Aussenbereich. Was trotzdem eine schnelle Korrektur nicht ausschließt, aber dann bitte nicht nur an dieser Stelle. Allerdings ist die Aufsichtspflicht der Eltern ebenfalls wichtig und hier offensichtlich halt nicht eingehalten worden!!

  6. #6
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    Ausrufezeichen Die Aufsichtspflicht der Eltern

    ist das Kernelement. Es kann nicht alles doppelt und dreifach abgesichert werden. Es wird immer irgendwo eine Gefahr lauern. Das nennt man Lebensrisiko.
    Wie wäre es, wenn wir von der Vollkaskomentalität Abschied nehmen und wieder selber auf unsere Kinder aufpassen.

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