PFORZHEIM. Dieses Jahr gibt es nach Auskunft von Ilse Praßl (72), die sich ehrenamtlich um die Schwäne kümmert, wenig Nachwuchs an den Flussufern. „Raben holen sich die Jungtiere“, schildert sie ihre Beobachtungen.
In Weißenstein an der Bogenbrücke, unterhalb der Straße, hätten die Schwanen-Eltern „Paul und Paula“ sechs Eier ausgebrütet, von denen zwei geschlüpfte Jungtiere fehlten. „Jetzt sind noch vier Junge da, zwei Weibchen und zwei Männchen“, so Praßl. „Frido und Frida“ bei der Kallhardtbrücke im Stadtgarten haben ebenfalls Nachwuchs: Von fünf Eiern sind nach Angaben von Praßl vier Jungtiere übrig geblieben, drei Männchen und ein Weibchen.
Das Schwanenpaar „Elli und Oskar“ bei der Auerbrücke unterhalb des Flößerdenkmals habe wegen der Raben von sieben Jungtieren gegenwärtig nur noch vier: drei Männchen und ein Weibchen.
Trauriges berichtet Praßl vom Schwanenpaar „Lady und Carlo“ am Enzufer an der Pflügerstraße, wo August Praßl sogar einen Tier-Unterstand gebaut hatte. „Auf dem Dach des Häuschens hatte eine Entenfamilie ein Nest, aber deren Eier wurden von Unbekannten zerstört und bei dieser Gelegenheit auch die Schwäne verjagt“, berichtet Praßl. Acht Eier hätten die Schwäne ursprünglich in ihrem Nest gehabt. „In der Nacht auf den 2. Mai bekam ich den Anruf einer besorgten Tierfreundin. Sie hat mir gemeldet, dass das Muttertier blute“, so Praßl, die Polizei und Feuerwehr verständigte. „Lady“ wurde ins Tierheim gebracht und dort ärztlich versorgt, weil eine Wunde unter ihrem Flügel kräftig blutete.
Ein Ei wird nachgebrütetAußerdem wurden vier übrig gebliebene Eier aus dem Nest ins Tierheim gebracht, aber die verletzte „Lady“ brütete sie nicht mehr aus. Praßl brachte die Schwänin nach ihrer Genesung zurück zu ihrem „Carlo“ ans Enzufer, wo „Lady“ jetzt noch einmal ein Ei nachbrütet. Was das Schwanenpaar „Rambo und Fraule“ in Eutingen bei der Hängebrücke ausgebrütet hat, konnte Praßl noch nicht beobachten. Vom Schwanenpaar „Hänsel und Gretel“ beim Ententeich in Brötzingen wisse sie aber, „dass die beiden in diesem Jahr keinen Nachwuchs bekommen, weil das Muttertier nicht gebrütet hat“.
„Peter und Lisa“, die sich früher am Flussufer beim Messplatz aufgehalten hatten, sind schon seit längerer Zeit verschwunden. „Da muss irgendwas passiert sein“, vermutet Praßl.
Kein Fuchs, sondern ein Hund hat nach Ansicht von Praßl der brütenden Schwänin vor zwei Wochen im Enzauenpark in Höhe des Römerstegs den Hals abgetrennt. „Ein Fuchs geht nicht durch das Wasser, außerdem schleift er seine Beute weg“, sagt Praßl, die alle Hundehalter nachdrücklich darum bittet, ihre Tiere bei Spaziergängen an den Flussufern in der Nähe von Schwanennestern zur Brutzeit anzuleinen.
„Das durch die offensichtliche Hunde-Attacke getrennte Schwanenpaar im Enzauenpark hat dieses Jahr keinen Nachwuchs bekommen, weil die getötete Mutter nicht mehr brüten konnte“, so Praßl. „Der Schwanenvater hat sich beim Bootspick eine neue Partnerin gesucht, aber ich weiß nicht, ob sie wieder getrennt sind, denn ich habe die beiden schon einige Tage nicht mehr zusammen gesehen“, so die Rentnerin.



Zitieren



Lesezeichen