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    Die Hälfte seiner achtjährigen Amtszeit hat der Kämpfelbacher Bürgermeister Udo Kleiner hinter sich. Doch schon jetzt scheint klar zu sein, dass er sich im Jahr 2014 zum zweiten Mal um das höchste kommunale Amt bewirbt. Kein Wunder, schließlich hat er noch viel vor: Das reicht von einem großen Gewerbegebiet zusammen mit anderen Gemeinden bis zur Zusammenführung der beiden Rathäuser. Darüber unterhielt er sich mit PZ-Redakteur Bruno Knöller.

    PZ: Die Bilfinger und Ersinger sind Menschen, die gerne und ausgelassen feiern. Entspricht das Ihrer Mentalität?

    Udo Kleiner: Mich erstaunt immer wieder, was die Vereine in Kämpfelbach auf die Beine stellen. Ich besuche immer gerne die Vereinsfeste, wenn keine anderweitigen Termine entgegen stehen. Die Feste sind für mich und meine Frau immer eine Bereicherung. Diese starke Vereinsstruktur fördert die Integration und ist für unsere Jugend enorm wichtig. Das führt zu einem geringeren Gewaltpotenzial und macht zum Beispiel einen Schulpsychologen oder einen Jugendpfleger entbehrlich. Die Vereine sind quasi das Rückgrat unserer kommunalen Gesellschaft.

    PZ: Was hält Sie davon ab, von Ihrem Wohnort Stein in einen der beiden Kämpfelbacher Ortsteile Bilfingen oder Ersingen umzuziehen?

    Kleiner: Ich wohne seit zwei Jahrzehnten in einer selbstgenutzten Immobilie in Stein. Wenn ich nach Ersingen oder Bilfingen ziehen würde, dann würde ich in der Bevölkerung als echter Ersinger oder Bilfinger wahrgenommen und würde so möglicherweise meine Neutralitätspflicht aufgeben. Zudem ermöglicht die kurze Anfahrtstrecke eine rasche Präsenz vor Ort.

    PZ: Zur Lebenslust der Ersinger und Bilfinger passt wohl auch die angestrebte Partnerschaft mit der Gemeinde Civitella in der Toscana?

    Kleiner: Die Chemie zwischen beiden Delegationen hat auf jeden Fall gleich gestimmt und wir waren uns einig, dass es oberstes Ziel des Partnerschaftsvertrages ist, die Freundschaft und Verständigung zwischen den Menschen unserer beiden Gemeinden zu fördern. Vor allem die Begegnung von Vereinen, Kindern und Jugendlichen soll die Freundschaft festigen und vertiefen. Volkshochschul-Kurse in italienischer Sprache sollen angeboten werden. An die Gründung eines deutsch-italienischen Vereins ist gedacht. Die Vereine und die Schulen sollen diese Partnerschaft mit Leben erfüllen. Ich bin überzeugt, dass dies auch geschieht. Außerdem gibt es bereits Beziehungen von Kämpfelbacher Bürgern zu einem Nachbarort etwa 50 Kilometer von Civitella entfernt.

    PZ: Wie ist der Verfahrensstand in Sachen angestrebtes Sondergebiet „Sport und Freizeit“ zwischen Bilfingen und Ersingen?

    Kleiner: Die von den Fachbehörden geforderten Gutachten zum Hochwasser-, Lärm - und Artenschutz liegen bis Ende dieses Jahres vor. Allerdings ist nur eine behutsame bauliche Entwicklung möglich. Das Bebauungsplanverfahren dient insbesondere der Rechtssicherheit für bereits bestehende Vereinsgebäude.

    PZ: Mit dem vorgesehenen interkommunalen Gewerbegebiet Ersinger Kreuz oder Steinig auf der Wilferdinger Höhe geht es nicht richtig voran. Woran liegt das?

    Kleiner:  Schon früh in meiner Amtszeit habe ich einen förmlichen Antrag auf Änderung des Regionalplans eingebracht, um die äußerst problematische Situation der Gemeinde Kämpfelbach, für die keine entwicklungsfähigen Gewerbeflächen vorhanden sind, aufzubrechen. Dieser Vorstoß hat dazu geführt, dass sich beim Regionalverband vieles bewegt hat. Wir sind jetzt dabei, die Abwägungs-Gesichtspunkte landes- und regionalplanerisch zu prüfen. Kämpfelbach nimmt nach wie vor die Haltung ein, dass das Ersinger Kreuz als bessere Variante anzusehen ist. Im Übrigen fehlen mir für eine Mitwirkung am Gewerbegebiet Steinig maßgebliche Grundlagen, insbesondere wie eine etwaige Beteiligung der hieran mitwirkenden Enzkreisgemeinden gestaltet werden soll. Was ich für die Gemeinden keinesfalls akzeptieren werde ist, dass die Gemeinde Kämpfelbach in ihrer Situation gleichsam nur als fünftes Rad am Wagen für ein Pforzheimer Gewerbegebiet eingespannt wird, um lediglich für den angesprochenen Ausgleich von Waldflächen eigene Flächen zur Verfügung zu stellen. Es fehlt mir auch die Antwort auf die Frage, unter welchen wirtschaftlichen Eckdaten die Stadt Pforzheim überhaupt in der Lage ist, bezahlbare Gewerbeflächen zur Verfügung zu stellen. Es geht darum, Kämpfelbach wie den weiteren Enzkreis-Kommunen, zum Beispiel Eisingen, eine adäquate Gewerbeentwicklung zu ermöglichen. Fakt ist: Es gibt auf den Gemarkungen Kämpfelbach und Eisingen keine geeigneten Flächen, die wir anbieten können und wir haben Bedarf. Hier muss etwas geschehen.“

    PZ: Demnächst startet die Kooperation der Grundschule Ersingen mit der Bergschule in Singen. Angesichts von Schülerbeförderungs-Problemen stellt sich die Frage: Hätte es auch andere Varianten gegeben?

    Kleiner: Nein. Eine andere Variante stand nicht zur Diskussion. Da Kämpfelbach und Remchingen jeweils über S-Bahn-Anschlüsse verfügen, ergibt sich eine gute Schülerbeförderungssituation.

    PZ: Sind mit Gewerbe und Schule damit schon alle Möglichkeiten interkommunaler Zusammenarbeit ausgeschöpft?

    Kleiner: Im Kämpfelbachtal gibt es bereits den Abwasserverband Kämpfelbachtal, den Schulverband sowie den Gemeindeverwaltungsverband Kämpfelbachtal. Die Verbandsmitglieder arbeiten sehr gut zusammen. Weitere Felder der interkommunalen Zusammenarbeit sehe ich nicht.

    PZ: Wenn Sie nach vier Jahren Bürgermeister-Tätigkeit Halbzeit-Bilanz ziehen: Womit sind Sie voll zufrieden und was hätte besser laufen können?

    Kleiner: Sehr zufrieden bin ich über die abgeschlossene Sanierung der Kämpfelbachhalle, des A- und D-Traktes in der Kirchbergschule Ersingen, mit der abgeschlossenen Sanierung des Kindergartens in Ersingen sowie des Dorfplatzes in Ersingen. Erfreulich ist auch die Aufnahme des Bilfinger Ortskerns ins Landessanierungsprogramm. Viele privaten Grundstückseigentümer greifen die Förderungsmöglichkeiten auf. Gemeindestraßen wurden bereits saniert. Kämpfelbach stellt sich in der öffentlichen Diskussion positiv dar. Das war schon anders. Das Zusammenwachsen der Teilorte wurde durch die Abschaffung der unechten Teilortswahl für die letzte Gemeinderatswahl begünstigt. Wir sind auf einem guten Weg.

    PZ: Welche Ideen und größeren Projekte möchten Sie noch in der zweiten Hälfte Ihrer Amtszeit anpacken oder zu Ende bringen?

    Kleiner: Die Trinkwasserversorgung in Bilfingen mit dem Hochbehälterbau Beizle wird mit einer Investition von einer Million Euro nächstes Jahr abgeschlossen. Die Frage ist, ob eine Randerschließungsstraße in Bilfingen, welche die Verkehrssituation in Richtung Kämpfelbachhalle und Baugebiet Niederwengerten spürbar verbessern würde, verwirklicht werden kann. Die nächste wichtige Aufgabe ist die Sanierung des B- und C-Trakts der Kirchbergschule. Da hoffe ich auf Zuschüsse aus dem Ausgleichsstock, da unsere Gemeinde sehr steuerschwach ist. Das seit 2000 in der Diskussion befindliche Thema sollte endlich abgeschlossen werden. Wenn es die Finanzen in naher Zukunft zulassen sollten, ist auch über eine effektivere Zusammenführung der beiden Rathäuser nachzudenken.

    PZ: Nach all diesen Absichten und Zielen dürfte wohl klar sein, dass Sie als dann 53-Jähriger im Jahre 2014 wieder bei der Bürgermeisterwahl antreten werden?

    Kleiner: Bis heute spricht nichts dagegen. Ich mache meine Arbeit sehr gerne und habe nicht bereut, dass ich mich vor vier Jahren um dieses Amt beworben habe. Daher würde ich mich gerne auch nach 2014 in Kämpfelbach engagieren.

  2. #2
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    Standard Größenwahn

    typisch größenwahnsinniger Politiker in einem Kuh-Kaff. Kämpfelbach ist die finanzschwächste Gemeinde im Enzkreis, und dann solche Sprüche ! Die sollen sich Königsbach-Stein anschließen dann kriegen sie wenigstens ein paar Krümel ab !

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