STUTTGART. Der Vermittler Heiner Geißler ist nach Darstellung der Stuttgart-21-Gegner bereit, sich noch einmal in den Konflikt mit der Bahn einzuschalten. Der Grünen-Verkehrsexperte Werner Wölfle sagte am Donnerstag in Stuttgart, Geißler habe ihm zugesagt, im Zweifel darauf hinzuwirken, dass die Bahn die Kritiker bei dem zugesagten Stresstest für den Tiefbahnhof einbindet. Wölfle erklärte, man wolle nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

Ein Bahnsprecher sagte, das Prozedere stehe noch nicht fest. Geißler hatte bei seiner Schlichtung einen Stresstest für den geplanten Bahnhof gefordert, um dessen Leistungsfähigkeit festzustellen.

Die Gegner gehen davon aus, dass das Ergebnis des Tests das Projekt noch zu Fall bringen wird. Hintergrund seien weitere Kostensteigerungen durch die notwendigen Nachbesserungen, die den Kostenrahmen des bisher auf 4,1 Milliarden Euro taxierten Vorhabens sprengen würden.

Auch die Stuttgart-21-Gegner gönnen sich über Weihnachten eine Atempause. Die letzte größere Demonstration ist in diesem Jahr für kommenden Samstag geplant. «Die protestierenden Bürgerinnen und Bürger werden dann nach der Weihnachtspause den Widerstand gegen S21 gestärkt fortsetzen», hieß es beim Aktionsbündnis. Die letzte Montagsdemo in diesem Jahr ist am 20. Dezember, die erste im Jahr 2011 soll am 10. Januar sein. dpa