PFORZHEIM. Ohne ein Netzwerk von Kooperationspartnern wäre das Theaterprojekt „Stage Enter“ nicht möglich. Zum dritten Mal üben Schüler unter Anleitung von Profis ein Stück ein. Premiere von „Herr der Fliegen“ ist am 5. Mai.
Schon aus Selbsterhaltungstrieb müssen Theater neue Wege gehen, um sich ihr Publikum zu erhalten beziehungsweise neue Kunden zu gewinnen. Da geht es ihnen nicht anders als Zeitungen. Es liegt also nahe, dass die PZ nun schon zum zweiten Mal ein „Stage- Enter“-Projekt des Pforzheimer Stadttheaters unterstützt – „und weil es uns Spaß macht, mit jungen Menschen zu arbeiten und ihre Kreativität zu fördern“, so Thomas Satinsky, Geschäftsführender Verleger der PZ, namens der „Jakob-und-Rosa-Esslinger-Stiftung“ beim Pressegespräch im Vorfeld des neuen Stücks „Herr der Fliegen“. Es ist die dritte Produktion nach „Krabat“ (Spielzeit 2008/09) und „Die Welle“ (2009/10).
Beispiel für IntegrationDas zweite Kriterium ist der integrative Aspekt: Die Schüler kommen aus den verschiedensten Bildungsschichten, haben unterschiedliche Religionen und kulturelle Hintergründe. 75 Prozent haben laut Schauspieldirektor Murat Yeginer Migrationshintergrund. Und wer sich neben Schule und Verein noch in das Metier hineinarbeitet, das Selbstüberwindung, Zähigkeit, Fleiß und Disziplin voraussetzt, ist weniger anfällig für Unsinn – ein Grund, weshalb der Präventionsverein „Sicheres Pforzheim – Sicherer Enzkreis“ das Projekt unterstützt, repräsentiert durch Polizeichef Burkhard Metzger. Für ihn erfüllt „Stage Enter“ ebenso eine wichtige Funktion wie etwa das von ihm jüngst vorgestellte „Perspektiv-Praktikum“. Als Reaktion auf den „Ausbildungs-Gipfel“ vergangene Woche sind bereits 26 Praktikumsplätze angeboten worden.
Lions Clubs von Anfang an dabeiZum dritten Mal, also von Anfang an dabei, sind die Lions Clubs. Vor drei Jahren war Peter Dorner, Präsident der Pforzheimer Lions, auf Verwaltungsdirektor Gustl Weber zugegangen mit der Idee, jugendliche Amateure unter Profi-Anleitung zu einem „Gesamtkunstwerk“ zu befähigen. Beim neuen Schauspieldirektor Murat Yeginer rannte er dabei offene Türen ein. Der wirkte zum wiederholten Mal am gestrigen Casting mit und wird Regie führen. Kulturamtsleiterin Isabel Greschat spricht von einer „Vorbildfunktion“ des „Stage-Enter“-Projekts und „gelebter Integration“.Auch die Baugenossenschaft Arlinger und die Akademie für Kommunikation beteiligen sich an dem Vorhaben. Am nächsten Wochenende findet das Casting für das Team hinter der Bühne statt.



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