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    PFORZHEIM. Blut tropft am Tannhoferweg. Das Messer verfehlt die Halsschlagader des Opfers nur knapp. Der Mann überlebt. Der 32-jährige Messerstecher stand am Donnerstag vor Gericht. Das Urteil: Sieben Jahre Haft. Vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Karlsruhe wirft der Pforzheimer Staatsanwalt Henning Heil dem angeklagten Automechaniker und Schreiner einen heimtückischen Mordversuch vor. Das Motiv: Rache nach einer Demütigung in den frühen Morgenstunden des 28. August 2010.

    Als das spätere Opfer die Wohnungstür geöffnet habe, habe der Angeklagte ein im Ärmel verborgenes Küchenmesser blitzschnell herausgeholt. Völlig unvermittelt habe er das Messer mit einer Klingenlänge von 20 Zentimetern in den Hals des Opfers in schwungvoller Zorro-Manier geritzt. Neben der etwa einen Zentimeter tiefen und sechs Zentimeter langen Stichverletzung am Hals sei eine bis fast auf den Knochen reichende horizontale vier Zentimeter lange Verletzung am Kinn entstanden.

    „Trennung nicht verkraftet“Der Angeklagte habe nach den Worten des Staatsanwalts die Trennung von seiner 45-jährigen Freundin nicht verkraftet. Sie sei aus Angst vor ihm in die Wohnung einer Bekannten geflüchtet, um dort zu übernachten. Der Angeklagte habe die Flucht-Wohnung im alkoholisierten Zustand von 3,2 Promille aufgesucht und seine Freundin aufgefordert, mit ihm zu kommen.

    Sie habe das abgelehnt, weil sie zuvor von ihm mehrfach geschlagen worden sei. Als auch noch die Bewohnerin und deren Kumpel den Angeklagten gedemütigt hätten, habe er sich das spätere Tat-Messer in der Wohnung seiner Freundin besorgt. Der wegen Körperverletzung mit Todesfolge vorbestrafte Angeklagte (fünf Jahre Haft) räumt die Tat ein. Er macht aber Notwehr geltend.

    Er habe das Messer nur benutzt, um einen sehr gefährlichen Mann, sein späteres Opfer, auf Abstand zu halten. Der Mann sei polizeibekannt und äußerst gefährlich. Sogar in Haft habe der Angeklagte Morddrohungen erhalten. Selbst Staatsanwalt Heil räumt ein, dass dies möglich sein könne. Schließlich sei auch das Opfer kein unbeschriebenes Blatt und vorbestraft wegen schwerer Körperverletzung und versuchter schwerer Brandstiftung (drei Jahre und sechs Monate), wegen gemeinschaftlicher räuberischer Erpressung (drei Jahre), wegen Handels mit Betäubungsmitteln (dreieinhalb Jahre) und wegen Totschlags (sechs Jahre und neun Monate).

    Am Donnerstag sollte jetzt gerade dieser Mann als Opfer gehört werden. Aber es kam anders. Der Zeuge erschien nicht. Da verständigte der Vorsitzende Richter Leonhard Schmidt die Polizei in Pforzheim und ordnete an, den Zeugen vorzuführen. Dann erschien er – mit einem Alkoholwert von 2,4 Promille im Blut. „Wir haben den Mann schlafend zu Hause angetroffen und mussten ihn erst aus seinem Delirium schütteln. Als wir ihn weckten, hatte er noch drei Promille Alkohol im Blut“, sagte ein Polizeibeamter.

    Jetzt war der Zeuge endlich da, aber er stellte sich bockig. „Ich sage überhaupt nichts“, erklärte er dem überraschten Richter, der ihm Beugehaft androhte. Als der Zeuge sich trotzdem weigerte, ließ ihn der Richter in ein Zimmer sperren, damit er etwas Zeit habe, sich das noch einmal zu überlegen. Alle anderen acht Zeugen wurden daraufhin vorgezogen.

    Nach der längeren Denkpause und einer weiteren Beugehaft-Androhung ließ er sich schließlich doch noch dazu bewegen, einige Worte von sich zu geben, die dem Gericht allerdings wenig nützten, da er Fragen stets mit Gegenfragen beantwortete. Die Pforzheimer Verteidigerin Katja Viesl verzweifelte fast bei dem Versuch, dem Zeugen Antworten zu entlocken. Schließlich ließ ihn der Richter von dannen ziehen – im Polizeiwagen nach Pforzheim.

    Beim Verlassen des Gerichts warf der Zeuge dem Angeklagten einige Wortbrocken auf russisch zu. Die Dolmetscherin übersetzte: „Ich krieg dich, du Hündin“, hatte er zum Beschuldigten gesagt. Da muss er aber warten. Der Angeklagte ist jetzt erst einmal sieben Jahre für ihn nicht zu erreichen. Dabei hoffte das Opfer offensichtlich, alles selber regeln zu können.

  2. #2
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    Als än Pforzemer ko mer do blos no dezu sage:
    Gott, was fier ä Bagaasch...

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