PFORZHEIM. Nackt sein, ist in Pforzheim eigentlich nichts Ehrenrühriges. Hat der Schriftsteller Emil Strauß doch mit dem Roman „Der nackte Mann“ seiner Heimatstadt einst ein literarisches Denkmal gesetzt. Dennoch: Es gilt als „Erregung eines öffentlichen Ärgernisses“, wenn sich heutzutage jemand mitten in der Stadt nackt – oder wie in diesem Fall nur mit Unterhose und Turnschuhen bekleidet – zeigt. „Wette hin, Wette her“, mit der Polizei ist da nicht zu spaßen. Zumal dann nicht, wenn erheblicher Alkoholkonsum mit im Spiele ist.
Es war am Montagabend, als einige Gymnasiasten vor einem Lokal der Innenstadt das Ende ihres schriftlichen Abiturs feierten. Feuchtfröhlich ging es zu, und Passanten meldeten den Ordnungshütern einen „nackten Mann“. Als eine Streife daraufhin nach dem Rechten sah und den jungen Mann kontrollieren wollte, war dieser bereits kräftig angetrunken, so dass er vor den Polizeibeamten zu Boden fiel. Kurzerhand nahmen sie ihn im Streifenwagen auf die Wache mit – wie sie ihn vorfanden: fast nackt.
Fast zwei Promille brachte der anschließende Alkoholtest im Revier. Da der Delinquent, dem die Situation wohl peinlich war, alles ruhig hinnahm, ließ die Polizei jedoch Gnade vor Recht ergehen. Sie steckte ihn daher nicht in die Ausnüchterungszelle, sondern benachrichtigte seine Eltern. Immer noch nur mit Boxershort und Schuhen bekleidet, wurde er kurz nach 20 Uhr, begleitet von manch neugierig-überraschten Blicken, erneut zum Streifenwagen gebracht und nach Hause gefahren. Welche Strafe ihn dort erwartete, ist natürlich nicht bekannt. ef-te



Zitieren



Lesezeichen