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06. Februar 2012
Der Arlberg ist ein Mekka für Tiefschneefans aus aller Welt.  Foto: Lech Zürs Tourismus
Der Arlberg ist ein Mekka für Tiefschneefans aus aller Welt.  Foto: Lech Zürs Tourismus

Arlberg - Tiefschnee-Kult und Kultur

Der Arlberg gilt für viele als Wiege des modernen Skisports. In dieser Saison ist ein Kunstprojekt von Antony Gormley zu bewundern.

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Gormleys mystische Eisenmänner ziehen die Blicke genauso magisch an, wie der Arlberg Wintersportler aus der ganzen Welt. Regungslos, geheimnisvoll und erhaben stehen die 100 lebensgroßen Skulpturen des Londoner Künstlers rund um St. Anton, St. Christoph, Stuben, Zürs und Lech.

Alle befinden sich auf exakt einer Höhe von 2039 Metern über dem Meeresspiegel. Einige sind von den Pisten aus leicht zu erreichen. Andere stehen einsam im Gebirge und bekommen allenfalls Besuch von Tourengehern wie Georg, der dort gerne mal eine Pause einlegt. „Diese Figuren strahlen eine unglaubliche Ruhe aus“, findet der Tiroler.

Gormleys Eisenmänner sind stumme Zeugen des sich immer bunter und schneller drehenden Ski-Karussells am Arlberg. Lech und vor allem St. Anton sind Superstars der Ski-Welt. Nirgendwo sonst in Österreich geht es internationaler zu. Gerade in den USA und in Kanada genießt „Stanton“ einen legendären Ruf. Durchschnittlich sieben Meter Schnee fallen am Arlberg pro Jahr. In der Fußgängerzone von St. Anton trägt deshalb jeder zweite breite „Powder-Latten“ auf den Schultern und statt Schicki-Micki-Klamotten mit Pelzkrägelchen Hightech-Funktionsjacken aus Kanada. „Hier kommen eben alle zusammen“, sagt Georg. Und an Neuschneetagen ist deshalb morgens Eile geboten, sonst sind die Tiefschneehänge schon verspurt. Hat sich Frau Holle über Nacht mal wieder rund um den 2811 Meter hohen Valluga-Gipfel ausgetobt, kämpfen die Powdersüchtigen um jungfräuliche Hänge wie Halbstarke beim Feuerwehrball um die Dorfschönheit.

Nach dem Skifahren feiern die englischen Gäste im „Krazy Kanguruh“. Das deutschsprachige Party-Volk singt derweil beim „Mooserwirt“ aus bestens geölten Kehlen heimische Après-Ski-Hits und hält sich irgendwann am Abend kollektiv für „Anton aus Tirol“. Dennoch ist St. Anton kein Alpen-Ballermann. Es hat auch ruhige Cafés, Lounge-Bars, ein Kongress- und Spa-Zentrum oder das höchste Zweihauben-Restaurant der Alpen: Die „Verwallstube“ in der Bergstation der Galzigbahn ist ein Pilgerziel für Gourmets, das Candle-Light Dinner Donnerstag abends für Romantiker ein Muss.

Auch in den Arlberger Top-Hotels, wie dem „Hospiz“ in St. Christoph, geht es trotz allem Luxus sportlich leger zu. In dem historischen Haus auf dem Arlbergpass geben sich Winter für Winter der europäische Adel, Industrielle, Stars und Sternchen ein Stelldichein. Dann ordern sie beim legendären „Hospiz“-Seniorchef Adi Werner sündhafte teure Bordeaux. Sein Großflaschen-Weinkeller mit über 5000 Exemplaren zählt zu den größten der Welt.

Die beiden höchstgelegenen Orte am Arlberg, St. Christoph und Zürs, sind ideal für Sportler und Genießer, denen ein einsamer Spaziergang im Schnee unterm Sternenhimmel lieber ist als ein Schaufenster-Bummel oder der Rummel im Tal. St. Anton ist für Wintersportler, die genauso wild feiern wollen, wie sie Ski fahren. Stuben wiederum ist das ursprünglichste und auch günstigste Dörfchen für Familien, während sich das feine Lech als das Juwel des Arlbergs präsentiert.

Rechts vom Ort geht es hinauf zum fast ebenso hohen Rüfikopf, von wo man über den Hexenboden bis nach Zürs gelangt. Von dort können Ski-Fahrer über das Madloch-Joch und Zug im Kreis zurück nach Lech fahren. In gemütlichem Tempo dauert die schon seit über 50 Jahren befahrbare Runde ein paar Stündchen. Beim Rennen „Der Weiße Ring“ brauchen die Schnellsten gerade mal eine Dreiviertelstunde für die Tour rund um Lech. Mit 22 Kilometern ist es das längste Skirennen der Welt. Trotz des Jetsets hat aber auch Lech seinen bodenständigen Charakter und vor allem seine sportliche Note bewahrt. Das Wichtigste für die meisten Wintergäste ist immer noch das Skifahren. Auch wenn sie es bei weitem nicht so extrem treiben wie Lorraine Huber. Die Lecherin gehört zu den besten Freeriderinnen der Welt. In der vergangenen Saison war sie einer der Stars des neuesten Warren-Miller-Films und durfte darin ihren geliebten Arlberg präsentieren.

Autor: Bernhard Krieger

06.02.2012

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