Hier ein Griff in den Cremetiegel, dort ein Spritzer Parfüm und nicht zu vergessen, ordentlich Deo unter die Achseln sprühen. Schließlich will ich nach einem langen Arbeitstag weder meine Kollegen noch mich mit peinlichen Schweißausdünstungen belästigen.
{element}Viel hilft viel. Zumindest manchmal. Aber wissen wir eigentlich, was wir uns da im Namen der Schönheit Tag für Tag antun?
Mittlerweile hat jeder Dritte ein allergologisches Problem, weiß der Präsident der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG), Professor Rudolf Stadler. Schuld daran seien mitunter neue Allergene, die auf uns einströmen. Kommt mir bekannt vor. Als ich neulich meine Sonnenbrille mit den extra großen Gläsern einmal nicht als Schutzschild vor mir hergetragen habe, staunte mein Vater: „Hast Du eine auf’s Auge bekommen?“ Ja, eine Ladung unverträglicher Hautcreme. In den vergangenen vier Monaten wollte ich zweimal meine Gesichtscreme wechseln, zweimal dankte es mir meine Haut mit hartnäckigem Ausschlag samt zugeschwollenem Augenlid.
Doch es geht noch schlimmer als juckender Hautausschlag. Eigentlich bin ich ja durch Angelina Jolie darauf gekommen. Ich muss zugeben, dass ich schockiert war, als ich die Nachricht von ihrer Brustoperation gehört habe. Dahinter steckte sicherlich auch sehr viel Angst. Mich hat das Thema so bewegt, dass ich mich im Internet ein bisschen eingelesen habe. Beruhigt hat mich die Lektüre nicht. Da sprühen wir Frauen täglich Deo auf, um fein zu duften, und verabreichen unserem Körper ganz nebenbei noch die tägliche Portion Gift. Brustkrebs ist das am weitesten verbreitete Krebsleiden bei Frauen. Eine mögliche Ursache hierfür will der britische Toxikologe Chris Exley herausgefunden haben: Aluminiumsalze in einigen Deos.
Hersteller behaupten, das verschließe nur die Poren und verhindere das Schwitzen. Inzwischen soll es aber Hinweise auf einen direkten Zusammenhang zwischen Aluminium und Brustkrebs geben: Bei Frauen mit Brustkrebs konnte ein erhöhter Aluminiumgehalt in der Brust nachgewiesen werden. Der könne von aluminiumhaltigen Deos stammen, so Exley in einem Interview mit dem Fernsehsender Arte.
Mein Lieblingsdeo liegt mittlerweile im Müll. Wahrscheinlich hätte es auf die Giftmülldeponie gehört. Gleich drei unterschiedliche Aluminiumsalze sind darin enthalten. Bei meinem Gang durch das Deo-Regal in meinem Drogerieladen habe ich kein anderes Präparat mit einer derartig giftigen Vielfalt gefunden. Freunden und Familie habe ich das Zeug auch gleich aus dem Badezimmerschrank verbannt und gegen einen aluminiumfreien Vorrat ausgetauscht.
Derzeit transpiriere und müffele ich also ungehindert vor mich hin, denn ein wirklich wirksames Deo ohne das giftige Leichtmetall habe ich nach drei Fehlkäufen noch immer nicht gefunden. Und ich scheine damit nicht allein zu sein. Meine PZ-Kollegin ist ebenfalls umgestiegen und findet keinen adäquaten Ersatz. „Nimm halt etwas mehr Parfum“, rät sie mir. Das sprühe ich mir statt auf die Haut aber lieber auf die Kleidung. Schließlich weiß ich auch hier nicht, wie viele giftige Substanzen darin enthalten sind. Und nachlesen will ich jetzt lieber nicht mehr, sonst werde ich nur noch mehr verunsichert und kribbelig.

