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Alltägliches  verursacht viel CO 2 , dazu zählt auch heizen, oder. . .
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. . .  das Einkaufen  von Lebensmitteln im Supermarkt.
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Interview mit Christian Hochfeld: „Auch mal das Rad nehmen“

Die Tasse Kaffee, die heiße Dusche, die morgendliche Zeitung: Alles verbraucht natürliche Ressourcen. Um herauszufinden, was wie viel verbraucht, untersuchen Forscher des Öko-Instituts gemeinsam mit zehn Unternehmen, darunter BASF, Tchibo und dm, die CO2-Bilanz (Kohlenstoffdioxid) von Produkten. Christian Hochfeld, stellvertretender Geschäftsführer des Öko-Instituts, erzählt im Gespräch mit PZ-Mitarbeiterin Ines Schipperges, wie das funktioniert.

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PZ: Herr Hochfeld, Wie viel CO2 pro Tag verursacht ein deutscher Bürger im Durchschnitt?
Christian Hochfeld: Ein durchschnittlicher Bundesbürger verursacht etwa elf Tonnen pro Jahr. Das sind täglich etwa 30 Kilogramm CO2, die mit unserem alltäglichen Tun verbunden sind – mit dem Heizen, Beleuchten, mit Transport und Mobilität. Ungefähr 40 Prozent davon entstehen durch unseren privaten Konsum und unsere Ernährung.

PZ: Und wie viel CO2 sollte es sein?
Hochfeld: Das ist die große Herausforderung, vor der wir stehen. Wenn wir die Klimaschutzziele ernstnehmen, wenn wir nicht in Kauf nehmen wollen, dass es zu einem dramatischen Klimawandel kommt, müssen wir in 40 Jahren bei jährlich zwei Tonnen pro Person liegen – das heißt, unseren persönlichen Fußabdruck um etwa 80 Prozent senken.

PZ: Was genau hat es mit dem CO2-Fußabdruck auf sich?
Hochfeld: Er bezeichnet die Klimawirksamkeit von Produkten und Dienstleistungen über ihren Lebensweg hinweg. Wir sagen, von der Wiege bis zur Bahre. Das bedeutet: Von der Gewinnung der Rohstoffe, der Herstellung der Produkte, der Transporte, der Logistik über die Nutzung bis hin zur Entsorgung, also über die gesamte Wertschöpfungskette der Produkte.

PZ: Was untersucht dabei das Öko-Institut?
Hochfeld: Seit etwa 25 Jahren beschäftigen wir uns mit Methoden, wie wir die Umweltauswirkungen der Produkte ermitteln und bewerten können – mit sogenannten Ökobilanzen. Auf der einen Seite führen wir selbst solche Analysen durch. Auf der anderen Seite haben wir mit zehn Unternehmen, unseren Projektpartnern, an den Anforderungen gearbeitet, die für die Erhebung des CO2-Fußabdrucks notwendig sind. Ein einheitliches und vergleichbares Vorgehen ist dabei besonders wichtig. Wir schauen zuerst, wie der Lebenszyklus der Produkte aussieht, welche Prozesse bei den Lieferanten stattfinden, wie die Produkte genutzt werden. Anschließend untersuchen wir, welche Stoffe dort hineinfließen und welche Umweltauswirkungen damit verbunden sind – und all dies wird dann für den gesamten Lebensweg summiert.

PZ: Wird es langfristig eine Art Klima-Siegel geben – so dass der Konsument auf einen Blick sieht, wie umweltfreundlich ein Produkt ist?
Hochfeld: Bei einem solchen CO2-Label, wie es derzeit in England angewandt wird, ist auf jedem Produkt sein Fußabdruck abgebildet. Diese Version halten wir aus zwei Gründen nicht für sinnvoll. Zum einen sind wir noch nicht soweit, dass wir so genaue Aussagen treffen können, wenn wir zwei gleichartige Produkte von verschiedenen Wettbewerbern vergleichen. Wenn wir für eine Tüte Chips beim einen Hersteller 73, beim anderen 75 Gramm herausbekommen, können wir nicht sicher sein, dass der Unterschied genau diese zwei Gramm sind. Zum anderen glauben wir, dass die Verbraucher noch nichts mit dem Fußabdruck anfangen können. Sie wissen nicht, was er bedeutet. Und sie können nicht einschätzen, was viel ist und was wenig – was diese Summe überhaupt aussagt. Langfristig sinnvoll für energieintensive Produkte wäre aus unserer Sicht so etwas wie der Klimaengel, der momentan als ein Qualitätssiegel für besonders effiziente Haushaltsgeräte entwickelt wird.

PZ: Welche Dinge macht jeder falsch? Und bei welchen Dingen denken die Leute, sie handeln umweltfreundlich – obwohl tatsächlich das Gegenteil der Fall ist?
Hochfeld: Die heutige Lebensweise hat sich so entwickelt hat, dass man kaum noch sagen kann: Es gibt den einen umweltfreundlichen Lebensstil. Die Leute, die sich als Lohas bezeichnen („Lifestyle of Health and Sustainability“, ein auf Gesundheit und Nachhaltigkeit ausgerichteter Lebensstil also), die viel Wert auf Ernährung und Lebensweise legen, fahren teilweise mit ihrem Sportwagen zum Bioladen oder ins Reformhaus. Dabei ist ihnen oft gar nicht bewusst, dass sie, wenn sie ihre Einkäufe optimieren – oder auch einmal das Fahrrad nehmen –, ihren Fußabdruck deutlich verbessern. Im Rahmen unserer Studie haben wir die Einkaufsfahrt immer mitbilanziert. Und festgestellt: Es macht einen großen Unterschied, wie man zum Supermarkt fährt, um ein Produkt – oder am besten gleich mehrere – zu holen.

PZ: Gibt es die Möglichkeit, den eigenen Fußabdruck selbst zu errechnen?
Hochfeld: Ja, es gibt im Internet verschiedene Rechner (zum Beispiel auf uba.klima-aktiv.de), wo die Leute die Gelegenheit haben, auf Basis der ihnen zur Verfügung stehenden Informationen ihren persönlichen CO2-Fußabdruck zu berechnen. Dazu gehören Stromverbrauch, Reiseverhalten, Arbeitsweg, Emissionen im Haushalt und ähnliches.

Weitere CO2-Fußabdruck-Rechner im Internet: www.klima-wandel.com, www.deutschebp.de, oder www.mycarbonfootprint.eu/de

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