



testet aus, wie sich Kontraste miteinander verbinden lassen.
„Es gibt eine große Aufmerksamkeit für die Natur – aber ohne Technik geht es heute nicht“, so formuliert Elke Giese vom Deutschen Modeinstitut in Berlin einen der Gegensätze der Zeit, der viele in ihrem Lebensstil vor Fragen stellt. Mit dem Trend zu Bio-Baumwolle, in der Mode auch „Organic Cotton“ genannt, setzen die Designer und Hersteller das Thema Nachhaltigkeit zum Beispiel schon seit einiger Zeit in der Mode um – „aber auf seinen MP3-Player will ja trotzdem niemand verzichten“, erläutert Giese. Neue technische Entwicklungen sollen die Fragezeichen hinter diesen Gegensatzpaaren verschwinden lassen: Die Modebranche hat in den vergangenen Jahren neue Hightech-Materialien entwickelt.
„Es wird futuristischer – auch von den Stoffen her“, sagt Professor Stephan Schneider vom Institut für experimentelles Bekleidungsdesign an der Universität der Künste in Berlin. Für ihn bedeutet das auch: Der verspielte Schichten-Look, der in den vergangenen Saisons unter dem Stichwort „Layering“ Furore machte, tritt langsam in den Hintergrund. „Nicht noch ein Schal, noch eine Lage – es wird weniger dick aufgetragen, es wird cleaner.“
Damit hat sich der Blickwinkel erneut geändert: Antrieb des Wandels in der Mode waren in den vergangenen Saisons erst neue Formen, die neue Silhouetten bedingt haben. Anschließend prägten die Knallfarben die Outfits. Nun sind es die neuen Stoffe und Oberflächen, die den Blick fangen und Kontraste im Gesamtbild hervorrufen. Elegante Looks in luxuriöser Anmutung mit sportiven Noten sind ein Ergebnis davon. Ein zweites sind strenge, kontrollierte Outfits mit urbanem Flair, die Looks aus Jeans und Handstrick gegenüberstehen, zählt Giese auf: „Das eine umfasst die Themen Rock’n’ Roll und Metropole – von Hugo Boss bis Amy Winehouse. Das zweite steht für Naturzuwendung, Verantwortungsgefühl und Authentizität – da darf Großmutter auch mal einen Pullover stricken.“
Unter dem Strich werden damit die großen Zeitgeist-Fragen mit der Kleidung in die Öffentlichkeit getragen. Wirtschaftswachstum bei gleichzeitiger Ressourcenknappheit? Outdoor- oder Großstadtleben? Natur und Technik? Beides muss immer gleichzeitig möglich sein, lautet die Antwort der Designer. Die Folge sind Kombinationen wie „die kleine gesteppte Bomberjacke zur Stretchröhre“, heißt es im Trendstatement des Deutschen Modeinstituts.
Im Zentrum stehen in dieser Saison daher Kombinationen gegensätzlicher Materialien: Pelz und schwerer Strick kontrastieren mit glatten Lackoberflächen. „Warme, kuschelige Materialien werden mit kühlen, glatten kombiniert“, sagt Giese. „Genau dieser Kontrast macht in dieser Saison den Fashion Appeal aus.“
Glänzen dürfen zum Beispiel die Hosen, aber vor allem auf Daunenjacken in Stepp-Optik kommt der „Wet-Look“, zum Teil auch in Metallic. Glänzende Hosen zum Strickmantel oder eine „Wet-Jacke“ zu Cord- oder Flanellhose seien Schlüssel-Looks der Saison, sagt Giese.
Auf die Kombination „Oversize zu eng“ sowie auf falsche Knöpfungen und Raffungen setzen Designer– das schafft eine neue Silhouette. Farblich dominieren in den meisten Kollektionen Schwarz, Grau, Steinfarben und Weiß. Meist dunkle, monotone Welten, die mit den neuen Materialkombinationen erfrischt werden. Für die Gestaltung kommt dazu meist eine Kontrastfarbe, die den Ton in der Linie angibt: Violett und Nachtblau, Petrol oder ein Dreiklang von Grün, Pink und Purple. Ein Kleidungsstück, Gürtel oder Tasche sind entsprechend eingefärbt und setzen Akzente im dunklen Gesamtbild.
Autor: thorsten wiese , dpa





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