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Sehr engagiert bei der Sache: „Marina and the Kats“.   roller
Sehr engagiert bei der Sache: „Marina and the Kats“. roller
17.10.2016

„Marina and the Kats“ im Tiefenbronner Kollmar-und-Jourdan-Gebäude

Samstagabend – der Saal im Tiefenbronner Kollmar-und-Jourdan-Gebäude ist gut gefüllt. Acht Uhr. Jetzt sollte eigentlich der Auftritt von „Marina and the Kats“ losgehen. Sollte. Denn zu diesem Zeitpunkt trifft die Band erst am Veranstaltungsort ein. Das Publikum wird um Ruhe gebeten. Der Soundcheck steht noch an. Dann, etwa eine halbe Stunde später, stehen auch die drei Musiker aus Wien endlich auf der Bühne und tun das, was sie am besten können: Musik machen.

Und das darf man ruhig wörtlich nehmen, denn die Musik von „Marina and the Kats“ kommt ohne Synthesizer und andere technische Hilfsmittel aus. Es ist noch handgemachte Musik: drei Stimmen, eine Akustikgitarre, ein Bass und ein Schlagzeug. Die Lieder wirken dadurch fast etwas aus der Zeit gefallen und erinnern an die 1940er-Jahre, als der Swing noch seine Blütezeit hatte. Aber das ist gut so.

Die Nummern haben Schwung, die Melodien sind eingängig. Was will man mehr? Sängerin Martina Zettl hat eine große Stimme mit viel Kraft, die besonders gut in den langsamen Balladen zur Geltung kommt, von denen in Tiefenbronn leider viel zu wenige gespielt werden. Die Sängerin trägt Hemd, eine Hose – und Hosenträger, hat eine schwarze Mütze auf dem Kopf und fängt an, lässig mit ihren Fingern zu schnippen. Ihre Augen leuchten und man merkt, dass sie in diesem Moment nichts lieber tun würde, als ihre Lieder zu singen. Und wenn Zettl am Mikrofon Sendepause hat, dann schlägt die Stunde von Thomas Mauerhofer, der an der Gitarre feine Soli spielt. Es sind vor allem selbstkomponierte Stücke, die zu hören sind. Nichts Bekanntes. Sie tragen Titel wie „Broke“ (Pleite), „Someday“ (Irgendwann) oder „Treat me nice“ (Sei lieb zu mir). In ihnen geht es um die große Liebe, um Lust am Reisen, um Suppen und Geld, das in Österreich „Marie“ heißt. Und wieder was gelernt. rol