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Emaillieren, gravieren, Edelsteine fassen: Kira Gaiser, Joana Feith, Antonia Kuhnle und Herta Albrecht (von links) zeigen anhand ihrer selbst gestalteten Schmuckstücke, was sie an der Goldschmiedeschule in zwei Jahren gelernt haben.
Emaillieren, gravieren, Edelsteine fassen: Kira Gaiser, Joana Feith, Antonia Kuhnle und Herta Albrecht (von links) zeigen anhand ihrer selbst gestalteten Schmuckstücke, was sie an der Goldschmiedeschule in zwei Jahren gelernt haben.
Mit den filigranen, aus zahlreichen Chaton-Fassungen bestehenden Ohrringen hat Joana Feith auch ihren Lehrer Rob Barneveld überzeugt. Fotos: Molnar
Mit den filigranen, aus zahlreichen Chaton-Fassungen bestehenden Ohrringen hat Joana Feith auch ihren Lehrer Rob Barneveld überzeugt. Fotos: Molnar
Neben Messinggefäßen ist auch ein graviertes Lesezeichen zu sehen.
Neben Messinggefäßen ist auch ein graviertes Lesezeichen zu sehen.
Eine antike Gabel hat Birgitta Voigt umfunktioniert.
Eine antike Gabel hat Birgitta Voigt umfunktioniert.
Neben der Lötpistole ist ein silbernes Medaillon von Joana Feith ausgestellt.
Neben der Lötpistole ist ein silbernes Medaillon von Joana Feith ausgestellt.
08.07.2016

Abschlussaustellung an der Goldschmiedeschule: Mit der „Lizenz zum Löten“

Pforzheim. Bei der Abschlussausstellung der Berufsfachschule für Goldschmiede haben rund 40 Schüler edle Ohrringe, Colliers und Armbänder präsentiert.

Feine Ösen zieren den Ohrring mit den blauen Edelsteinen. Und auch an den zarten Dreiecken und zahlreichen Chaton-Fassungen ist zu erkennen, dass das silberne Schmuckstück von Joana Feith (20) besonders filigran gearbeitet ist. „Damit zeigt sie, dass sie die Lizenz zum Löten hat“, sagt Lehrer Rob Barneveld. So lautet denn auch das Motto der Abschlussausstellung der Berufsfachschule für Goldschmiede in der Aula der Goldschmiedeschule, die am Freitag eröffnet wird. Eine Auswahl von Schmuckstücken der vergangenen zwei Jahre, die von fast 40 Schülern der Klassen 2a und 2b gefertigt wurden, ist zu sehen. Weil verschiedene Handwerkstechniken wie das Emaillieren, Gravieren, Edelsteinschleifen und -fassen sowie das Silberschmieden dargestellt werden sollen, war das Motto in Anlehnung an James Bond schnell gefunden.

Über 100 Exponate zu sehen

„Wir wollen zeigen, was wir gelernt haben“, sagt Herta Albrecht (21), die ihre Chaton-Ohrhänger aus kleinen Drähtchen und eigens gefertigter Fassung gebogen und gelötet hat. Von jedem Schüler sind bis zu drei Schmuckstücke ausgestellt, weitere werden bei der Modenschau zur Vernissage präsentiert. Über 100 Exponate umfasst die Schau – die Lötpistole inklusive. Passend zur Filmvorlage wurden auch Martinigläser, Pokerchips und Patronenhülsen als Dekoration herangezogen und in die Vitrinen zwischen die Ringe, Colliers und Armbänder gelegt. Zudem sind Schmuckzeichnungen und Gefäße zu entdecken.

Jedes Material reagiert anders

„Anhand der Messingschalen sollten die Schüler sehen, wie sich das Material bei der Verformung verhält“, sagt Barneveld, der von den Arbeiten und dem Engagement der Schüler begeistert ist. Ob Gold, Silber oder Kupfer – die Herausforderung beim Löten ist, dass das Metall dabei nicht schmilzt. „Jedes Material reagiert anders“, erzählt Antonia Kuhnle (20), die einen Wunsch ihres Bruders erfüllt hat: Die angehende Goldschmiedin, der noch eine Lehre im Betrieb bevorsteht, hat Manschettenknöpfe aus Silber mit alten Uhrwerken aus Damenarmbanduhren gestaltet.

Kira Gaiser (24) präsentiert indes ihre dreieckförmigen, blau-türkisfarbenen Ohrringe, bei denen sie die Technik des Emaillierens angewandt hat. „Jeder hat seinen eigenen Stil“, sagt Joana Feith, die nicht nur die filigranen Ohrringe, sondern auch einen Mantelring und ein fein graviertes Friedens-Medaillon mit Taube ausstellt. Schulleiter Michael Kiefer ist beeindruckt: „Es ist toll, dass das Handwerkliche und Gestalterische im Vordergrund stehen.