

Sie verstärken – zusammen mit dem Japaner Sho Takayama – seit Beginn der neuen Spielzeit das Ballett-Ensemble am Theater Pforzheim: der Italiener Ermanno Sbezzo und Tu Ngoc Hoang aus Vietnam.
Er sei der erste Tänzer aus Vietnam, der in Deutschland arbeite, erzählt Hoang, der vom Theater Regensburg nach Pforzheim gewechselt ist. Zum Tanzen kam er als Kind, aber eher zufällig, erzählt er. Denn in der Tanzschule, wohin ihn seine Eltern schickten, wurde auch Kung Fu angeboten, und das war eigentlich sein Steckenpferd. Dann zog es ihn allerdings mehr und mehr zum Tanzen hin.
2006 schloss Hoang seine klassische Tanzausbildung am Vietnam National Dance College ab und tanzte im Anschluss in seiner Heimat unter anderem den „Feuervogel“ und im „Nussknacker“. Das klassische Ballett sei aber nicht so seine Sache gewesen, meint Hoang rückblickend. Ein Stipendium brachte ihn dann in die Schweiz, wo er an verschiedene Workshops für Modern Dance teilnahm.
Auch für Hoangs Kollegen Ermanno Sbezzo war Ballett am Anfang – er war damals zwölf Jahre alt – mehr ein Hobby und ein Ausprobieren. Doch Jahr für Jahr wurde sein Tanz professioneller. Sbezzo gewann Wettbewerbe, erhielt Stipendien und tanzte in Cannes, ehe er als Tänzer nach Pforzheim kam.
Und warum gerade das Theater Pforzheim? „Ich mag den Stil von James Sutherland“, sagt Sbezzo. Als er zum Vortanzen in die Goldstadt kam, sei das für ihn allerdings etwas traumatisch gewesen. „Alles war weiß, verschneit und bitterkalt, und ich bin aus Sizilien“, sagt Sbezzo. Aber jetzt beim Antritt seines Engagements, sei die Stadt nicht wieder zu erkennen gewesen. Alles warm, sonnig und leicht. „Ich mag Pforzheim sehr“, betont Sbezzo. Auch wenn er als Tänzer wenig Zeit hat, die Umgebung außerhalb des Theaters zu erkunden.
Auch Tu Ngoc Hoang hatte sich bewusst für das Ensemble in Pforzheim entschieden. Es sei schwierig, jemanden wie Sutherland zu finden, betont er. „Man kann hier viel lernen!“ Sutherland respektiere, dass jeder Tänzer unterschiedlich ist und er lasse einem viel Freiheit, sagt Sbezzo. Im Gegensatz zu Schauspielern haben Tänzer keine Rollen im Kopf, die sie unbedingt einmal tanzen wollen. Im zeitgenössischen Tanz wolle man etwas entdecken, sich ausdrücken, sagt Hoang. Jeder müsse hier für sich tanzen können, nicht wie im Ballett, wo man immer auf den anderen schaue.
Aktuell sind die beiden Ballett-Tänzer in der Operette „Der Vogelhändler“ zu sehen.
Autor: Rainer Würth






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