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Das Karlsruher Museum am Markt zeigt in der Ausstellung „#Waldschwarzschön – Black Forest remixed!“ unter anderem die Kuckucksuhr „S Lagerfeld“ von Stefan Strumbel aus dem Jahr 2009.  Deck
Das Karlsruher Museum am Markt zeigt in der Ausstellung „#Waldschwarzschön – Black Forest remixed!“ unter anderem die Kuckucksuhr „S Lagerfeld“ von Stefan Strumbel aus dem Jahr 2009. Deck
13.04.2017

Design versus Tradition: Ausstellung im Karlsruher Museum am Markt

Der Bollenhut als Hocker, eine Kuckucksuhr aus Papier oder knallbunt: Die neue Ausstellung im Karlsruher Museum am Markt hat sich traditionelle Motive und Handwerkskunst aus dem Schwarzwald vorgeknöpft und mischt sie mit modernem Design.

Unter dem Titel „#Waldschwarzschön – Black Forest remixed“ spielt die Schau von heute an mit klassischen Objekten aus der Region und ihren zeitgenössischen Gegenparts aus der Hand verschiedenster Künstler oder Designer. Die Ausstellung bietet viele visuelle Überraschungen, kombiniert Altes und Neues, regt zum Schmunzeln an und stellt bekannte Vorstellungsbilder des Schwarzwalds auf den Kopf.

Gezeigt wird beispielsweise ein Original des Bollenhutes aus dem Jahr 1880, dessen Filzbommeln sich als schwarze und rote Kugelpolster auf zwei Designhockern von Doris Gaßmann wiederfinden. Glaskunst der Schwarzwälder Glashütten ist ebenso zu sehen wie eine Krippe aus Bierflaschen.

Der „Hair Ring Nr. 221“ von Jacomijn van der Donk oder Jason Taylors Hocker „Lazy Cleaner“, der auf Bürstenhaaren steht, sind eine Hommage an die historische Kunst der Schwarzwälder Bürstenbinderei. Auch dazu werden Originale gezeigt wie eine Möbelbürste aus den 1890er-Jahren.

Die Schau ist auch eine Wiederbegegnung mit Künstlern, deren Werk in der Region zu sehen war. So geht der Halsschmuck „lemitcA-VA3“ aus ausgestanzten Joghurtflaschen des Pforzheimer Designers Sam Tho Duong einen spannenden Dialog mit dem auffälligen Faltenkragen des „Villinger Narro“ ein. Bei den Brautkronen ist unter anderem eine Schäppel von 1975 mit all ihren bunten Glasperlen, Pailletten, Papierrosen, schillernden Baumwollbändern, dem silbernen Draht und Spiegelglas zum Abwehren des „Bösen Blicks“ zu bewundern, die vor zwei Jahren in der Schau „Erhobenen Hauptes“ im Schmuckmuseum zu sehen war.

Und die Kuckucksuhr „S Lagerfeld“ von Stefan Strumbel, dessen Werk bei einer großen Ausstellung auf Schloss Neuenbürg präsentiert wurde, zeigt mit viel Humor auf, dass das „Kuckucksuhr-Styling“ heutiger Gestalter keine Grenzen kennt.