

PFORZHEIM. Mehr als nur einen Hauch Brasilien zauberte Maucha Adnet, die von 1984 an für zehn Jahre Sängerin der Band um den berühmten Musiker und Komponisten Antonio Carlos Jobim gewesen ist, zum Abschluss ihrer Deutschlandtournee in den Brötzinger Jazzclub domicile. Die in Rio de Janeiro geborene und heute in New York lebende Sängerin attestierte ihren Begleitmusikern Walter Lang (Flügel), Uli Zrenner-Wolkenstein (Kontrabass) sowie Gerwin Eisenhauer (Schlagzeug) am Ende von Goldstadt-Konzert und Tournee: „Es war wieder eine tolle Zeit.“ Und man darf getrost hinzufügen: Nicht nur für die Musiker – auch die Zuhörer.
Bereits zum zweiten Mal waren die drei Instrumentalisten mit der brasilianischen Bossa-Ikone unterwegs und sorgten dafür, dass den Jazzfreunden beim Lauschen der Titel aus der Feder von Antonio Carlos Jobim, João Gilberto oder Marcos Valles bisweilen wohlige Schauer über den Rücken liefen. Trotz eisiger Außentemperaturen wurde vielen der Konzertbesucher für ein paar Stunden warm ums Herz.
Maucha Adnet ist nicht nur eine versierte Sängerin brasilianischer Musik. Sie ist vielmehr eine Botschafterin des in Samba und Bossa nova eingefangenen Lebensgefühls. Mit dunkler Stimme und innig berührendem Timbre bringt sie mit „Chega de Saudade“, „Desafinado“ oder dem zum Abschluss des Konzertabends gespielten Jobim-Welthit „Garota de Ipanema“ nebst „Summer Samba“ oder „Dindin“ all jene Songs zu Gehör, die für Leidenschaft, Liebe und Sehnsucht, aber auch für manch Herzschmerz unter blauem Sommerhimmel stehen.
Adnet, das wird mit jedem ihrer sanft erotisch vorgetragenen Titel deutlich, interpretiert die Musik ihres Herzens nicht nur. Sie fühlt und lebt sie mit mit jeder Faser ihres Körpers und lässt die Zuhörer teilhaben an Momenten des Glücks oder der Niedergeschlagenheit, wenn Herzen vor Freude springen oder vor Enttäuschung zu zerbrechen drohen. Nie klingt die Stimme Adnets lieblich oder niedlich, nie sentimental, sondern stets authentisch. Adnet ist eine Frau in der Mitte des Lebens, den brasilianischen Blues stolz in sich tragend.
Dass die von der Brasilianerin interpretierten Titel das Publikum unmittelbar erreichen, ist aber nicht allein ihr Verdienst. Mit Lang, Zrenner-Wolkenstein und Eisenhauer hat Adnet drei virtuose Instrumentalisten an ihrer Seite, die es meisterlich verstehen, Bossa und Samba mit großer Ausdruckskraft zu spielen und die in den Kompositionen eingefangenen Gefühle facettenreich hörbar zu machen. Höhepunkte des Abends waren zweifellos die Instrumental-Interpretation der Komposition „Donna Maria“, die Maucha Adnets Ehemann Duduka Da Fonseca geschrieben hat sowie das von Adnet nur mit Pianobegleitung vorgetragene „Retrato En Branco E Prieto“. Ralf Recklies





Das lesen Abonnenten am Donnerstag in Ihrer "Pforzheimer Zeitung":