

Der Umzug kann kommen. Die Kartons, in denen das Schmückbar-Team seine wenigen Habseligkeiten verstauen kann, wenn es die kleine Galerie in der Salierstraße Ende Februar verlassen muss, stehen schon bereit. In Kürze soll sich entscheiden, ob das neue Domizil der jungen Schmuckdesigner an der Bleich- oder der Calwer Straße sein wird.
Zuvor haben alle Schmückbar-Freunde aber noch die Gelegenheit, die Ausstellung „Fragil“ mit Arbeiten von 15 jungen Schmuckmachern in Augenschein zu nehmen. Umzugskartons dienen den Schmuckkünstlern bei der noch bis Ende Februar zu sehenden Schau als Podeste. Dabei ist es eine Kette, die den Titel der Ausstellung am ehesten verkörpert. Auf einem großen Pappanhänger von Katharina Hetzelein an einer aus Paketband gefertigten Knotenkette prangt schwarz auf leuchtendem Rot „Vorsicht Glas“ und warnt vor einem zerbrechlichen, mutmaßlich fragilen Inhalt.
Bruchglasstücke hat Veronica Andres ihren Silberringen verpasst, um diesen eine außergewöhnliche Erscheinung zu geben. Gitali Bierbaum indes hat feine Glasperlen in einer Kette verarbeitet und damit ebenfalls diesen leicht zerbrechlichen Werkstoff genutzt. Aber auch aus zwei Kondomen hat sie ein Schmuckstück gefertigt. Sie sind mit Wasser gefüllt und durch ein textiles Mittelstück verbunden. Wie verletzlich die Gummihaut ist, verdeutlichen zwei dazugehörige Ohrringe, die in der Form von Nadeln der natürliche Feind des Schmuck gewordenen Verhüterli sind.
Sehr fragil und leicht mutet auch der silberne Halsreif an, den Selina Fütterer aus Silberdraht und Perlen gefertigt hat. Ganz im Kontrast dazu stehen die goldfarbenen, eher klobig und robust gestalteten Ringe Julian Augensteins, der auch eine Reihe anderer Objekte präsentiert, darunter auch in Wabenform gestaltete Anhänger aus Papier.
Des Ausgangsmaterials Papier hat sich auch Aniko Borka bedient. Sie hat es in rosafarbene Blüten gefaltet und diese – der Tradition der japanischen Papierfalttechnik Origami entsprechend – mit asiatischen Essstäbchen zu interessanten Geschmeiden verbindet. Technische Bauteile hat indes Julien Burckhardt verarbeitet. Ein Lautsprecher auf einer Kupferplatte wird bei ihm an einem mit schwarzem Kunststoff ummantelten Draht samt Klinkensteckern als Verschluss zu einer ungewöhnlichen Kette.
Die Ausstellung Fragil in der Schmückbar (Salierstraße 32) ist bis Ende Februar Montag, Dienstag und Donnerstag von 17 bis 19 Uhr sowie an den Frei- und Sonntagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Autor: Ralf Recklies





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