

Er könnte stundenlang erzählen, wenn es um Details in japanischen Holzschnitten der Edo-Zeit geht. Doch der Pforzheimer Fotograf Günter Beck ist nicht in der Vergangenheit stecken geblieben, sondern, wie er im Gespräch mit PZ-Redakteurin Sandra Pfäfflin erzählt, ist auch von neuen Kunstströmungen sehr angetan.
PZ: Wann haben Sie eigentlich mit dem Sammeln der Holzschnitte begonnen?
Günter Beck: Das war vor genau 50 Jahren. Damals bin ich mit einem Freund nach Paris gefahren und habe mein erstes Blatt gekauft. Ich war zu dieser Zeit sehr beeindruckt vom Impressionismus, habe mir in Paris Gemälde von van Gogh und anderen angeschaut. Und da war es naheliegend, sich – wie die impressionistischen Maler – mit dem japanischen Holzschnitt zu beschäftigen. Ich hatte mit 20 Jahren nicht viel Geld und habe mir ein Blatt für 30 Franc gekauft, bei dem es mir darum ging, dass möglichst viel darauf zu sehen war.
PZ: Was fasziniert Sie bis heute an dieser Kunstform?
Beck: Es ist zum einen die handwerkliche Qualität. Ich habe ja eine Ausbildung als Lithograf und kann mich noch gut an meine Tätigkeit als Klischee-Ätzer erinnern, wo auch viel Handarbeit nötig war. Da ist es eindrucksvoll zu sehen, wie aufwendig die Druckstockherstellung bei den Japanern ist. Da müssen bis zu 20 verschiedene Farben einzeln von Hand gedruckt werden. Zum anderen begeistert mich natürlich auch die künstlerische Qualität der Arbeiten in ihrer großen Bandbreite.
PZ: Und wie sind Sie zum Sammeln von Mangas und Animes gekommen?
Beck: Zuerst dachte ich, das ist eigentlich nur Kitsch. Aber dann haben mich große Manga-Ausstellungen in Frankfurt vor zwei Jahren eines Besseren belehrt. Sie zeigten die Entwicklung von den Holzschnitten und Buchillustrationen des 19. Jahrhunderts bis hin zu dieser spezifisch japanischen Form der Popkultur.
PZ: Und wie kamen Sie an all die Rollbilder, Blätter und Druckstöcke?
Beck: Die habe ich überwiegend bei Händlern und auf Antiquariatsmessen erworben. In jüngster Zeit ist aber auch das Internet eine große Hilfe, dort gibt es inzwischen Spezialauktionen für diese Kunst. Wobei die Werke nicht immer unbedingt teuer sein müssen.
PZ: Hat die japanische Kunst auch Ihren Lebensstil beeinflusst?
Beck: Ach Sie meinen, ob ich zu Hause nur im Kimono rumlaufe (lacht)? Nein, die Drucke hängen zwar an der Wand und ich wechsle sie immer mal wieder aus, aber eigentlich stehe ich der japanischen Kultur eher zwiespältig gegenüber. Zum einen fasziniert mich die enorme Feinsinnigkeit und Zartheit, andererseits stößt mich der brutale Militarismus ab. Es ist mehr das Bildhafte in der Kunsttradition, das mich reizt, als das moderne japanische Leben.





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